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Die Polizei Bochum hat die jährliche Unfallstatistik veröffentlicht: Demnach gibt es zwar einen leichten Anstieg an Verkehrsunfällen, jedoch ist die Zahl der Verkehrstoten in Herne im Jahr 2023 von 5 (2022) auf 0 gesunken.

Polizei gibt Überblick: 2023 in Herne kein Verkehrstoter zu beklagen

So sieht die neue Unfallstatistik aus

Das ist eine erfreuliche Nachricht für das Polizeipräsidium Bochum: In Herne gab es 2023 keine Person zu beklagen, die bei einem Verkehrsunfall verstorben ist. Ein Jahr zuvor waren es noch fünf Menschen, die tödlich verunglückt sind. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik hervor, die die Polizei am Montag (18.3.2024) vorstellte.

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Für die drei Städte Herne, Bochum und Witten, die im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Bocum liegen, sind demnach vier Tote für 2023 zu vermelden. 2022 waren es elf Personen.

Insgesamt gibt es im gesamten Gebiet einen leichten Anstieg an Verkehrsunfällen zu verzeichnen, dafür aber weniger Unfälle mit Personenschaden, Pedelecs und E-Scootern. „Im Bereich der E-Scooter vermuten wir aber eine hohe Dunkelziffer, da nicht jeder, der damit stürzt, die Polizei ruft“, erläutert Frank Nows, der Leiter der Direktion Verkehr.

Handys am Steuer Unfallverursacher Nummer eins

Die Nutzung von Mobiltelefonen in Fahrzeugen sei weiterhin Unfallverursacher Nummer eins, sagt Nows. Die sogenannte „Raserszene“ sei dagegen kein großes Problem. Dagegen sei man als Fußgänger besonders gefährdet – der Großteil ist hier 'nur' Opfer. Das liegt an den unfairen Verhältnissen zwischen Mensch und Fahrzeug. Nach einer Statistik würde ein tödlicher Unfall das Leben von 113 Personen prägen – vom Unfallverursacher, über das Opfer, hin zu Verwandten und Freunden und weiteren Beteiligten wie Zeugen, Rettungskräften und Polizisten.

Ein Eintrag in der Statistik: Auf der Sodinger Straße kam es im Mai 2023 zu einem Unfall, bei dem ein Smart von der Fahrbahn abkam und auf der Seite landete.

Dennoch gilt laut Nows nicht zuletzt, weil die Polizei seit Anfang 2024 eine neue Fachstrategie Verkehr verfolgt (wie Unfälle vermieden werden können und wie danach mit ihnen umgegangen wird): „Jeder möchte sicher nach Hause kommen und seine Familie und Freunde wiedersehen. Deshalb ist gegenseitige Rücksicht gefordert. Um das zu kontrollieren, können sich die Bürger überall und zu jeder Zeit auf Mess- und Kontrollstellen einrichten.“

Mehr Tempo- und Schwerpunktkontrollen

Die Tempokontrollen werden mittlerweile nicht mehr angekündigt. Ebenso stehen weiterhin regelmäßige und häufigere Schwerpunktkontrollen auf dem Programm, um zum Beispiel Lkw oder Transporter zu überprüfen – natürlich auch deren Fahrer. Zuletzt fand Ende Februar 2024 eine solche Kontrolle in Baukau statt, bei der halloherne dabei war (halloherne berichtete).

In Herne sind im Jahr 2023 Verkehrsunfälle mit Personenschaden leicht von 412 auf 400 gesunken, die Zahl der Verunglückten sank ebenso leicht von 488 auf 462. Bei den Rad- und Pedelecfahrern sei sogar eine Trendumkehr zu beobachten, die Unfälle sind zurückgegangen. „Möglicherweise sind nach der Anschaffung während der Corona-Pandemie viele nun damit sicherer und vertrauter geworden, ebenso werden weniger neue verkauft“, sagt Nows.

15 Unfallschwerpunkte in Herne

Unfallschwerpunkte gibt es natürlich weiterhin. Insgesamt sind es in Herne 15, sieben davon sind 2023 neu hinzugekommen. Einer davon ist die Ecke Hammerschmidtstraße/ Am Stöckmanns Hof in Wanne. Hier hätten Linksabbieger oft Fußgänger übersehen. Nach eingehender Prüfung habe man mit der Stadt die Abbiegephase getrennt, dadurch sei eine erhebliche Verbesserung eingetreten, erläutert Heidi Bergermann aus der Verkehrsdirektion.

In 2023 gab es weniger Radfahrer-Unfälle, vor allem Pedelecs sind nun seltener in Unfälle verwickelt.

Ein anderer Unfallschwerpunkt ist das Abbiegen vom Bergelmanns Hof auf den Westring. Hier übersehen viele Autofahrer Radfahrer, die (verbotenerweise) den Radweg in die falsche Richtung nutzen. Hier habe es drei gleiche Unfälle gegeben und im April soll es nun Gespräche mit der Stadt geben, wie man diesen Unfallschwerpunkt auflösen kann.

Cannabis-Legalisierung ein brisantes Thema für die Polizei

Ein wichtiges Thema sind für die Polizei weiterhin berauschende Mittel, Alkohol und Drogen. Vor allem in Hinblick auf die nahende Cannabis-Legalisierung (bis 25 Gramm Eigenbesitz und weiteren Einschränkungen) sagt Polizeipräsident Jörg Lukat: „Es ist das falsche Signal, wenn überall steht: Nun kann und darf man konsumieren. Anders als bei Alkohol ist hierbei kein Test möglich, ob man fahrtauglich ist. Wir wünschen uns hier einen moderateren und informativeren Sprachgebrauch.“ Man gehe vom Schlimmsten aus, ergänzt Nows und fügt an: „Wir werden die Entwicklung genau beobachten.“

Ebenso sei es fraglich, ob Senioren in einem hohen Alter, beispielsweise 85 und aufwärts, noch unbedingt ihren Führerschein besitzen müssten. Aufgrund der abnehmenden Reaktionsfähigkeit werde die Polizei hier auch weiter Präventionsarbeit betreiben.

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Stolz ist die Polizei, vor allem Lukat persönlich, darauf, dass das Polizeipräsidium in der Unfallstatistik in Bezug auf die sogenannte „Verunglücktenhäufigkeitsanzahl“ NRW-weit auf Platz drei rangiert – nur hinter zwei Landkreisen, die aufgrund der dortigen ländlichen Gegebenheiten nicht mit Städten wie Bochum, Herne und Witten zu vergleichen sind.

Polizeidirektor Frank Nows, Leiter der Direktion Verkehr der Bochumer Polizei, stellte die Statistik vor. #LEBEN ist der Titel einer Sicherheitskampagne vom Land NRW, mit der für mehr Sicherheit im Straßenverkehr geworben wird.
| Autor: Marcel Gruteser