'Als wäre ich nie weggewesen'

Maewa Ferstl als Gastschauspielerin zum Mondpalast zurück

Maewa Fersti.
Maewa Fersti. Foto: Veranstalter

Wiedersehen im Volkstheater: 2004 spielte sich Maewa Ferstl bei der Eröffnung des Volkstheaters Mondpalast als Julia in „Ronaldo & Julia“ in die Herzen des Ruhrgebiets. 16 Jahre nach dem ersten Auftritt ist die Schauspielerin nun als Gast ins Ensemble zurückgekehrt. In der neuen Spielzeit ist Maewa Ferstl u.a. in den Komödien „Das Schweigen der Frösche“ und „Flurwoche“ zu sehen. „Es fühlt sich ein bisschen an wie nach Hause zu kommen“, sagt die heute 45-Jährige. „Dass viele Kollegen noch da sind, dass der Intendant Thomas Rech noch da ist – es war, als wäre ich nie weggewesen

Thomas Rech war es auch, der Maewa Ferstl 2004 für die Rolle der Julia auswählte. Ferstl: „Ich war frisch von der Schauspielschule, als ich in den Mondpalast kam. Thomas hat uns klasse aufgenommen und uns die Chance gegeben, uns freizuspielen. Die Truppe war wundervoll, und mit meinem Kollegen Dirk Emmerich, der den Ronaldo spielte, habe ich hervorragend harmoniert.“ Sechs Jahre lang gab Maewa Ferstl mit Riesenerfolg die BvB-Anhängerin Julia, die sich in den Schalke-Fan Ronaldo verliebt. Das Einzige, was sie über die Jahre veränderte, war ihre Haarlänge: Waren sie anfangs sehr kurz, betrat die Julia in späteren Aufführungen die Bühne mit langen Haaren. „Ich fand, dass es besser zur Rolle passte.“

Musik und Yoga

Während sich die Romanze „Ronaldo & Julia“ zu Deutschlands erfolgreichster Fußballbühnenkomödie mit Hunderttausenden von Gästen entwickelte, suchte Maewa Ferstl 2010 nach neuen Herausforderungen. Die gebürtige Bochumerin verließ den Mondpalast, zog nach Düsseldorf und wandte sich der Musik zu. Mit ihrer Band „May“ veröffentlichte sie 2013 ein erstes Album. „Musikalisch geht es in Richtung Elektropop/Indie“, erklärt Ferstl, die sowohl die Gesangsmelodie entwickelt und die Texte schreibt. Aktuell arbeite die Band an ihrem zweiten Album. Zwei Jahre lebte Ferstl im Westerwald in einem Yoga Ashram, um die Ausbildung zur Yoga-Lehrerin zu machen. „Wenn ich zu lange an einem Ort bin, werde ich rappelig“, verrät Maewa Ferstl. Dort habe sie gelernt, nicht immer alles so ernst zu nehmen, sagt ausgerechnet die Künstlerin, die mit komödiantischem Talent und tollem Timing die Mondpalast-Gäste stets zuverlässig zum Lachen brachte. Unvergessen sind ihre Auftritte als geldgeile Schwiegertochter in „Auf der Wilden Rita“ oder als temperamentvolle Italienerin in der „Flurwoche“.

Mondpalast ist einzigartig

Trotz ihrer Leidenschaft für Musik und Yoga blieb die Schauspielerei immer wichtig für sie. Eine Saison lang ging Maewa Ferstl mit dem „Krimidinner“ auf Tournee. Der Mondpalast aber behielt immer einen besonderen Platz in ihrer Erinnerung: „Die Geschichten, die der Mondpalast hier erzählt, sind aus dem Leben gegriffen. Gezeigt werden Situationen und Menschen, die man kennt, in denen sich der Zuschauer wiederfinden kann. Das finde ich einzigartig.“

„Frösche“ und „Flurwoche“

Deshalb sagte Maewa Ferstl auch spontan zu, als das Ensemble sie bat, beim Neustart des Theaters Mitte August kurzfristig für die erkrankte Silke Volkner einzuspringen. In der aktuellen Spielzeit hat sie bereits verschiedene Rollen in der Komödie „Das Schweigen der Frösche“ übernommen, auch als türkischstämmige Steuerberaterin in der „Flurwoche“ war sie zu sehen.

Gekommen, um zu bleiben

Neue Texte zu lernen, war für Ferstl noch nie ein Problem. Sie arbeitet nicht nur mit dem Textbuch, sondern auch mit Videoaufzeichnungen der Komödien. Auch die Schauspielkollegen geben Unterstützung. „Ich mache das gerne und habe viel Spaß. Wenn es zeitlich passt, möchte ich auch weiterhin dabei sein“, sagt die Vielseitige. Wie lange das sein wird? Darauf sei sie selbst gespannt, sagt Maewa Ferstl. Mal schauen, wann Julia wieder „rappelig“ wird

Tickets: Kartentelefon 02325 – 588 999 Öffnungszeiten mo – fr 10 bis 19 Uhr, sa 10 bis 14 Uhr.

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