CDU sieht dringenden Handlungsbedarf
Bildung scheitert oft an Sprache
Fehlende Deutschkenntnisse entscheiden in Herne immer mehr über Bildungschancen. Wer dem Unterricht sprachlich nicht folgen kann, verliert schnell den Anschluss. Klassenwiederholungen, Schulwechsel oder ein Schulabgang ohne Abschluss sind häufig die Folge. Darauf macht Markus Mähler, Sprecher der CDU im Herner Schulausschuss, mit Blick auf den Bildungsbericht 2025 aufmerksam.
„Der Bildungsbericht zeigt klar: Sprachdefizite sind das größte Bildungshemmnis in unserer Stadt“, betont Mähler. Besonders besorgniserregend sei, dass fast jedes zehnte Kind die Schule ohne Abschluss verlässt. „Das ist für die jungen Menschen eine massive Belastung – und für Herne als Wirtschafts- und Bildungsstandort ein echtes Zukunftsrisiko.“ Viele Kinder kommen bereits mit deutlichen sprachlichen Rückständen in die Schule. Sie verstehen Aufgaben nicht, erleben Frust statt Erfolg und bleiben weit unter ihren Möglichkeiten. „Ohne sichere Deutschkenntnisse wird Lernen zum Hürdenlauf mit Bleirucksack“, bringt es Mähler auf den Punkt.
Trotz engagierter Lehrkräfte und positiver Entwicklungen im Bildungsbereich reiche das bislang nicht aus. Notwendig sei eine deutlich stärkere, früh ansetzende Sprachförderung: verbindlich, kontinuierlich und über alle Bildungsstationen hinweg – beginnend in den Kitas und fortgeführt an den weiterführenden Schulen. Mit den geplanten ABC-Klassen setzt das Land Nordrhein-Westfalen neue Maßstäbe und macht genau den richtigen Schritt, um Kindern einen besseren Start zu ermöglichen und Bildungserfolge langfristig zu sichern.
Bürgermeisterin Bettina Szelag, ebenfalls für die CDU im Schulausschuss, und Markus Mähler sehen darüber hinaus strukturelle Ursachen, die Lernen erschweren: „Überfüllte Klassen, große Schulstandorte und eine stark belastete Schülerschaft setzen Schulen unter enormen Druck. Wir müssen gezielt entlasten – durch mehr Schulraum, kleinere Klassen und bessere Rahmenbedingungen für erfolgreiches Lernen.“