6. Paritätisches Filmfest

„Selbst schuld!?“ - Opfer trifft Täter

v.l. hinten: Thomas Röll, Geschäftsführer Der Paritätische Herne, Bürgermeister Erich Leichner, Frank Köhler. vorne: Susanne Schübel vom Vorstand Der Paritätische Herne sowie Elisabeth Auchter-Mainz, Beauftragte für den Opferschutz des Landes NRW.
v.l. hinten: Thomas Röll, Geschäftsführer Der Paritätische Herne, Bürgermeister Erich Leichner, Frank Köhler. vorne: Susanne Schübel vom Vorstand Der Paritätische Herne sowie Elisabeth Auchter-Mainz, Beauftragte für den Opferschutz des Landes NRW. Foto: Arne Pöhnert

Das 6. Paritätische Filmfest, das an vier aufeinanderfolgenden Sonntagen, 2., 9., 16. und 23., im September 2018, in Herne stattfindet, thematisiert Gewalt und Opferschutz. 937.068 Opfer vollendeter Straftaten hat die polizeiliche Kriminalstatistik im Jahr 2017 erfasst. Das Bundeskriminalamt schätzt die Dunkelziffer noch weitaus höher. In der Filmwelt Herne präsentiert der Verband Filme, die den gewaltvollen Alltag von Opfern porträtieren. Bei allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei.

Matthias Brandt als Georg Hoffmann.
Matthias Brandt als Georg Hoffmann. Foto: W-film Filmproduktion & Filmverleih

Die Reihe startet mit dem Film Gegenüber. Er erzählt die Geschichte einer scheiternden Ehe, in der verkrustete Konflikte immer wieder mit unerbittlicher Konsequenz ausbrechen. Der Polizist Georg und die Grundschullehrerin Anne sind die Eltern zweier Kinder, die schon aus dem Haus sind. Unausgesprochene Konflikte dominieren die Ehe der beiden, in einem emotionalen Dauer-Ausnahmezustand stehen die Partner sich gegenüber. Ihren Frust entlädt Anne, indem sie Georg schlägt. Er liegt resigniert am Boden, sie schlägt immer wieder auf ihn ein. Es ist wohl die Sehnsucht nach Aufmerksamkeit, die Anne treibt. Sie steht im Schatten ihres übermächtigen Vaters, deren Anerkennung sie verzweifelt sucht. Georg dagegen lebt in sich zurück gezogen, spricht kaum und gibt Anne nicht die Beachtung, die sie vermisst. Die beiden Kinder leben ihr eigenes Leben und bleiben auch in der Dramaturgie nur Randfiguren, Gespenster aus der Vergangenheit.

Die Filme können weitestgehend barrierefrei gesehen werden. Sie werden jeweils ab 11 Uhr gezeigt, in der Regel mit Untertitel oder, wenn vorhanden, mit Audiodeskription. Im Anschluss finden Gesprächskreise zum jeweiligen Schwerpunkt der Filme statt. Teilnehmende Organisationen sind unter anderem der Weiße Ring, Schattenlicht e.V., die medizinische Flüchtlingshilfe Bochum und die Forensik Herne. Die diesjährige Filmauswahl gibt intime Einblicke in den Lebensalltag von Opfern, der von Gewalt unterschiedlichster Arten durchzogen ist.

Als herausragende Beispiele rund um diese Thematik wurden folgende Filme ausgewählt und im September gezeigt:

  • Gegenüber - mit Wotan Wilke Möhring. Sonntag, 2., 11 Uhr.
  • Die Frau des Polizisten - mit Alexandra Finder und David Zimmerschied. Sonntag, 9., 11 Uhr.
  • Schuld sind immer die Anderen - mit Edin Hasanovic. Sonntag, 16., 11 Uhr.
  • Lost Children - unter der Regie von Ali Samadi Ahadi und Oliver Stoltz. Sonntag, 23., 11 Uhr.

Welche Arten von Gewalt müssen Opfer ertragen, wie werden sie geschützt und wie können sie sich selber schützen? Können Täter auch Opfer sein? Der Paritätische präsentiert mit diesen vier Filmen, einen Einblick in diese gewaltvollen Lebensrealitäten. Die Schirmherrschaft hat Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda übernommen. Als Botschafterin des 6. Filmfests hat der Verband Elisabeth Auchter-Mainz, Generalstaatsanwältin a.D. und Beauftragte für Opferschutz des Landes NRW, für sich gewinnen können.

September
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Sonntag
Sonntag, 02. September 2018, um 11 Uhr Filmwelt Herne , Berliner Platz 7 - 9 , 44623 Herne Wegen der begrenzten Platzzahl bittet der Paritätische um Platzreservierung unter Tel 023 23– 910 443 (mo-fr 9-13 Uhr) oder per E-Mail unter .

Weitere Termine:

  • Sonntag, 09. September 2018, um 11 Uhr
  • Sonntag, 16. September 2018, um 11 Uhr
  • Sonntag, 23. September 2018, um 11 Uhr