Bau von Kolumbarien in Holsterhausen

Belegung erfolgt ab Juni 2020

Die Urnenwand (Kolumbarium) auf dem Friedhof an der Horststraße kann ab Juni 2020 belegt werden.
Die Urnenwand (Kolumbarium) auf dem Friedhof an der Horststraße kann ab Juni 2020 belegt werden. Foto: Carola Quickels

Seit Wochen wird auf dem Friedhof an der Horststraße in Holsterhausen mit schwerem Gerät hantiert. Hier entsteht im Schatten der Kapelle, dort wo sich vorher eine Grünfläche befand, eine Urnenwand - ein Kolumbarium - mit 78 Nischen, für jeweils zwei Urnen. Die erste Belegung soll Anfang Juni 2020 erfolgen. Für das Jahr 2021 ist eine weitere Anlage auf dem Friedhof geplant, „unter der Voraussetzung der Mittelbereitstellung im neuen Haushaltssanierungsplan“, wie es aus dem Pressebüro der Stadt heißt.

Die größte Kolumbarien-Anlage auf Herner Stadtgebiet befindet sich derzeit auf dem Südfriedhof, dort gibt es vier Kolumbarien-Anlagen mit insgesamt 2.121 Nischen, wobei die vierte Anlage noch nicht in allen Bauabschnitten fertiggestellt ist. Der Vorteil einer Bestattung in einer Urnenwand liegt für viele Menschen auf der Hand: Diese Grabstellen müssen von den Hinterbliebenen nicht gepflegt werden.

Grabschmuck vor Allerheiligen.
Kolumbarien auf dem Südfriedhof. Foto: Carola Quickels

Die normale Ruhe- und Nutzungsfrist einer solchen Grabstätte beträgt 15 Jahre, sie kann aber durchaus verlängert werden. Nach Ablauf der Ruhefrist erfolgt die Beisetzung in einem anonymen Urnengrab durch Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung. Zudem besteht die Möglichkeit, das Nutzungsrecht für die Grabstelle schon vor dem Eintritt eines Sterbefalls zu erwerben.

Die Kosten für eine Kolumbarium-Nische betragen zur Zeit 1.878 Euro - für zwei Urnen, für 15 Jahre, einschließlich einer Frontplatte, die nicht ausgetauscht werden darf. Die Beschriftung der Platte ist die Angelegenheit der Nutzungsberechtigten, in der Regel wird hier ein Steinmetz im Auftrag des Nutzungsberechtigten die Arbeiten ausführen. Im Vergleich dazu kostet ein Urnenwahlgrab, also ein Erdgrab, mit einer Nutzungszeit von 30 Jahren, für vier Urnen, 1.731 Euro.

Friedhof Holsterhausen.
Parkähnlich, der Friedhof in Holsterhausen. Foto: Carola Quickels

Bei der Konzeption der Herner Friedhofslandschaft ging man noch von einer Bevorzugung von Erdbestattungen aus. Das hat sich allerdings in den letzten Jahren drastisch verändert - Urnenbestattungen sind auf dem Vormarsch. Dadurch ist der Bedarf an Friedhofsfläche deutlich gesunken und hatte zur Folge, dass auf Herner Stadtgebiet drei städtische Friedhöfe geschlossen wurden. Der Friedhof an der Horststraße hat eine Gesamtfläche von 7,5 Hektar, wobei 2,9 Hektar auf Bestattungsfläche entfallen. Die restlichen Flächen werden für Gebäude, Wege und Grünflächen genutzt. Gerade der ältere Teil des Friedhofs erinnert mit seinem alten Baumbestand an einen Park und wird von vielen Holsterhausener für einen Spaziergang genutzt.

Naturkundlicher Spaziergang durch Holsterhausen.
Nisthilfen auf dem Friedhof in Holsterhausen. Foto: Carola Quickels
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