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Die großformatigen „Zeitenflächen“ offenbaren den häufig jahrelangen Entstehungsprozess der Werke Doris Brücks.

Doris Brück im Kunstpunkt

Geheim – versteckt – ermalt

Gisela Schulte vom Herner Künstlerbund spricht einführende Worte auf der Vernissage der Ausstellung „Zeitenflächen und Gesten“ mit Gemälden von Doris Brück am Sonntag, 5. März 2023, um 11.30 Uhr im HKB-Kunstpunkt neben dem Sodinger Bunker an der Mont-Cenis-Straße 296.

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Die freischaffende Malerin, 1954 in Mülheim/Ruhr geboren, hat Malerei bei Andreas Durrer und Greet Helswen vom Netzwerk Basel sowie am Novalis Hochschulverein Kamp-Lintfort studiert – und auch noch den Magister in Erziehungswissenschaft gemacht. Das war in Heidelberg, was insofern von Bedeutung ist, dass sich Doris Brück, Mitglied des Herner Künstlerbundes seit fünf Jahren, mit ungewöhnlichen Fragestellungen (Stichwort: „Dynamische Urteilsbildung“) auseinandersetzt. Und zwar sowohl theoretisch als auch praktisch, etwa mit Pflanzenfarben an einer ehemaligen Wattenscheider Studienstätte.

Die freischaffende Mülheimer Künstlerin Doris Brück neben ihrem 2020 entstandenen Acryl-Bild „Ufer“.

Jahresringe

Doris Brück vergleicht die Entstehung ihrer Bilder mit den Jahresringen bei Bäumen: Es braucht immer wieder eine lange Zeit, bis ihre Gemälde, im Grundsatz Acryl auf Leinwand, aber auch um Tusche ergänzt, den gewünschten Reifegrad erreichen. Immer wieder beginnt sie Arbeiten, die sie dann ruhen lässt. Um sie sich, in der Spitze erst nach mehreren Jahren, erst viel später wieder vorzunehmen. Wobei es häufiger passiert, dass sie das Ausgangsmotiv ganz aus dem Blickfeld verloren hat.

Das zeigt sich besonders deutlich an den drei „Zeitenflächen“ betitelten Gemälden linkerhand im Eingangsbereich der Galerie. Schichten hinzugefügter Linien, Gesten und Flächen zeugen von diesem Work-in-Progress. Sie verdecken, verstecken oder steigern frühere Bildelemente. So entsteht ein Wechselspiel von Dauer und Flüchtigkeit: Geheim – versteckt – ermalt.

Herz, Hand und Verstand

„Die Arbeiten sind ein partieller Abschied davon, dass eine malerische Arbeit aus einer fertigen Vorstellung zu einem Bild wird“, so Doris Brück. „Die fertige Vorstellung verschwindet zu Gunsten eines Dialogs mit dem entstehenden Bild. Es gibt ein Motiv, einen Impuls zu beginnen, d.h. ich male und lasse die Arbeiten entstehen mit Herz, Hand und Verstand. Das ursprüngliche Motiv wird weiterentwickelt oder verwandelt. Oder auch beides, vielleicht zurückgeführt auf die Ursprungsidee, aber nun auf einer neuen Ebene.“

„Megalitisch“ ist der Titel dieser abstrakten, durch die vielfältige Farbgebung spannungsreiche Acryl-Arbeit.

Landschaften

Reisen inspirieren Doris Brück häufig zu ihren Bildern. „Le fleuve imaginair“ etwa liegt in Südfrankreich: unter dem ausgetrockneten Flusstal gibt es noch Wasser, aber es bleibt unsichtbar. „Gorran Haven“ ist inspiriert durch die raue Landschaft Cornwalls an der südwestlichen Spitze Englands. Durch Hinzufügung farbiger Tusche entstehen lasierende, an Aquarelle erinnernde Farben. Abstoßungsprozesse durch die Verwendung unterschiedlicher Bindemittel setzen weitere Akzente.

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Die Ausstellung „Zeitenflächen und Gesten“ ist nach der Eröffnung am 5. März 2023 um 11:30 Uhr noch bis zum 2. April 2023 mittwochs und sonntags jeweils zwischen 15 und 18 Uhr zu sehen in der Galerie Kunstpunkt des Herner Künstlerbundes HKB ’90 an der Mont-Cenis-Straße 296.

Vergangene Termine (1) anzeigen...
  • Sonntag, 5. März 2023, um 11:30 Uhr
Vergangene Termine (8) anzeigen...
  • Mittwoch, 8. März 2023, von 15 bis 18 Uhr
  • Sonntag, 12. März 2023, von 15 bis 18 Uhr
  • Mittwoch, 15. März 2023, von 15 bis 18 Uhr
  • Sonntag, 19. März 2023, von 15 bis 18 Uhr
  • Mittwoch, 22. März 2023, von 15 bis 18 Uhr
  • Sonntag, 26. März 2023, von 15 bis 18 Uhr
  • Mittwoch, 29. März 2023, von 15 bis 18 Uhr
  • Sonntag, 2. April 2023, von 15 bis 18 Uhr
| Autor: Pitt Herrmann