Tumorerkrankungen im Fokus

Oberarzt zum Professor ernannt

Prof. Dr. Florian Roghmann – Oberarzt der Urologischen Klinik des Marien Hospital Herne.
Prof. Dr. Florian Roghmann – Oberarzt der Urologischen Klinik des Marien Hospital Herne. Foto: St. Elisabeth Gruppe

„Wie können wissenschaftliche Erkenntnisse in die Behandlung von Krebspatienten überführt werden?“ Mit dieser und vielen anderen Fragestellungen befasst sich Prof. Dr. Florian Roghmann – Oberarzt der Urologischen Klinik des Marien Hospital Herne. Seit März dieses Jahres ist er Professor für Translationale Uro-Onkologie der Ruhr-Universität Bochum. Im Fokus seiner Arbeit und Forschung steht die personalisierte Therapie von Tumorerkrankungen an Prostata, Niere und Blase.

„Die translationale Forschung befasst sich damit, neueste Forschungserkenntnisse aus dem Labor in die praktische Arbeit der Klinik zu überführen“, erklärt Prof. Roghmann. Dabei geht es ihm vor allem darum, aktuelle Standards in der Behandlung zu verbessern und neue personalisierte Therapiemöglichkeiten für seine Patienten zu finden. „Mögliche Nebenwirkungen und Wechselbeziehungen von Therapien und Medikamenten, aber auch die Lebensqualität unserer Patienten haben wir dabei immer im Blick. So wollen wir die richtige und individuell passende Therapie für jeden Patienten finden.“ Prof. Roghmann ist seit 2009 Teil des Teams der Klinik für Urologie des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum. In der von Direktor Prof. Dr. Joachim Noldus geführten Klinik für Urologie und Neuro-Urologie leitet er die Abteilung für Translationale Uro-Onkologie. Zudem ist er Koordinator der Urologischen Studienambulanz, des Urologischen Forschungslabors sowie des Harnblasenkarzinomzentrums.

Auf der Suche nach Biomarkern

Während seiner Forschung beschäftigt sich der Mediziner aktuell unter anderem mit der Suche nach Biomarkern – körperlichen Eigenschaften und Merkmalen –, die es ermöglichen könnten, eine Tumorerkrankung frühzeitig zu erkennen oder sogar die Wirksamkeit einer Therapie vorauszusagen. So könnte zukünftig bereits zu Beginn der Behandlung erkannt werden, ob ein Patient von einer präoperativen Chemotherapie profitiert. „Bei der Biomarkersuche rücken Veränderungen im Erbgut der Zellen immer mehr in den Fokus“, erklärt Prof. Roghmann. Zu diesem Zweck arbeitet er innerhalb des Forschungsnetzwerkes BRIDGE (Bladder Cancer Research Initiative for Drug Targets Germany), in dessen Vorstand er sitzt, deutschlandweit mit verschiedenen anderen Medizinern zusammen.

Biodatenbanken verknüpfen Vergangenheit und Zukunft

Im Marien Hospital Herne findet Prof. Roghmann beste Voraussetzungen für seine Forschung. „Aufgrund der Größe unserer Klinik, verfügen wir über eine hohe Zahl von Patienten. Das Wissen über den individuellen Therapie- und Krankheitsverlauf ist ein Schatz, der nach vorherigem Einverständnis der Patienten anonymisiert erfasst und ausgewertet werden kann“, fasst Prof. Noldus, Direktor der Klinik für Urologie, zusammen. Diese Informationen sollen – erweitert um Blut und Gewebeproben – in Biodatenbanken zusammengeführt werden. Dadurch erhalten Forscher die Möglichkeit, auch rückwirkend Erkenntnisse über verschiedene Tumoren zu erlangen. „So können auch die Proben von Patienten, deren Behandlung weit in der Vergangenheit liegt, dazu beitragen, neue Therapieoptionen zu testen“, verdeutlicht Prof. Roghmann die Relevanz dieses Vorhabens. Auch zu diesem Zweck soll die translationale Forschung der Klinik weiter ausgebaut werden.

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