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Die Hernerin Petra Katharina Engel stellt aus mitgebrachten Erden und Steinen Pigmente her, die mit passenden Substanzen vermengt zu Tiefdruck-Farben mutieren.

Petra Katharina Engel im Kunstpunkt

Eine Hand voll Erde(n)

Alles begann mit Madagaskar, ihrer Lieblingsinsel seit dem Erdkunde-Unterricht in der Schule. Eine liebe Kollegin brachte der 1956 in Herne geborenen Diplom-Heilpädagogin Petra Katharina Engel, Druckgrafik-Schülerin der Bochumerin Barbara Grosse an der Ruhr-Universität Bochum, ein Filmdöschen der charakteristischen roten Erde von der vor der afrikanischen Südostküste gelegenen Insel mit.

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Das war vierzig Jahre nach ihrem Schul-Erlebnis – und zugleich der Anfang eines künstlerischen Projektes. Petra Katharina Engel nutzte einen Teil der Erde zur Herstellung des Farbpigments für ihre farbige Radierung „Madagaskar – Baobab“ mit dem Motiv der gewaltigen Affenbrotbäume. Den Rest der Erde hat sie in einem Mini-Reagenzglas am Rahmen befestigt.

Eröffnung am 12. November

„Geschützt“ lautet der Titel dieser Skulptur aus Sandstein, der sich schützend um die aus 1046 Bricks genannten Klemmbausteinchen gebildete Erdkugel wölbt.

Zahlreiche Radierungen der Ausstellung „Eine Hand voll Erde(n)“, die am Sonntag, 12. November 2023, um 11:30 Uhr in der Galerie Kunstpunkt des Herner Künstlerbundes eröffnet wird, zeigen typische Landschaften der Gebiete, aus denen die Erden stammen. So der Felsen Ayers Rock des Inselbergs Uluru, das Wahrzeichen der australischen Ureinwohner Aborigines.

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  • Sonntag, 12. November 2023, um 11:30 Uhr

Die Grautöne des Lavasteins Lanzarotes lassen den vulkanischen Ursprung der Kanarischen Insel erkennen. Mit Stößel und Mörser bearbeitet Petra Katharina Engel im Normalfall die ihr mitgebrachten Erden, um sie zu pulverisieren und als Farbpigmente auf Zink- oder Kupferplatten zu verwenden. Manchmal wird aber auch ein großer Hammer benötigt oder gar eine Kaffeemühle mit Schlagwerk, wie beim harten Gesteinsbrocken vom höchsten Punkt Deutschlands, der Zugspitze.

Kunst durch Weichgrundätzung

Die Hernerin bevorzugt die Vernis mou genannte Weichgrundätzung. Dabei wird ein wachsweicher Säureschutz auf die Druckplatte aufgebracht. In diesen „weichen Grund“ kann man zeichnen, so etwa das neuseeländische Nationaltier Kiwi, oder strukturierte Gegenstände pressen, deren Oberflächenstruktur den Lack abhebt und zur Ätzung freilegt.

Aber auch andere künstlerische (und Säure-) Techniken sind im Kunstpunkt neben dem Sodinger Hochbunker zu sehen, darunter Kaltnadelradierung, Strichätzung und die auch Aquatinta genannte Tuschätzung. Bei einer Handvoll gezeigter Arbeiten handelt es sich um Fotoradierungen: Dabei wird die Metallplatte mit einer hauchdünnen fotoempfindlichen Schicht überzogen, die durch Belichtung gehärtet wird.

Auf den Bilderrahmen der Radierungen befinden sich in kleinen Reagenzgläsern Reste der Erden, hier aus Lanzarote und der Westküste Dänemarks, aus denen Petra Katharina Engel Pigmente für tiefdruckfähige Farben gewonnen hat.

Nur eine Lithographie

In der Radierung „Istanbul bei Nacht“ hat Petra Katharina Engel Blattgold verwendet, um aus der Perspektive des Alls die Lichtverschwendung deutlich zu machen. Dass sich mit „Mein Bäumchen“, welches übrigens im kleinen Dörfchen Niederlauken im Hochtaunus steht, nur eine Lithographie in der Ausstellung befindet, hat seinen Grund darin, dass es nur noch ganz wenige Betriebe wie Letter in Coesfeld gibt mit einer Steindruckpresse.

Die anderen Radierungen presst die Hernerin auf Kupferdruck-Bütten im eigenen Atelier. Wo auch die einzige Skulptur der ungewöhnlichen, äußerst sehenswerten Ausstellung entstand: „Geschützt“ besteht aus Sandstein und einem Globus aus 1046 Bricks, kleinen farbigen Klemmbausteinen.

Darstellung der Natur

„Meine Vorlieben gelten der Beschäftigung mit und der Darstellung der Natur in ihrer Schönheit und Zerbrechlichkeit. Ich versuche Stimmungen einzufangen, Aussagen und Emotionen darzustellen und dem Betrachter zugänglich zu machen“, so die Hernerin. „Ich arbeite durchaus gegenständlich, es gibt aber immer wieder Ausflüge in abstraktere Darstellungsweisen. Gerne kombiniere ich beide Bereiche.“

Die Ausstellung „Eine Hand voll Erde(n)“ wird am Sonntag, 12. November 2023, um 11:30 Uhr eröffnet und ist danach noch bis zum 10. Dezember 2023 jeweils mittwochs und sonntags zwischen 15 und 18 Uhr in der Galerie Kunstpunkt des Herner Künstlerbundes an der Mont-Cenis-Straße 296 in Herne-Sodingen zu sehen. Zur Vernissage führt Petra Katharina Engel selbst in ihr Werk ein, außerdem erscheint ein Katalog.

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  • Mittwoch, 15. November 2023, von 15 bis 18 Uhr
  • Sonntag, 19. November 2023 bis 18 Uhr
  • Mittwoch, 22. November 2023, von 15 bis 18 Uhr
  • Sonntag, 26. November 2023, von 15 bis 18 Uhr
  • Mittwoch, 29. November 2023, von 15 bis 18 Uhr
  • Sonntag, 3. Dezember 2023, von 15 bis 18 Uhr
  • Mittwoch, 6. Dezember 2023, von 15 bis 18 Uhr
  • Sonntag, 10. Dezember 2023, von 15 bis 18 Uhr
| Autor: Pitt Herrmann
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