Warum Sanzimet Kaygun beim Ambulanten Hospizdienst Schwerstkranken ihre Zeit schenkt
'Nicht allein sein - das ist das Wichtigste'
Wenn Menschen am Ende ihres Lebens stehen, zählt vor allem eines: nicht allein zu sein. Genau dafür engagiert sich Sanzimet Kaygun als ehrenamtliche Zeitschenkerin beim Ambulanten Hospizdienst Herne. Die 54-Jährige begleitet schwerstkranke und sterbende Menschen – mit Zeit, Nähe und Empathie.
Wenn Menschen am Ende ihres Lebens stehen, zählt vor allem eines: nicht allein zu sein. Genau dafür engagiert sich Sanzimet Kaygun als ehrenamtliche Zeitschenkerin beim Ambulanten Hospizdienst Herne. Die 54-Jährige begleitet schwerstkranke und sterbende Menschen – mit Zeit, Nähe und Empathie.
Menschen brauchen immer Menschen
„Menschen brauchen immer Menschen. Gerade am Ende des Lebens soll niemand allein bleiben“, sagt Sanzimet Kaygun. Ihre Motivation für das Ehrenamt kommt aus eigener Lebenserfahrung: Sie verlor ihren Mann früh, arbeitet seit vielen Jahren in der Küche einer Senioreneinrichtung und kennt Einsamkeit und Ängste alter Menschen aus nächster Nähe.
Auf der Palliativstation des EvK Herne kam Sanzimet Kaygun bei einem Krankenbesuch mit dem Ambulanten Hospizdienst in Kontakt und erfuhr vom Team der ehrenamtlichen Zeitschenker, die in Herne und Wanne-Eickel schwerstkranke und sterbende Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten. 2025 absolvierte sie den Vorbereitungskurs des Hospizdienstes. Dieser habe sie für diese Aufgabe gut vorbereitet. Mittlerweile hat Sanzimet Kaygun eine 101-jährige Seniorin mit Demenz und eine türkische Patientin auf der Palliativstation begleitet.
Menschen mit Demenz liegen ihr besonders am Herzen
Menschen mit Demenz liegen ihr besonders am Herzen. Wie wichtig es ist, diese am Ende des Lebens in ihrer Muttersprache anzusprechen, hat sie selbst im Ehrenamt erfahren: „Als wir Türkisch gesprochen haben, hat sich meine Begleitung sofort geöffnet. Sie hat ihre ganze Lebensgeschichte erzählt. Das war für sie sehr wichtig.“ Gerade bei fortgeschrittener Demenz kehrten viele Menschen sprachlich in ihre Herkunft zurück. „Dann ist es entscheidend, verstanden zu werden.“
Der Ambulante Hospizdienst Herne sucht deshalb auch Ehrenamtliche mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und Sprachkenntnissen. Der Bedarf an interkulturellen Begleitungen wächst. „Viele ältere Menschen aus anderen Kulturen waren früher in ihre großen Familien eingebunden. Heute sind manche allein. Sie brauchen Begleitung, die ihre Sprache spricht und ihre Kultur versteht“, betont Kaygun.
60 Ehrenamtlichen beim Ambulanten Hospizdienst
Heute ist Sanzimet Kaygun eine von rund 60 Ehrenamtlichen beim Ambulanten Hospizdienst. Zeitschenkerin zu sein, gibt ihr selbst viel zurück: „Ich komme immer mit einem guten Gefühl nach Hause.“ Für sie steht fest: „Ich würde den Kurs jederzeit wieder machen.“
Der nächste Vorbereitungskurs für neue Zeitschenker beim Ambulanten Hospizdienst beginnt am 22. Januar im Gemeindezentrum Herz Jesu, Düngelstraße 34, 44623 Herne. Es sind noch Plätze frei. Anmeldung und Kontakt: | Tel. 02323 – 988 290