Warnung vor Falkendieben

Untere Naturschutzbehörde ist nach Diebstahl alarmiert

Eine Falkenbrut in Herne - die Stadt warnt vor Dieben.
Eine Falkenbrut in Herne - die Stadt warnt aktuell vor Dieben. Foto: Privat

Aus aktuellem Anlass appelliert die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Herne an die Herner, wachsam zu sein: Von aufmerksamen Nachbarn ist in den vergangenen Tagen beobachtet worden, wie in Herne-Mitte ein Jungfalke von Unbekannten gestohlen wurde, teilte die Stadt am Freitag (1.7.2022) mit.

Die Täter waren im Auto unterwegs und hatten zunächst versucht vier Jungtiere, die gerade erstmalig das Nest verlassen hatten, einzufangen. Daran konnten sie von Anwohnern gehindert werden, kehrten anschließend jedoch noch einmal zurück, wobei ihnen der Raub eines Jungvogels gelang.

Bei Beobachtungen 110 wählen

„Solche Vorfälle sind strafbar und es wäre gut, diesen Menschen das Handwerk zu legen“, sagt Gudrun Kaltenborn von der Unteren Naturschutzbehörde. „Deshalb bitte ich alle Herner, bei solchen Beobachtungen nicht zu zögern und sofort die Polizei unter Notruf 110 um Hilfe zu bitten und sich möglichst die Autokennzeichen der Falkendiebe zu merken. Danach kann man die Stadtverwaltung über diese Vorgänge informieren.“

Turmfalken sind Kulturfolger, das heißt, sie arrangieren sich mit der Nähe zu Menschen. Normalerweise nisten sie an steilen Felswänden. Im Siedlungsraum sind es heute zum Beispiel Kirchtürme, die ihre Nistbedingungen erfüllen. Turmfalken sind relativ kleine Greifvögel mit einer Körperlänge von 30 bis 35 Zentimeter. Sie sind im Flug leicht zu erkennen, wenn sie nach Beute jagen. Sie stehen dann mit den Flügeln rüttelnd an einer Stelle in der Luft und fixieren so ihre Beute am Boden: in erster Linie Wühlmäuse, weshalb die Art bei Landwirten und Gartenbaubetrieben gern gesehen ist.

Aber auch andere kleine Säuger, Eidechsen und größere Insekten stehen auf dem Speiseplan. Zur traditionellen Falkenjagd sind sie wegen ihrer geringen Größe und der damit eingeschränkten Möglichkeit des Beutegreifens eher weniger geeignet.

Brauchen keine Hilfe beim Fliegen

Da die anderen Jungfalken aus den vier anderen Nestern in Herne je nach Wetterlage auch in den kommenden Tagen ihre ersten Flugversuche machen, weist Kaltenborn darauf hin, dass die Vögel keine Hilfe benötigen, wenn sie noch ungeschickt fliegen oder auf dem Boden sitzen. Die Elterntiere sind immer in der Nähe und kümmern sich um ihren Nachwuchs: „Eingreifen durch den Menschen ist nicht nötig, sondern sogar schädlich.“

Mit Blick auf das Artenkataster schätzt Vogelkundler Jürgen Heuser von der Biologischen Station Östliches Ruhrgebiet die Zahl der Turmfalken- Brutpaare in Herne auf etwa zehn: „Um auf möglichst aktuellem Stand zu sein, sind wir neben eigenen Beobachtungen auf Meldungen aus der Bevölkerung angewiesen.“

Der Kontakt

Die Untere Naturschutzbehörde und die Biologische Station nehmen Hinweise aus der Bevölkerung zu Brutplätzen von Turmfalken, Rauch- und Mehlschwalben sowie Mauerseglern gerne entgegen – unter Tel 02323 / 22 96 41 - 0 oder per E-Mail an info@biostation-ruhr-ost.de.

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