BI 'Dicke Luft' zum Brand bei Suez

Stellungnahme

Brand bei Suez am 9.9.2020
Brand bei Suez. Foto: Gerd Kalus

Die Bürgerinitiative (BI) Dicke Luft nimmt wie folgt Stellung zum Brand bei der Firma Suez:

„Am Mittwoch (9.9.2020) ist um 11:15 Uhr ein Störfall bei der Firma Suez eingetreten, ein Ereignis, vor dem wir immer gewarnt haben. Was genau passiert ist und welche Ausmaße und Auswirkungen der Brand hatte, wissen wir noch nicht genau. Offizielle Angaben vom Betreiber und den Behörden sind allgemein und beruhigend gehalten. Man spricht von einem kleinen Brandherd, der schnell gelöscht werden konnte, weil sich die Feuerwehr nach einem Fehlalarm zufällig gerade vor Ort befand. Das allein klingt schon mehr als unglaubwürdig. Und es gibt Fakten, die mit einem kleinen harmlosen Brandgeschehen, nicht in Übereinstimmung zu bringen sind.

Noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr nach dem „Fehlalarm“ waren in regelmäßigen Abständen sehr laute Pfeifgeräusche zu hören, die auf einen massivem Druckablass an der Anlage schließen lassen. Einen solchen Druckablass gab es in der Vergangenheit mal vereinzelt in der Nacht, aber nicht wie gestern mindestens 15 mal hintereinander (Videoaufzeichnung vorhanden).

Der Einsatz der Feuerwehr dauerte über sechs Stunden. Die Feuerwehr war mit über zehn Fahrzeugen und teilweise mit mehr als 30 Einsatzkräften beschäftigt. Bis in den späten Nachmittag kamen Sonderfahrzeuge mit Blaulicht und Sirene zur Unglücksstelle gefahren. Es wurde ein Dekontaminierungszelt aufgebaut und einige Wehrleute trugen ABC-Schutzausrüstung. Das alles für einen kleinen, schnell gelöschten Brand?

Darüber hinaus wurde die Umgebung für viele Stunden weitreichend abgesperrt und ein Versorgungszelt aufgebaut, in dem Anwohner, die nicht zu ihren Wohnungen konnten, mit Nahrung versorgt wurden. Über die regionalen Medien wurde die Bevölkerung aufgefordert, die Wohnungen nicht zu verlassen und die Fenster nicht zu öffnen. Der Recyclinghof Herne wurde geschlossen.

Ab 11:30 Uhr waren Mitglieder unserer BI vor Ort und mussten feststellen, dass die Einsatzkräfte zum Teil ratlos wirkten. Es wurden immer wieder Gespräche mit dem Geschäftsführer der Firma Suez geführt, Pläne begutachtet und immer wieder diskutiert. Es wurde das Dekontaminierungszelt aufgebaut und jede Menge Schläuche verlegt. Um 12:45 Uhr mussten wir die Unfallstelle wegen Rauchgefahr verlassen, bis zu diesen Zeitpunkt waren keine Löscharbeiten erkennbar.

Die BI wird Antworten von der Bezirksregierung auf die Fragen verlangen, wie genau es zum Brand in der Anlage gekommen und wie stark die Bevölkerung gefährdet war. Wir werden Einsicht in die Messprotokolle verlangen, um uns Klarheit über ausgestoßene Schadstoffe zu verschaffen.

Sicherheitsbedenken, die von unserer Seite geäußert wurden, haben Suez und die Bezirksregierung immer vom Tisch gewischt. Aber gestern hat sich gezeigt, wie hochgefährlich dieser Betrieb ist mitten in unserem Stadtgebiet. Wir hoffen, dass es nicht der Stromausfall war, der diesen Störfall nach sich zog, denn zu Stromausfällen kann es immer wieder kommen.

Es sind keine Personen verletzt worden, darüber sind wir froh. Ob Menschen durch ausgetretene Schadstoffe Gesundheitsbelastungen ausgesetzt waren, wird vermutlich nicht geklärt werden, wenn die Behörden den Störfall als harmlos einstufen. Wir fordern, diese Anlage unverzüglich komplett zu schließen".

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