Bündnis nimmt Stellung

Zu den Vorfällen nach dem Ende des Demonstrationsgeschehens in der Herner Innenstadt, am vergangenen Dienstag (8.10.2019), schreibt das "Herner Bündnis":

Demonstration gegen den Aufmarsch von Rechtsextremen getarnt als Spaziergang
Das Herner Bündnis positioniert sich. Foto: halloherne

„Auch am vergangenen Dienstag (8.10.2019) fand die wöchentliche Demonstration der lokalen Neonazi-Szene Hernes statt. Wie schon in den Wochen zuvor waren wir vom Bündnis Herne überwältigt von den äußerst kreativen und zahlreichen Gegenprotesten. Das Engagement und die Zivilcourage hunderter Herner beeindruckt uns jedes Mal aufs Neue. Neben dieser erfreulichen Nachricht gibt es leider auch besorgniserregende Neuigkeiten: Die Rechtsextremisten zeigen nach und nach ihre gewaltätige Fratze, die sich unter ihrer Maske der “Besorgnis“ versteckt: Etwa eine halbe Stunde nach Auflösung aller Veranstaltungen zog eine - zum Teil vermummte - und mit Quarzhandschuhen bewaffnete Truppe aus etwa 15 Neonazis über die Herner Bahnhofstraße. Am Robert-Brauner-Platz waren eine kleine Gruppe unseres Bündnisses und einige Sympathisanten noch mit den letzten Aufräumarbeiten und abschließenden Gesprächen beschäftigt, als die Neonazis eintrafen. Hier eskalierte die Situation. Als erste unmittelbare Provokation wurde gegen das gerade beladene Fahrzeug eines Bündnisteilnehmers getreten. Anschließend versuchten sie, uns durch Pöbeleien und Beleidigungen zu provozieren. Nach und nach wurden sie immer aggressiver, näherten sich uns zum Teil bis auf wenige Zentimeter und drohten lautstark mit Gewalt. Sie bedrängten und bedrohten Personen, die gerade mit dem polizeilichen Notdienst telefonierten. Während der Auseinandersetzung schlugen sie einer Frau das Handy aus der Hand.

Der Hauptagressor der Gruppe war nach gesicherten Informationen ein überregional bekannter und gewaltbereiter Neonazi aus Wuppertal. Die weiteren Personen konnten größtenteils als Zugehörige der Herner Neonazi- und Hooligan-Szene und als Teilnehmer der rechtsextremen Demonstration identifiziert werden. Die zum Teil deutlich alkoholisierten Neonazis hatten bereits auf dem Weg zum Robert-Brauner-Platz Teilnehmer der Gegenproteste angepöbelt; nach der Eskalation auf dem Platz setzten sie ihren Weg nicht etwa fort, sondern zogen in die Richtung ab, aus der sie gekommen waren. Das macht deutlich, dass es sich hier um eine gezielte Aktion gehandelt hat: Es ging ganz bewusst um Provokation und Eskalation bis hin zu Gewalttätigkeiten. Lediglich der Umstand, dass wir bereits offensichtlich mit der Polizei in Kontakt standen, hat wahrscheinlich Schlimmeres verhindert. Trotz dieser zunehmenden Gewaltbereitschaft der wöchentlich demonstrierenden Rechtsradikalen lassen wir uns nicht einschüchtern. Wir treten weiterhin für ein solidarisches, tolerantes und weltoffenes Herne ein. Die zahlreiche und positive Resonanz der Herner Menschen sowie der breite und vielfältige gesellschaftliche Protest gegen die Neonazis geben uns Recht. Bis nächsten Dienstag, liebe Herner!"

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