'Sie führte nicht, sie fühlte ihren Job'

Else-Drenseck-Seniorenzentrum erhält Büste der Namensgeberin

Die Büste und die Gedenktafel an Else Drenseck wurden eingeweiht.
Die Büste und die Gedenktafel an Else Drenseck wurden eingeweiht. Foto: Julia Blesgen

51 Jahre nach der Gründung des Else-Drenseck-Seniorenzentrums der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Am Katzenbuckel 40, wurde der Namensgeberin posthum eine besondere Ehre zuteil. In Gedenken an ihr Wirken und ihre Arbeit wurde im Seniorenzentrum eine Gedenktafel und eine Büste enthüllt, die vom Künstler Heinrich Brockmeier angefertigt wurde. Dies hatte der Heimbeirat des Zentrums angeregt.

Zur feierlichen Übergabe am Mittwoch (4.5.2022) kamen neben ihrem Sohn, Heinz auch zahlreiche Weggefährten, um sich an diese besondere Frau zu erinnern. Heinz Drenseck bedankt sich im Namen der Familie für diese Ehrung.

Hernes 1. Bürgermeister, Kai Gera, bezeichnet Else Drenseck in seiner Rede als „außergewöhnliche Frau, deren Leben und Wirken besonders gewürdigt werden sollte.“

Aber er erinnert auch daran: „Jedoch werden viel zu wenig engagierten Frauen, Straßennamen oder Denkmäler gewidmet. Deshalb ist es umso wichtiger, heute das besondere Engagement von Else Drenseck in den Fokus zu rücken.“

'Sozialdemokratische Bestrebungen in die Wiege gelegt'

Serdar Yüksel (2.v.l.) freute sich gemeinsam mit dem Künstler Heinrich Böcking (3.v.l.) und Else Drensecks Sohn Heinz Drenseck (4.v.l.) über die Büste und die Gedenktafel.
Serdar Yüksel (2.v.l.) freute sich gemeinsam mit dem Künstler Heinrich Brockmeier (3.v.l.) und Else Drensecks Sohn Heinz Drenseck (4.v.l.) über die Büste und die Gedenktafel. Foto: Georg Oligmueller

Else Drenseck wurde als Tochter eines Bergarbeiters geboren, der sich Zeit seines Lebens in der SPD und der Bergarbeitergewerkschaft einbrachte. Auch Elses Mutter Pauline war in der Freien Wohlfahrtsvereinigung, die später zur AWO wurde, aktiv. Somit waren Drenseck die 'sozialdemokratischen Bestrebungen in die Wiege gelegt', wie es Kai Gera anmerkte.

Elsa Drenseck war während ihres ganzen Lebens sozial und politisch engagiert. Sie war SPD-Mitglied und saß im Rat der Stadt Herne . Im Jahr 1964 wurde sie zur Bürgermeisterin gewählt. Damit war sie in der Geschichte der Stadt die erste Frau, der dieses Amt übertragen wurde. Aber auch der AWO blieb sie zeitlebens treu. Unter anderem war sie im Bundesvorstand der AWO Deutschland aktiv.

Auch AWO-Unterbezirksvorsitzender, Serdar Yüksel, stellt das Wirken von Elsa Drenseck hervor: „Ohne die Familie Drenseck wäre die AWO nicht das, was sie heute ist. Else führte nicht, sie fühlte ihren Job. Der Gedanke an das Gemeinwohl hat die Welt lebendiger und wärmer gemacht. An diesen Gedanken sollte man sich auch besonders in der heutigen Zeit erinnern. Ich freue mich sehr, dass Else endlich nach 51 Jahre nach Gründung des Seniorenzentrums diese Ehre zuteil wird."

Heinz Drenseck begutachtet die Büste seiner Mutter.
Heinz Drenseck begutachtet die Büste seiner Mutter. Foto: Georg Oligmueller
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