Radverkehr in Herne - Es reicht

Leserbrief der Herner Piraten

Fahrradstraße auf der Bochumer Straße in Herne (NW), am Freitag (29.01.2021). Diese erstreckt sich auf dem Abschnitt zwischen der Sodinger Straße und dem Westring. Durch ein Zusatzzeichen ist inzwischen auch wieder das Befahren mit PKW und motorisierten Zweirädern erlaubt.
Fahrradstraße auf der Bochumer Straße. Foto: Stefan Kuhn

„Wir Piraten haben nachgefragt, nach dem aktuellen Stand zum Radverkehr in Herne. Besonders interessant für uns sind dabei die Planungen, was denn konkret ansteht. Die Anfrage wurde für die Ratssitzung am 2. März 2021 eingereicht. Jetzt hat die Stadt ihre Antwort auch im Ratsinformationssystem für alle veröffentlicht. Der Radverkehr in unserer Stadt, ist für uns Piraten eine Herzensangelegenheit. Wir haben uns bereits in der letzten Ratsperiode durch aktive Mitarbeit in den entsprechenden Gremien (Projektgruppe Radverkehr) mitgewirkt und unsere Forderungen in einem Arbeitspapierzusammengefasst.

Mit unserer Anfrage wollten wir genau wissen, wo Herne steht und auf den ersten Blick ist es eine umfangreiche Liste, die die Stadt vorgelegt hat. Leider nur auf den ersten Blick. Vieles sind Versprechungen (Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof in Wanne-Eickel oder der Bau von Brücken für den Radverkehr über den Rhein-Herne-Kanal), vieles sind Planungen, die sich im Rahmen von Straßenplanungen ergeben und damit nicht eigenständig sind oder Maßnahmen, die nichts kosten, wie die umstrittene Öffnung der Hauptstraße in Wanne für den Radverkehr.

Als bedeutendes Projekt wurde der radgerechte Umbau der Sodinger Straße hervorgeheben, allerdings ist hier nicht die Stadt sondern der Landesbetrieb Straßen NRW zuständig. Besonders peinlich für die Stadt: Auf unsere Anfrage, ob die Stadt denn Projekte für ein Förderprogramm angemeldet hat, dass zu 100 Prozent gefördert wird, musste die Stadt passen.

Es wurden keine Anträge gestellt. In der Stadt Herne sind für die Planung von Radverkehr zwei Stellen vorgesehen. Wie man an unserer Anfrage deutlich erkennt, reicht dieses bei weitem nicht aus, wenn man den Radverkehr in Herne voranbringen möchte. Projekte und Bedarf gibt es genug in unserer Stadt. Geld – siehe 100 Prozent Förderung – ist auch da. Was aber fehlt sind die Ressourcen, ein eigenständiges Konzept für den Radverkehr und offensichtlich der politische Wille, sich diesem Thema zu widmen. Wir bleiben am Ball!"

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