
Trommeln in Laurentius
Laut ist es am Mittwochmorgen (17.2.2016) in der Turnhalle der Laurentiusschule. Sehr laut. Um nicht zu sagen: Hier versteht man sein eigenes Wort nicht. Muss man auch nicht. Denn hier wird getrommelt und dazu im Takt geklatscht. Rund 210 Grundschulkinder sitzen in der Halle verteilt auf dem Boden, jedes hat eine afrikanische Djembé vor sich, und alle hauen sie drauf, was das Zeug hält. Wie gesagt, laut, aber alle im Rhythmus. Naja, fast alle.
Die Djembé, das ist eine einfellige Bechertrommel, und die stammt aus Westafrika. Und Afrika ist auch das Thema der Projektwoche, an dem die Grundschüler arbeiten. Eine Woche proben sie mit dem Projektleiter von der Firma Trommelzauber, Otto Klösel, das Musik-Theaterstück Das Geheimnis der Zaubertrommel ein. Dazu lernen sie die Djembé zu spielen, sie lernen afrikanische Lieder und Tänze und machen sich gemeinsam auf den Weg, die Zaubertrommel zu suchen, die alleine den rettenden Regen bringen kann.

Nach der morgendlichen Begrüßung auf Kisuaheli trommeln alle. Viele Worte braucht Zaubertrommler Otto Klösel nicht, um den Kindern zu zeigen, was sie tun sollen. Es sind einfache, aber eindrucksvolle Rhythmen, die er mit den Kinder in der Turnhalle einstudiert. Dazu lernen sie im Sprechgesang Vokabeln, die niemand kennt, deren Inhalt aber ein Gemeinschaftsgefühl aufkommen lässt.

An Hand des Märchens werden die Kinder im Laufe der Woche in die afrikanische Welt eingeführt. Dazu wird in den Klassen fächerübergreifend an dem Thema gearbeitet. Sie basteln afrikanische Instrumente, ihre Masken und Kostüme und auch das Bühnenbild wird von den Schülern gebaut. In jeder Klasse wird gewerkelt, gebastelt, gelesen und erzählt, und alles dreht sich um Afrika. In der schuleigenen Küche wird gekocht - afrikanisch, versteht sich. Auf dem Programm stehen heute: Bananenküchlein und Maisgries.

Am Ende dieser Woche steht dann ihr großer Auftritt: Am Freitag, 19. Februar, werden sie Das Geheimnis der Zaubertrommel in der Aula der Realschule Crange ihren Familien präsentieren.
Möglich wurde diese Reise durch Afrika durch einen Sponsoren-Lauf der Kinder im Frühjahr 2015, bei dem sie sich die gesamten Projektkosten erlaufen haben.
Schulleiterin Martina Nissalk fasst die Grundidee des Projektes Trommelzauber so zusammen: "Kinder zu stärken und ein Gemeinschaftsgefühl erlebbar zu machen, das passt sehr gut als ein Baustein zum Leitbild der Schule, in der Kinder mit und ohne Behinderung in allen Klassen sowie Kinder ohne Deutschkenntnisse, zum Teil aus Krisengebieten, gemeinsam lernen und zusammen leben."
