Was für ein Vertrauen

v.l. Ravda Can, Havle Nazik, Tuncay Nazik
v.l. Ravda Can, Havle Nazik, Tuncay Nazik. Foto: Islamische Gemeinde

Der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag in Dortmund 2019 hatte sehr viele Menschen muslimischen oder jüdischen Glaubens aller Altersgruppen zu Gast. Die islamische Gemeinde Röhlinghausen nahm mit drei Personen an dem Kirchentag teil. Das diesjährige Motto Was für ein Vertrauen spiegelte sich in allen Veranstaltungen. „Vertrauen beruht auf Kenntnis der Lebenswelt der Anderen“, wie es von Bundeskanzlerin Angela Merkel gesagt wurde. Kennenlernen erfolgt aber erst wenn sich Anders-glaubende öffnen. Genau das hat der Kirchentag gezeigt. Wir können offen, fair und ruhig miteinander reden. Gegenseitiger Respekt führt dann zu mehr Offenheit und manchmal auch zu Begeisterung. So auch bei Ravda Can, Jugendliche aus der islamischen Gemeinde „Mir hat es sehr gefallen und ich bin sehr positiv überrascht gewesen. Ich habe schon fest in Planung, dass ich am 38. Kirchentag in Frankfurt teilnehmen möchte.“

v.l. Tuncay Nazik, Margot Käßmann.
v.l. Tuncay Nazik, Margot Käßmann. Foto: Islamische Gemeinde

Havle Nazik war überrascht, dass so viele Menschen sich für eine gute Sache engagieren. „Unzählige Vereine oder Initiativen waren am Markt der Möglichkeiten vertreten. Alle hatten etwas gemeinsam. Sie warben für mehr Toleranz, Menschlichkeit oder für eine besseres Welt. Ich konnte viel Kraft und Mut aufladen. Jetzt habe ich mehr Hoffnung für ein friedvolles Leben auf der Welt.“ Neben dem vielfältigen Programm der Zentren Juden und Christen und Muslime und Christen gab es beim Kirchentag in Dortmund erstmals eine Podiums-Reihe mit dem Titel Trialog: jüdisch, christlich, islamisch. Der Koran sieht die religiöse und kulturelle Vielfalt auf der Welt als gottgewollt an und das hat nur einen einzigen Zweck. Nämlich, dass es einen Anreiz zum Kennenlernen geben soll.

v.l. Thomas de Maizière Bundesinnenminister a.D. , Havle Nazik,Tuncay Nazik
v.l. Thomas de Maizière Bundesinnenminister a.D. , Havle Nazik, Tuncay Nazik Foto: Islamische Gemeinde

So steht es in der Sure 49 Vers 13 „O, ihr Menschen! Wir erschufen euch aus einem Mann und einer Frau und machten euch zu Völkern und Stämmen, damit ihr einander kennenlernt.“ „Ich rufe alle gesellschaftlichen Akteure dazu auf sich näher kennenzulernen. Ost und West sind nicht so entfernt wie es scheint. Goethe hat es schon fast vor 220 Jahren festgestellt. Wer sich selbst und andere kennt, wird auch hier erkennen: Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen. Einen Appell richte ich an die Vorstände der muslimischen Gemeinden. Wartet nicht auf Einladungen der Andersglaubenden. Nehmt die Initiative auf. Geht auf die Menschen zu. Nur so können wir uns kennenlernen, verstehen, akzeptieren und gegenseitig Vertrauen aufbauen", so Tuncay Nazik.

Auch neue Freundschaften sind entstanden. So hatte die Familie Nazik zwei Gästen aus Paris, christlichen Glaubens, für die fünf Tage ein Quartier gespendet und Übernachtung gewährt . „Ich habe es in den Medien (halloherne und WAZ) gelesen wie Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda für mehr Unterkünfte geworben hat. Wir haben uns dann entschieden zwei Gäste aufzunehmen. Durch die beiden Gäste haben wir weitere Pariser Gemeindemitglieder kennengelernt. Wir wurden von unseren Gästen nach Paris eingeladen. Es waren sehr schöne Tage“, so Ayse Nazik.

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