Großer Andrang für Corona-Schnelltests

Autoschlangen auf Crange-Gelände bei Hospitrans-Testzentrum

Schnelltest-Zentrum von Hospitrans auf dem Gelände der Cranger Kirmes.
Einmal testen bitte: Die HospiTrans-Mitarbeiter am Cranger Kirmesplatz. Foto: Fabian Dobbeck

Nach rund vier Stunden war mal kurz Zeit zum Verschnaufen. Torsten Kondylis konnte sich mal eben die FFP2-Maske abziehen und ein paar Züge an der E-Zigarette nehmen. Dann kam auch schon wieder das nächste Auto. Das Ziel: Das Corona-Schnelltestzentrum der Firma HospiTrans auf dem Gelände der Cranger Kirmes. Die Schnelltests werden als sogenannte Bürgertests, wie an weiteren Orten in der Stadt, dort seit Montag (15.3.2021) nach vorheriger Terminvergabe kostenlos angeboten und durchgeführt (halloherne berichtete).

Nach wenigen Minuten erhalten dann die Testpersonen ein Ergebnis oder können dies über einen QR-Code am Smartphone digital abfragen, nach zwei Minuten ist schon eine Tendenz zu erkennen, nach 15 alles eindeutig. Ist es negativ, ist alles prima.

„Bei einem positiven Schnelltest haben wir die Erlaubnis, im Anschluss einen PCR-Test durchzuführen. Dieser wird einmal am Tag von einem Labor abgeholt und das Ergebnis ist nach einem Tag abrufbar“, erläutert HospiTrans-Chef Klaus Möllmann, der für die Wartezeit auf den Laborbefund allen vorläufig positiv getesteten eine freiwillige Absonderung empfiehlt - verpflichtend ist das jedoch nicht. „Ist die Person mit dem PCR-Test immer noch positiv, setzt sich sofort das Gesundheitsamt mit ihr in Verbindung und spricht dann die Quarantäne und weitere Maßnahmen aus.“

Schnelltest-Zentrum von Hospitrans auf dem Gelände der Cranger Kirmes. Schnelltest-Zentrum von Hospitrans auf dem Gelände der Cranger Kirmes. Schnelltest-Zentrum von Hospitrans auf dem Gelände der Cranger Kirmes. Schnelltest-Zentrum von Hospitrans auf dem Gelände der Cranger Kirmes.

Hospitrans Schnelltestzentrum Crange

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Wichtig: Keiner darf ohne vorherige Anmeldung zum Test hin. „Wir brauchen die Kontaktdaten, um im positiven Fall diese Daten ans Gesundheitsamt weiterzuleiten. Jedes Mal erst Namen und Adresse aufschreiben, das würde zu zeitlichen Verzögerungen führen“, merkt Möllmann an.

Bei einem Testlauf am Samstag (13.3.2021) wurden am ganzen Tag 140 Tests durchgeführt, beim Pressetermin waren am Montag (15.3.2021) um ungefähr 12 Uhr 140 Tests schon absolviert. Benutzt werden hochwertige Tests der Firma Roche. Die Testzeiten sind von Montag bis Samstag zwischen 8 und 17 Uhr. Für das HospiTrans-Angebot gibt es die Anmeldung unter www.test-herne.de, für kostenpflichtige Schnell- und PCR-Tests gibt es einen Drive-In an der Ecke Westring / Behrensstraße (halloherne berichtete), eine Übersicht über alle Angebote hat die Stadt Herne unter www.herne.de/corona erstellt.

Schnelltest-Zentrum von Hospitrans auf dem Gelände der Cranger Kirmes.
Im Wagen vorne rechts werden die Proben untersucht, von links kommen die Fahrzeuge zum Termin. Foto: Fabian Dobbeck

Ob, von wem und wie viel Geld Möllmann für die Kapazitäten erhält, weiß er noch nicht. Eine erste Rechnung mit einem „angemessenen Betrag pro Test“ an die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) schickte er schon am Wochenende, als Reaktion folgte ein zügiger und überraschter Anruf, aber noch keine Antworten.

Fälle bei der Arbeit: Nun mal testen lassen

Zurück zum Cranger Kirmesplatz, der im leichten Regen trostlos wirkt: Ein Mann fährt mit seiner Partnerin im Auto vor. „Bei meiner Arbeit gab es mehrere positive Fälle, daher wollte ich mich nun mal testen lassen, ob ich auch infiziert bin“, sagt der Mann. Seine Beifahrerin ergänzt: „Wir wohnen zusammen, daher bin ich direkt mitgekommen.“

Schnelltest-Zentrum von Hospitrans auf dem Gelände der Cranger Kirmes.
Ein Mitarbeiter mit dem Corona-Schnelltest der Firma Rosch. Foto: Fabian Dobbeck

Ein älterer Herr steigt kurz danach aus seinem Auto aus. „Sie können im Auto sitzen bleiben“, ruft Klaus Möllmann, „aber sind Sie auch angemeldet?". Der Mann zuckt mit den Schultern: "Ich wollte zum Test mit meiner Frau. Ist eine Anmeldung notwendig? Wir haben doch kein Internet.“ Möllmann muss den Herrn daher leider abweisen. Währenddessen fährt ein weiteres Ehepaar im Auto vor, hier ist im Vorfeld alles erledigt worden. „Wir wollen mal wieder die Kinder und Enkel sehen“, sagt der Mann und kann nach zwei Minuten ruhigen Gewissens schon wieder nach Hause fahren - der Test war negativ.

Mit noch mehr Andrang in nächster Zeit rechnet HospiTrans-Mitarbeiter Kondylis. „Samstag war schon extrem und am Montagmorgen noch mehr. Ich glaube, das wird sich nicht legen, sondern eher ansteigen, wenn es bekannter wird.“ Dann muss er wieder seine Maske aufziehen, das nächste Auto rollt schon heran.

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