DB baut elektronisches Stellwerk aus

Vollsperrung über Pfingsten erfordert Umleitungen

Deutsche Bahn Symbolbilder
Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Die Deutsche Bahn (DB) nimmt in knapp vier Wochen, am Dienstag, 26. Mai 2021, um 5 Uhr, die 2. Ausbaustufe des Elektronischen Stellwerkes (ESTW) Duisburg nach rund drei Jahren Bauzeit in Betrieb. Das neue, hochmoderne Stellwerk löst die alten Stellwerke in Mülheim-Styrum und Essen West ab. Es sorgt auf der hochausgelasteten Eisenbahnstrecke für mehr Qualität und mehr Flexibilität im Zugverkehr. Die DB hat das umfangreiche Bauprogramm überwiegend „unter rollendem Rad“ bewältigt. Auf einem Abschnitt von rund 20 Kilometern hat die DB 600 Kilometer neue Kabel verlegt, 24 Kilometer Kabelkanäle gebaut und 160 Querungen für Kabel unter den Gleisen gezogen. Außerdem hat die DB 178 Signale aufgestellt und 29 Weichenantriebe erneuert. Insgesamt hat die DB rund 90 Millionen Euro für eine starke Schiene und moderne Stellwerkstechnik für die Strecke zwischen Essen und Duisburg investiert.

„Wir bauen gemeinsam ein neues Netz für Deutschland – und das neue Elektronische Stellwerk ist ein wichtiges Puzzlestück“, so Björn Schniederken, Projektleiter der DB Netz für das ESTW. „Der Puls kurz vor der Inbetriebnahme läuft noch einmal hoch, aber wir sind bestens vorbereitet.“

Ein letztes Mal muss die Eisenbahnstrecke zwischen Essen und Duisburg in beide Richtungen für das neue ESTW gesperrt werden, bevor es in Betrieb gehen kann. In nur fünf Tagen muss die DB alle alten Signale abbauen und die neuen Signale und Weichen an die neue Technik anbinden. Außerdem werden vier neue Weichen in Mülheim-Heißen in Betrieb genommen. Sie bieten künftig mehr Fahr- und Überholmöglichkeiten auf dem Streckenabschnitt. Um sämtliche Weichen und Signale in allen denkbaren Fahroptionen zu testen, müssen noch umfangreiche sogenannte „Inbetriebnahmefahrten“ durchgeführt werden. Sie gewährleisten, dass der Zugbetrieb auf dieser wichtigen Hauptstrecke zuverlässig mit der neuen Technik funktioniert.

Aufgrund der Inbetriebnahme werden die Gleise zwischen Duisburg und Essen voll gesperrt. Auch die Gleise zwischen Mülheim-Styrum und Oberhausen Hbf, zwischen Essen West und Bottrop stehen nicht für den Eisenbahnverkehr zur Verfügung.

Die betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) DB Regio NRW, Abellio Rail NRW GmbH, NordWestBahn und National Express setzen in Abstimmung mit der DB Netz und dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) weitestgehend die aus den vergangenen Sperrungen bewährten Ersatzkonzepte um, um die Auswirkungen auf die Bahnkunden so gering wie möglich zu halten. Es werden Niederflur-Gelenkbusse und teilweise auch Schnellbusse in dichtem Takt eingesetzt. So wird es beispielsweise in Essen Hbf stündlich bis zu 22 Abfahrten geben.

Änderungen im Zugverkehr

Fernverkehr: Alle Fernverkehrszüge werden entweder zwischen Duisburg und Dortmund über Gelsenkirchen oder alternativ direkt von Köln bzw. Düsseldorf über Wuppertal bis Dortmund umgeleitet. Die Halte Essen Hbf, Bochum Hbf und Mülheim/Ruhr Hbf entfallen. Ersatzhalt hierfür ist teilweise Gelsenkirchen. Hierdurch kann es zu Fahrzeitverlängerungen und anderen Abfahrtszeiten kommen.

Regionalverkehr: Die Züge der Abellio Linie RE 1 (RRX) und der National Express Linie RE 6 (RRX) werden zwischen Dortmund Hbf und Duisburg Hbf umgeleitet und halten nicht in Bochum Hbf, Wattenscheid, Essen Hbf und Mülheim/Ruhr Hbf.

Alternativ halten die Züge in Herne, Gelsenkirchen Hbf, Essen-Altenessen und Oberhausen Hbf.

Die Linie RE 2 (DB Regio NRW) und die Abellio Linie RE 11 (RRX) fallen zwischen Essen Hbf und Düsseldorf Hbf aus. Aufgrund von weiteren Arbeiten zwischen Bochum Hbf und Essen Hbf fahren sämtliche Züge über die S-Bahnstrecke.

Dadurch entfällt im gesamten Zeitraum für die Linie RE 11 der Halt Wattenscheid. Ersatzhalt ist Wattenscheid-Höntrop. Die Linien RE 42 (DB Regio NRW) und RB 33 (DB Regio NRW) fallen zwischen Essen Hbf und Duisburg Hbf aus. Die Züge der RE 14 (NordWestBahn) fallen zwischen Essen-Steele und Bottrop Hbf und am 23. Mai auf dem Streckenabschnitt zwischen Essen Hbf und Dorsten aus. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wird eingerichtet.

Die Züge der Linie RB 32 (Abellio) fallen jeweils von 6 bis 22 Uhr zwischen Dortmund Hbf und Duisburg Hbf aus. Die Linie RE 49 (Abellio) fällt zwischen Essen-Steele und Wesel aus. Ein SEV ist eingerichtet, der zwischen Essen Hbf und Oberhausen Hbf ohne Zwischenhalte verkehrt. Auf den übrigen Abschnitten sind die Züge regulär unterwegs.

S-Bahnverkehr: Die Züge der S 1 (DB Regio NRW) fallen zwischen Essen Hbf und Duisburg Hbf aus.

Die Züge der S 3 (Abellio) fallen zwischen Essen Hbf und Oberhausen Hbf aus. Die Züge der Linien S 2 (Abellio) und S 6 (DB Regio NRW) verkehren weiterhin regulär. Letztere ermöglicht allen Reisenden Fahrten im 20-Minuten Takt zwischen Essen und Düsseldorf.

Ab Montag, 24. Mai 2021, 20:15 Uhr, kommt es allerdings zu nächtlichen Teilausfällen zwischen Kettwig und Essen Hbf sowie tagsüber zu Haltausfällen in Essen-Stadtwald in Richtung Essen Hbf aufgrund von Bahnsteigarbeiten in Essen-Stadtwald.

Die S 9 (Abellio) fällt zwischen Essen Hbf und Essen-Dellwig Ost aus. Hier verkehrt der SEV im S-Bahn-Takt. In Tagesrandlagen verkehren einige Busse bis/ab Bottrop Hbf. Am 23. Mai bis ca. 15 Uhr fahren die SEV-Busse darüber hinaus bis Haltern/Recklinghausen, dann verkehren keine Züge nördlich von Essen Hbf auf der S 9. Von der Maßnahme betroffene Zeitkartenkunden mit Zeitkarten der Preisstufen B und C, die Essen oder Duisburg im Geltungsbereich ihres Tickets haben, können ohne Zuzahlung alle Umleitungsstrecken befahren.

Die Fahrplanänderungen sind in den Online-Auskunftssystemen der Deutschen Bahn enthalten und werden über Aushänge an den Bahnsteigen bekannt gegeben. Außerdem sind sie unter www.bauinfos.deutschebahn.com/nrw und über die App „DB Bauarbeiten“ abrufbar.

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