'Macht der Familie'

Neuer Tatort mit Wotan Wilke Möhring

Der Einsatz läuft aus dem Ruder: Falke (Wotan Wilke Möhring) mit Kollegin Katia (Anja Taschenberg).
Der Einsatz läuft aus dem Ruder: Falke (Wotan Wilke Möhring) mit Kollegin Katia (Anja Taschenberg). Foto: NDR/Meyerbroeker

Der neue Hamburger Tatort mit Wotan Wilke Möhring, der am Sonntag, 18. April 2021, zur Primetime nach der Tagesschau im ARD gesendet wird, ist unter Corona-Bedingungen gedreht worden. Für den Herner Schauspieler kein Problem: „Sieht man von den Tests ab, waren die Bedingungen nicht groß anders. Kompliziert wird es dann, wenn Drehbücher umgeschrieben werden müssen, um Massenszenen und Nähe zu verhindern. Ich finde es schade, dass wir in unseren Filmen so tun, als würde es Corona gar nicht geben. Lasst uns doch mal Szenen drehen, in denen ein Ermittler nicht an einen Tatort gelassen wird, weil er seine Maske nicht dabei hat. Das würde doch jeder verstehen, weltweit. Dass wir unser Leben in der Pandemie nicht zum Thema machen, liegt wohl daran, dass alle dachten, die Seuche geht ruckzuck vorbei.“

In 'Macht der Familie' ermittelt die Bundespolizei gegen russische Waffenhändler, die sich als angebliche Hersteller von Landmaschinen eine perfekte Unternehmer-Fassade aufgebaut haben. Julia Grosz (Franziska Weisz), gerade zur Hauptkommissarin befördert, leitet den Einsatz. Als der verdeckte Ermittler kurz vor der Aufdeckung der mafiösen Strukturen im Einsatz ums Leben kommt, scheint die ganze Aktion gescheitert. Aber der Waffenhändler Nicolai Timofejew (Jakub Gierszal) hat eine Nichte, Marija (Tatiana Nekrasov), die als Kommissarin beim LKA arbeitet und sich schon vor Jahren von ihrer Familie distanziert hat. Um das komplette Scheitern der Aktion zu verhindern, versucht Grosz, Marija gegen ihre eigene Familie in Stellung zu bringen. Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) ist nicht begeistert. Die Sache scheint ihm zu gefährlich und nicht kontrollierbar. Aber Marija geht auf den Vorschlag von Grosz ein und beginnt ein doppeltes Spiel um Leben und Tod.

Ist Neu-Hauptkommissarin Julia Grosz (Franziska Weisz) der Verantwortung gewachsen? Im Hintergrund Kriminaldirektorin Reetz (Judith Rosmair).
Ist Neu-Hauptkommissarin Julia Grosz (Franziska Weisz) der Verantwortung gewachsen? Im Hintergrund Kriminaldirektorin Reetz (Judith Rosmair). Foto: NDR/Meyerbroeker

Der Einsatz ist gründlich schiefgegangen. Nun hat Falke die unbehagliche Aufgabe, Marija Timofejew die Nachricht vom Tod ihres Onkels zu überbringen. Sie war einst seine Auszubildende bei der Polizei, vielleicht auch noch mehr. Marija ist bereit, mit ihrem Familienwissen zu helfen und Falke verspricht ihr Vertrauen und Unterstützung. Er gibt sein Wort – und wird ausgebremst. Ist die gerade beförderte Julia Grosz auf einmal auf einem Ego-Trip? Enthält sie ihm Informationen vor? Hält sie ihn für befangen? Und muss Falke Angst um Marija haben? Oder umgekehrt: Sorgt er sich ein bisschen zu sehr? Überhaupt fühlt sich Thorsten Falke ein wenig verlassen. Sein Sohn Torben (Levin Liam) zieht aus. Und gleich mit der neuen Freundin Pina zusammen. Zu sagen haben sich Thorsten und Torben nicht viel. Er solle sich doch erstmal ausleben, rät Falke und erntet Spott. Aber er bewahrt Haltung, vermeidet den Streit. Die Kämpfe mit Torben sind ausgefochten, jetzt gilt es ihn zu unterstützen. Denn auch, wenn Thorsten Falke nicht mehr ganz der coole Hund von früher ist – auf ihn verlassen kann man sich allemal…

Wotan Wilke Möhring über seine Rolle in dem von Niki Stein geschriebenen und inszenierten Tatort: „Es gibt dieses klischeehafte Bild, wonach alle reichen Russen auf kriminelle Art nach oben gekommen sind. Diese Leute haben sich beim Zusammenbruch der Sowjetunion am Erbe des Landes bereichert, erst griffen die Jelzin-Oligarchen zu, dann kamen die Putin-Oligarchen zum Zuge. Das weiß Falke natürlich, und es ist ihm suspekt. Er hat nichts gegen schöne Häuser, aber das Zurschaustellen von Reichtum und dieses Abschätzen zwischen Mannschafts- und Offiziersgraden, damit kommt er nicht klar. Lieber ein anständiger Arbeiter, dem man vertrauen kann, als ein kultivierter, mit weichen Händen lügender Millionär. Da ist kein Neid im Spiel. Für Falke ist das alles nur Mummenschanz und Schein. Die Burg, die Autos, die Jagd, wenn man das alles wegnimmt, was bleibt dann übrig? Er sieht den Menschen, mit dem er spricht, und fragt sich: Was hat der gerade getan?“

Der Tatort 'Macht der Familie' des Norddeutschen Rundfunks hat am Sonntag, 18. April 2021, um 20.15 Uhr Premiere in der ARD und wird anschließend um 21:40 Uhr im Digitalkanal 'ARD One' wiederholt. Nach der Erstausstrahlung kann der von Dagmar Rosenbauer (Cinecentrum Berlin) produzierte Krimi sechs Monate in der ARD-Mediathek kostenlos gestreamt werden.

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Sonntag, 18. April 2021, um 20:15 Uhr
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