Horststadion - "unverzichtbare Tradition"

Swiatlak erzählt

Das Horststadion aus der Luft.
Das Horststadion aus der Luft. Foto: Markus Reddig
Karl-Heinz Swiatlak - ein Leben für den Sport.
Karl-Heinz Swiatlak - ein Leben für den Sport. Foto: Privat

Mit dem 83-jährigen Karl-Heinz Swiatlak, einem echten Holsterhauser Jungen, meldet sich ein Befürworter zum Erhalt des Horststadions zu Wort. Swiatlak spielte bereits 1948 er in der Schülermannschaft von DJK Arminia Holsterhausen und er erinnert sich: „ Vor dem Training kriegten wir erstmal eine Schüppe in die Hand und mussten helfen. Wir mussten die vorhandenen Bombenkrater einebnen. Die lagen hauptsächlich auf der Platzseite zum Nachtigallenweg“. Viele Helfer ermöglichten so erst, dass der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden konnte.

„Ich hatte ja schon Übung, da ich als Messdiener auch Steine aus der im Juli und November 1944 völlig zerstörten St. Franziskus Pfarrkirche klopfen und somit bei dem Neubau der heutigen Kirche am Aschebrock helfen konnte. Der Kirchturm und der angrenzende Gemeindesaal wurden aus den alten Steinen erbaut.“

Aus Bergbau- wurden Fußballschuhe

Mannschaft von DJK Arminia Holsterhausen.
Mannschaft von DJK Arminia Holsterhausen. Foto: Privat

„Mein Vater, der Johann Swiatlak, war im Bergbau beschäftigt, hatte aber Schuster gelernt. Anfangs hat er alte Bergmannsschuhe zu Fußballschuhen umgewandelt, indem er die Absätze entfernte und Lederstollen auf die Sohlen nagelte. Später als Ball- und Gerätewart hat er die Lederbälle eingefettet, Nähte nachgenäht und Fußballschuhe gepflegt, damit alles lange hielt. Wir wohnten im Schwalbenweg. Im Keller wurden für Fuß- Medizin- Schlagballbälle und andere Materialien Regale gebaut um alles zu lagern. Meine Mutter hat die Kluften in lila/weiß gewaschen und bei uns im Garten getrocknet. Irgendeine Kluft der verschiedenen Mannschaften hing immer im Garten.“

Sportlich zum Spiel

Mannschaft von DJK Arminia Holsterhausen.
Mannschaft von DJK Arminia Holsterhausen. Foto: Privat

Karl -Heinz Swiatlak erhielt 1953, nach jugendärztlicher Untersuchung durch Dr. Meier, die Spielerlaubnis für die Seniorenmannschaft. Er erinnert sich: „Zu den Spielen im Kreis sind wir immer mit dem Fahrrad gefahren, lediglich zu Auswärtsspielen nach Bochum-Linden oder Gelsenkirchen mit dem Auto. Dazu wurden auf der Ladefläche eines LKW Bänke genagelt, so das die Spieler während der Fahrt sitzen konnten.“

Umkleiden in der Kneipe

Karl-Heinz Swiatlak - ein Leben für den Sport.
Karl-Heinz Swiatlak - ein Leben für den Sport. Foto: Privat

Auch über die Umkleidemöglichkeiten bei Heimspielen muss man heute schmunzeln. Im Stadion selbst waren keine Umkleidekabinen. „Wir haben uns in der Gaststätte Kraft, die in der Horststraße neben der Bäckerei Hummernbrum (später Völkl) lag, umgezogen und konnten nach dem Spiel auch in einem kleinen Zwischengang duschen. Der Gastwirt Schrage hatte diese Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig wurde der Saal der Gaststätte auch von der Gemeinde St. Franziskus als Notkirche genutzt. So kam es vor, dass vor dem Spiel in der Gaststätte noch eine kirchliche Trauung stattfand.“

Nach seiner aktiven Zeit, die 1961 endete, war er noch als Schüler- und Jugendtrainer aktiv und erinnert sich noch gerne an die oft schwierige, aber auch schöne Zeit.

Sein Fazit: „Das Horststadion hat Tradition und ist für Holsterhausen unverzichtbar“.

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