LoRaWAN und Smart-City-Plattform für Herne

Nächster Schritt mit einem Digitalisierungsprojekt

Stadt und Kooperationspartner stellen LoRaWAN Netzwerk und Smart City Plattform vor
Stadt und Kooperationspartner stellen LoRaWAN Netzwerk und Smart City Plattform vor Foto: Marcel Gruteser

Der Ausbau der digitalen Infrastruktur in Herne geht voran. Am Mittwoch (19.8.2020) stellten Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda und die Kooperationspartner zwei Bausteine vor, die Herne zu einer Smart City machen sollen. Dabei handelt es sich um das Funknetz LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) und eine Smart-City-IT-Plattform.

„Wir glauben, dass dieses Netz gut und wichtig für unsere Stadt ist und uns hilft, eine intelligente Stadt zu werden. Das können wir nur werden, wenn wir den Ausbau der digitalen Infrastruktur in Angriff nehmen“, formulierte Frank Dudda. „Damit wollen wir in Zukunft Verbesserungen für die Bürger in den Bereichen Klimaschutz, Ressourcenschutz und neue Mobilität erreichen.“ Nur fünf Monate habe es von der Idee bis zur Umsetzung gedauert.

Stadt und Kooperationspartner stellen LoRaWAN Netzwerk und Smart City Plattform vor, (v.li.) Lars Wohlfahrt (IST Planbar), Hans Hubbartz, vorne Dr. Frank Dudda, hinten Pierre Golz, Dr. Jürgen Bock, Stiftungsprofessor Haydar Mecit.
Stadt und Kooperationspartner stellen LoRaWAN Netzwerk und Smart City Plattform vor, (v.li.) Lars Wohlfahrt (IST Planbar), Hans Hubbertz, vorne Dr. Frank Dudda, hinten Pierre Golz, Dr. Jürgen Bock, Stiftungsprofessor Haydar Mecit. Foto: Marcel Gruteser

Das LoRaWAN-Netz zeichnet sich dadurch aus, dass kleine Datenmengen über lange Distanzen verschickt werden können. Beim WLAN ist es genau andersrum. Daher wäre hochauflösendes Streaming mit LoRaWAN nicht möglich. Dafür können damit Sensoren ihre Daten aus dem Stadtgebiet senden, um zum Beispiel Wetterdaten oder freie Parkplätze zu melden. Einfacher ausgedrückt: WLAN geht über die Autobahn, LoRaWAN mit kleiner Fracht über Wasser oder Schienenwege.

Zusätzliche Vorteile sind, im Gegensatz zu einer SIM-Karte entstehen keine monatlichen Kosten und erst nach einer Betriebsdauer von fünf bis zehn Jahren muss ein Sensor ausgetauscht werden.

In einer Kooperation zwischen der Stadt Herne, der IST planbar GmbH, die von Geschäftsführer Lars Wohlfahrt vertreten wurden, und dem Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen, von dem Dr. Hans Hubbartz vor Ort war, konnten die ersten vier LoRaWAN-Antennen im Stadtgebiet installiert werden. Gefördert wurde die Anschaffung durch „Emscher-Lippe-Things.net“ vom Landesministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie im Digitalisierungsprojekt „Umbau 21“. Das Projekt hat das Ziel, ein frei verfügbares Funknetzwerk für Sensoren und Aktoren in der Emscher-Lippe-Region aufzubauen. Vor allem Daten zur Daseinsvorsorge, zum Umwelt- und Naturschutz sollen ausgetauscht werden.

Zusätzlich wurde eine Smart-City-IT-Plattform gestartet, die auf Open-Source-Technologien basiert. Dort laufen die gesammelten Daten zusammen und können genutzt werden, beispielsweise haben die Stadtwerke einen Sensor in einem Fernwärmeschacht installiert. So sieht man den Wasserstand oder offene Türen und kann schnell reagieren. „Das sorgt für Verbesserungen im täglichen Alltagsrhythmus“, sagt Dr. Jürgen Bock von den Stadtwerken.

An der Plattform hat der Stiftungsprofessor der Stadtwerke, Haydar Mecit von der Hochschule Bochum zusammen mit seinem Team, mitgewirkt und den ersten Anwendungsfall realisiert. Pierre Golz, Stabsstelle Digitalisierung, erläuterte, dass weitere Sensoren geplant sind und sich bewusst für LoRaWAN entschieden wurden, weil es für die Anwendungsfälle gut geeignet und kostengünstig sei.

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