'Herne steht zusammen'

Kostenlose Nachbarschaftshilfe für Mitbürger

Markus Redding im Gespräch mit Redakteur Marcel Gruteser.
Organisator Markus Redding (li.) im Gespräch mit Redakteur Marcel Gruteser. Foto: Carola Quickels

In Zeiten des Corona-Virus zeigen sich viele Herner und Wanne-Eickler solidarisch und unterstützen sich gegenseitig. So gründete sich am Samstag (14.3.2020) überFacebook die Bürgerinitiative Herne steht zusammen. In kürzester Zeit traten mehrere hundert Menschen der Gruppe bei. Rund 400 Mitglieder hatte die Facebook-Gruppe am Dienstagnachmittag (17.3.2020, 15 Uhr), zu der nur echte Profile zugelassen werden.

Das siebenköpfige Organisatoren-Team möchte Menschen kostenlos helfen, die zu Risiko-Gruppen gehören, beispielsweise ein geschwächtes Immunsystem haben oder über 65 Jahre alt sind. Es können sich aber auch Menschen melden, die aus anderen Gründen derzeit ihr Zuhause nicht verlassen können.

"Irgendwie muss man helfen", findet Mitorganisator Markus Reddig. Ziel der Gruppe ist, Personen einen normalen Alltag zu ermöglichen wie Einkäufe zu erledigen, Medikamente zu kaufen, mit dem Hund Gassi zu gehen und weitere Dinge. Dazu gehört auch, mit einsamen Menschen einfach per Telefon mal eine Runde zu quatschen, erläutert Reddig.

Bezüglich Einkäufen hält er fest: „Wir machen keine Großeinkäufe, sondern holen nur das Wichtigste. Wir wollen, dass die Grundversorgung gesichert ist.“ Ferner könnte man nicht überprüfen, ob jeder Anrufer wirklich nicht von zu Hause los könnte. „Aber wir hoffen, dass das niemand ausnutzt", sagt der 44-Jährige.

Herne steht zusammen
Herne steht zusammen Foto: FB/ Herne steht zusammen

Möglich sein soll das alles solange, wie die aktuelle Lage es nötig macht. Die ehrenamtlichen Organisatoren stehen allen Anrufern von Montag bis Donnerstag in der Zeit zwischen 9 und 18 Uhr unter der Rufnummer 0173 8986457 zur Verfügung. "Wenn wir merken, dass es mehr wird, werden wir es noch ausweiten. Allerdings brauchen wir ja auch etwas Zeit für uns selbst.

Wichtig ist Reddig folgendes: "Wir sagen den Anrufern bereits am Telefon, dass wir keine Bankkarte brauchen und sehen wollen, genauso wenig den passenden PIN dazu. Wenn jemand danach gefragt wird, sollte der Anrufer das uns bitte sofort melden." Für die Helfer gilt: Handschuhe müssen getragen werden, sie sollen außerdem Abstand halten und nicht die Wohnung betreten, daher wird der Einkauf auch vor der Wohnungstür abgestellt. Die Helfer treten beim Bezahlen der Einkäufe in Vorkasse und bringen den Kassenzettel dann zur Person. Die übergibt dann den Einkaufswert in Bar dem Helfer.

Arztpraxen und Apotheken hätten den unten stehenden Flyer sehr erfreut aufgenommen und direkt an Türen aufgehangen, erläutert Reddig. Geschäfte des Herner Einzelhandels seien da noch skeptischer, erzählt der Fotograf. "Wir hoffen, dass sich das noch durch mehr Bekanntheit ändert. Wir wollen mit der Aktion nur helfen."

Den Flyer der Gruppe zum Ausdrucken und Aufhängen gibt es hier zum Download.

Autor: