Die Evolution des „Buhre-Menschen“

Der Künstler Jürgen Buhre

Jürgen Buhre.
Jürgen Buhre. Foto: Wolfgang Quickels

In Zeiten des coronabedingten Stillstands der Kultur hat sich der Förderverein der Kulturbrauerei Eickel ein virusfreies Digitalisierungs-Konzept ausgedacht (halloherne berichtete) und erstellt Video-Portraits von Künstlern. Das neue Video-Projekt stellt den Künstler Jürgen Buhre vor. Der 56-jährige Gelsenkirchener Jürgen Buhre, der seit 35 Jahren malt, hat seit über 20 Jahren sein Atelier in der Künstlerzeche Unser-Fritz und sagt über sich: „Ich bin eine reiner Gefühlsmensch.“ Das wird auch in seinen Werken sichtbar.

In den Mal-Anfängen gab Jürgen Buhre seinen Werken keine Namen, das hat sich geändert, weil er der Meinung ist: „Was man nicht kennt, lehnt man schnell ab.“ Mittlerweile nennt er seine Werke: Janus, Engel, Der Wächter oder auch Zuneigung. „Die Titel sind bitte als Hinweise zu verstehen und sollten nicht überbewertet werden.“

2012/13 vermittelte ihm der Kunstverein Düsseldorf ein zwei monatiges Stipendium an der Cité internationale des Arts in Paris. An der Cité werden keine Studenten aufgenommen sondern ausschließlich Künstler - aus aller Welt und allen Disziplinen. Sie alle nutzen dort die Möglichkeit zur Weiterbildung und zur Entwicklung. Der Maler Buhre entdeckte dort eine neue Art Bilder zu schaffen - Reliefbilder. Seine bunt befleckten Mal-Lappen arbeitet er seit Paris in seine Bilder ein und verleiht ihnen somit eine noch stärkere Struktur.

Der Maler Jürgen Buhre im Atelier an der Künstlerzeche Unser-Fritz.
Der Maler Jürgen Buhre im Atelier an der Künstlerzeche Unser-Fritz. Foto: Privat

Aber Jürgen Buhre, der, wenn man ihn nach seinem Beruf fragt, antwortet - „Ich bin Maler!" - ist nicht nur Maler ausdrucksstarker Bilder, Buhre ist auch Bildhauer. Er ist Erschaffer von Draht- und Rohrskulpturen denen er Namen gibt wie: Zeus, Rote Sünde, Kleine Liegende oder auch Unterwerfung. In dem vorliegenden Video kommt der Maler und Bildhauer Buhre zu Wort. Gemeinsam mit Prof. Dr. Volker Eichener erläutert er die Entwicklung seiner abstrakten Figuren, die er auf Leinwände bringt und zu Draht- und Rohrskulpturen formt.

Die Evolution

Seine Werke muten minimalistisch an, sind aber stets voll emotionalen Ausdrucks. Fünf Werkphasen machen die Evolution aus: (1) 1. Strichfigurationen, die in pastöse Farbkrusten eingeritzt werden, 2. kompakte Figuren und Köpfe, 3. reliefartige Stoffarbeiten, 4. dreidimensionale Drahtskulpturen und 5. massive Skulpturen aus Rohren und Bronzeguss.

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