'Monolog mit meinem asozialen Großvater'

Theaterprojekt von und mit Harald Hahn

Im wewole Forum im City Center Herne gibt es ein Theaterprojekt von und mit Harald Hahn (Archivbild).
Im wewole Forum im City Center Herne gibt es ein Theaterprojekt von und mit Harald Hahn (Archivbild). Foto: Stefan Kuhn

In einer Pressemitteilung von Mittwoch (13.7.2022) informiert die Partei „Die Linke“ aus Herne über ein Theaterprojekt von und mit Harald Hahn, es trägt den Titel "Monolog mit meinem asozialen Großvater". Geplant ist es für Freitag, 19. August 2022, von 18.30 bis 21.00 Uhr im wewole Forum im City-Center Herne, Bahnhofstraße 7a/c. Der Eintritt ist frei.

Dazu heißt es im Ankündigungstext: Erst 2020 beschloss der Bundestag, so genannte „Asoziale“ als Opfer des NS-Regimes anzuerkennen. Persönliche Zeugnisse gibt es von ihnen kaum und das Erinnern an sie kann herausfordernd sein: dem saufenden Großonkel gedenken, der mitunter gewalttätig wurde? Der obdachlosen Großmutter, die sich prostituierte? Nur zögerlich beginnt unsere Gesellschaft, sich mit den unbequemen Opfern auseinanderzusetzen.

Auf den Spuren der eigenen Familiengeschichte

Der Theaterpädagoge Harald Hahn arbeitete das vergessene Leid in einem Theaterstück auf - auf den Spuren der eigenen Familiengeschichte: Sein Großvater war als Asozialer im KZ. Dabei deckt Hahn unbequeme Kontinuitäten auf, die bis in die Gegenwart hineinwirken: Was richten Schuld, Scham und Schweigen über Generationen in Familien an? Und wie strukturieren Klasse und Herkunft nicht nur das Erinnern - sondern das Leben in der Gesellschaft der Gegenwart?

Harald Hahn: „Es ist kein Zufall, dass wir uns gerade mit dem Gedenken an diese Opfergruppe so schwer tun - es ist eine logische Folge des Klassismus gegenüber Menschen aus der so genannten Unterschicht. „Asi“ ist nach wie vor eine Beleidigung, es ist politisch salonfähig, von Sozialschmarotzern zu sprechen, und wer arm ist, bleibt arm und ausgegrenzt. Über Generationen hinweg.“

Schlüpfen in Rolle eines SS-Mannes

Im Erzähltheater spricht der Autor mit seinem verstorbenen Großvater Anton Knödler, der als Häftling in Buchenwald inhaftiert war. Er spricht über das Familiengeheimnis, die Scham und die Zeit in Buchenwald. Ausgehend von den Monologen schlüpft Harald Hahn in die Rolle eines SS-Mannes und verwandelt sich zurück in das Kind, das er einst war. Ein schwäbischer Hausmeister kommentiert das Geschehen und schafft so die Verbindung zwischen Geschichte, Schauspieler und vermeintlich unbeteiligten Zuschauern. Denn die aufgeworfenen Fragen verweigern sich dem rein passiven Konsum – sie wollen und sollen alle Anwesenden mit einbeziehen.

Im Anschluss an das Stück findet ein 30-minütiges Publikumsgespräch statt.

August
19
Freitag
Freitag, 19. August 2022, von 18:30 bis 21 Uhr wewole FORUM im CityCenter Herne (1. OG) , Bahnhofstraße 7a-c , 44623 Herne Eintritt frei.
Quelle: