Kunstrasen weicht für 120 Wohneinheiten

Stillgelegter Sportplatz an der Reichsstraße soll bald bebaut werden

Stillgelegter Kunstrasenplatz an der Reichsstraße wird für Wohnbebauung umgewandelt.
Auf dem stillgelegten Kunstrasenplatz an der Reichsstraße soll bald Wohnbebauung entstehen. Foto: Marcel Gruteser

Immer mehr Wohnbebauung: Nach den neuen Plänen für die stillgelegten Fußballplätzen an der Schaeferstraße (halloherne berichtete) und der Nordstraße (halloherne berichtete) hat die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) am Mittwoch (8.9.2021) Entwürfe für einen alten Kunstrasenplatz an der Reichsstraße in Eickel vorgestellt. Vor rund anderthalb Jahren wurde hier das letzte Mal auf Tore geschossen, bevor der Sportplatz geschlossen wurde. Kurz danach begannen die Planungen für die weitere Nutzung.

Der Entwurf ist das Ergebnis eines städtebaulichen Wettbewerbs, den die SEG selbst veranstaltete. Anschließend ging es an die Investorensuche - zwölf Einsendungen gab es, in zwei Runden wurde letztendlich eine Interessengemeinschaft ausgewählt. Diese setzt sich aus der Herner und der Schwerter Sparkasse, dem Bauunternehmen Heckmann aus Hamm und dem Architekturbüro Schamp & Schmalöer aus Dortmund zusammen. Ausschreibung und Wettbewerb hätten jeweils rund ein halbes Jahr gedauert, sagte SEG-Geschäftsführer Achim Wixforth zur halloherne-Redaktion.

Stillgelegter Kunstrasenplatz an der Reichsstraße wird für Wohnbebauung umgewandelt, (v.li.) SEG-Chef Achim Wixforth, Sparkasse Herne Vorstand Antonio Blanquez, Eickeler Bezirksbürgermeister Arnold Plickert, Architekt Richard Schmalöer, Klaus Wlotzka (GF Heckmann Bauunternehmen), OB Dr. Frank Dudda und Franz Venker (Prokurist Heckmann Bauunternehmen).
Stellten die Pläne vor: (v.li.) SEG-Chef Achim Wixforth, Sparkasse Herne Vorstand Antonio Blanquez, Eickeler Bezirksbürgermeister Arnold Plickert, Architekt Richard Schmalöer, Klaus Wlotzka (GF Heckmann Bauunternehmen), OB Dr. Frank Dudda und Franz Venker (Prokurist Heckmann Bauunternehmen). Foto: Marcel Gruteser

Die geplanten Eckdaten: 120 Wohneinheiten, davon 15 Reihenhäuser, alles zur Miete. Zudem soll 25 Prozent als Sozialwohnungen sein, werden also öffentlich gefördert. Die Wohnungsgrößen sollen zwischen 60 und 110 Quadratmetern liegen. Das gesamte Grundstück hat 22.000 Quadratmeter, die Hälfte davon soll bebaut und mehrere Zugänge und Zufahrten sollen geschaffen werden.

Autos in der Tiefgarage

In der Mitte des derzeit „Urbanen Wohnquartiers Reichsstraße“ genannten Projekts soll eine zentrale Haupterschließungsachse entstehen, die aber hauptsächlich von Fußgängern und Radfahrern genutzt wird. Außerdem soll ein Café dort entstehen. Autos „verschwinden“ in einer Tiefgarage mit Aufzügen unter der Erde.

Stillgelegter Kunstrasenplatz an der Reichsstraße wird für Wohnbebauung umgewandelt.
Hier rollt kein Ball mehr: Der Kunstrasenplatz ist an mehreren Stellen schon zerstört und aufgerissen worden. Foto: Marcel Gruteser

Die Investionssumme wird vom Herner Sparkassenvorstand Antonio Blanquez auf rund 40 Millionen Euro beziffert. Das Herner und das Schwerter Kreditinstitut teilen sich diese Summe zu jeweils 50 Prozent auf. „Da es sich um ein Grundstück der Stadt bzw. SEG handelt, wollten wir hier aktiv werden, betreten aber in dieser Größenordnung gleichzeitig Neuland. Deshalb haben wir uns Partner gesucht“, sagte Blanquez. „Es ist uns ein Anliegen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“ Ferner sollen unter anderem die Stadtwerke Herne einbezogen werden.

Baustart ab 2023 möglich

Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda hofft, dass der neue Bebauungsplan im ersten Quartal 2022 in der Bezirksvertretung besprochen werden kann, sodass ab 2023 die Bagger rollen können. „Ich erwarte hier einen Aufschwung der Lebensqualität in Eickel“, so Dudda.

Stillgelegter Kunstrasenplatz an der Reichsstraße wird für Wohnbebauung umgewandelt.
Das kleine 3D-Modell zeigt die ersten Pläne: Konkret geht es um den Teil im Bereich Mitte oben des Bildes. Foto: Marcel Gruteser

SEG-Chef Achim Wixforth erläuterte, dass alle Häuser eine nachhaltige Ziegelsteinfassade erhalten sollen, dazu wird es Dachbegrünung geben, Hitzeinseln sollen vermieden werden - alles für den Klimaschutz eben. Im Zuge der Umbauten müssen zunächst auch die Bäume drum herum weichen, sie sollen aber anschließend neu gepflanzt werden, sagte Wixforth.

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