Palliativstation am EvK wird erweitert

Anbau für mehr Betten, Veranstaltungsplan zum Doppeljubiläum

Vorstellung der Erweiterung der Palliativstation am EvK Wiescherstraße sowie der Spendenaktion mit dem gläsernen Baustein und der Veranstaltungsreihe zum Doppeljubiläum vom Ambulanten Hospizdienst und der Palliativstation. Im Bild der geplante Anbau.
So soll der neue Anbau für die Erweiterung der Palliativstation am EvK Wiescherstraße aussehen. Visualisierung: Kemper, Steiner und Partner

Doppeljubiläum am Evangelischen Krankenhaus Herne (EvK): Die Palliativstation wird im Jahr 2022 30 Jahre alt, der Ambulante Hospizdienst blickt auf 25 Jahre zurück. Als Jubiläums-Geschenk gibt es eine Erweiterung der Palliativstation. Die derzeit sechs vorhandenen Betten werden mit einem Anbau auf zehn erweitert, erläuterten die Verantwortlichen bei einem Pressegespräch am Montag (10.1.2022). Zusätzlich sind mehrere Veranstaltungen im Jubiläumsjahr geplant.

Mehr Betten werden benötigt, weil vor allem die Bevölkerung älter wird und der Bedarf nach Palliativplätzen steigt - mittlerweile gibt es schon Wartelisten, berichtete Heinz-Werner Bitter, Geschäftsführer der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft. „Ich war bei der Gründung 1992 schon dabei, damals war Palliativmedizin noch schwer zu vermitteln und es galt als Innovation, daher sind wir stolz, dass wir nun schon 30 Jahre dabei und von der Landesregierung für die Einrichtung gewürdigt worden sind“, erinnerte Bitter.

Vorstellung der Erweiterung der Palliativstation am EvK Wiescherstraße sowie der Spendenaktion mit dem gläsernen Baustein und der Veranstaltungsreihe zum Doppeljubiläum vom Ambulanten Hospizdienst und der Palliativstation. Im Bild (v.li.) Pfarrer und Vorsitzender des Palliativ-Fördervereins Frank Obenlüneschloß, Dr. Katja Vogelsang (Ärztliche Leiterin Palliativstation), Karin Leutbecher (Koordinatorin Ambulanter Hospizdienst), Heinz-Werner Bitter (Geschäftsführer Ev. Krankenhausgemeinschaft Herne Castrop-Rauxel), Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda, Schirmherr Thorsten Kinhöfer und Lena Behling (Ehrenamtliche Hospizdienst).
v.l. Förderverein-Vorsitzender Frank Obenlüneschloß, Dr. Katja Vogelsang (Ärztliche Leitung Palliativstation), Karin Leutbecher, Heinz-Werner Bitter, OB Dr. Frank Dudda, Schirmherr Thorsten Kinhöfer und Lena Behling (Ehrenamtliche). Foto: Marcel Gruteser

Kosten: 1,7 Millionen Euro

Der neue Anbau kostet rund 1,7 Millionen Euro, der Grundstein soll bereits im Frühjahr gelegt werden, wenn der Bauantrag bei der Stadt zügig genehmigt wird. Über einen sogenannten 'Skywalk', also eine gläserne Verbindungsbrücke, ist der Anbau mit dem Hauptgebäude verbunden. In der ersten Etage sind dann vier neue Patientenzimmer mit Platz für Angehörige vorgesehen, im Erdgeschoss entstehen neue Tagungsräume für Fort- und Weiterbildungen im EvK. Pfarrer und Palliativ-Fördervereinvorsitzender Frank Obenlüneschloß, sprach von einer "Win-Win-Situation."

Die finanziellen Rahmenbedingungen werden auf mehrere Schultern verteilt: Die Kosten für den Rohbau, der noch im Jahr 2022 stehen soll, und die Ausstattung des Seminarraums werden durch das EvK und die Krankenhausgemeinschaft finanziert. Für die Innenausstattung der Station möchte sich der Förderverein Palliativstation im EvK Herne und der Ambulante Hospizdienst einsetzen. Der Beirat des Vereins mit Schirmherr und Ex-Fifa-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer hatte dazu eine Idee: Für größere Spenden gibt es als Andenken einen gläsernen Baustein mit der Aufschrift der Aktion 'Wir sind palliativ'. Die Spenden sind ab sofort in jeglicher Höhe möglich, Ziel ist ein sechsstelliger Gesamtbetrag.

Vorstellung der Erweiterung der Palliativstation am EvK Wiescherstraße sowie der Spendenaktion mit dem gläsernen Baustein und der Veranstaltungsreihe zum Doppeljubiläum vom Ambulanten Hospizdienst und der Palliativstation. Im Bild der Baustein für Spenden
"Wir sind palliativ" steht auf dem Glasbaustein - den gibt es für Spenden an den Förderverein der Palliativstation am EvK Herne. Foto: Marcel Gruteser

'Herzensangelegenheit'

„Wir haben Brainstorming betrieben, wie wir das unterstützen können. Da kam uns die Idee mit den Glasbausteinen“, erzählt Kinhöfer. „Für mich ist das eine Herzensangelegenheit, da Herne und Wanne-Eickel seit jeher Heimat für mich bedeuten und alle Menschen älter werden und sich irgendwann nicht mehr nur noch mit Urlauben und Freizeit beschäftigen können.“

Das sieht Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda ähnlich: „Wir wollen in der Stadt die Lebensqualität so hoch wie möglich abbilden. Daher ist es auch wichtig, die Qualität in der allerletzten Phase des Lebens sicherzustellen.“ Besonders dann seien Fragen um Ethik, Würde und Umgang mit Menschen wichtig. „Klar ist aber auch, dass Lebensqualität Geld kostet. Daher ist es besonders schön, dass die Arbeit durch viele Ehrenamtliche gesichert ist, denen ich für ihr Engagement danke.“ Im Gepäck hatte Dudda außerdem eine erste Spende der Stadt in Höhe von 5.000 Euro. „Das soll ein Signal an andere Helfer sein, dass wir es ernst meinen“, so Dudda.

Vorstellung der Erweiterung der Palliativstation am EvK Wiescherstraße sowie der Spendenaktion mit dem gläsernen Baustein und der Veranstaltungsreihe zum Doppeljubiläum vom Ambulanten Hospizdienst und der Palliativstation. Im Bild (v.li.) OB Frank Dudda, Katja Vogelsang (Ärztliche Leiterin Palliativstation) und Schirmherr Thorsten Kinhöfer.
Übergabe des ersten Glasbausteins. v.li. OB Frank Dudda, Katja Vogelsang (Ärztliche Leiterin Palliativstation) und Schirmherr Thorsten Kinhöfer. Foto: Marcel Gruteser

Diese Unterstützung freut auch die Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes, Karin Leutbecher. „Wir sind immer noch auf die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit angewiesen, damit wir zeigen können, was wir tun“, so Leutbecher.

60 Zeitschenker aktuell aktiv

Rund 60 Zeitschenker sind als Ehrenamtliche derzeit aktiv, eine von ihnen ist Lena Behling. „Wir wollen einfach für die Patienten und ihre Angehörigen da sein. Grundsätzlich ist die Arbeit eher traurig, aber da wir versuchen, die letzten Wochen so lebensfroh wie möglich zu gestalten, gibt es auch viele schöne Momente“, berichtet sie. Rund vier Stunden pro Woche verbringen die Zeitschenker jeweils mit den Patienten, dazu gibt es noch Fortbildungen. Weitere Personen, die Zeitschenker werden wollen, können sich jederzeit melden.

Sofern es die Corona-Schutzverordnung jeweils zulässt, sind insgesamt neun Veranstaltungen vom Förderverein, Hospizdienst und der Palliativstation von März bis Oktober 2022 geplant, damit das Jubiläumsjahr gebührend gefeiert werden kann und dabei Spenden zusammenkommen können. Die Veranstaltungen im Überblick (Änderungen vorbehalten):

  • Dienstag, 8. März 2022, 17 Uhr: Auftaktgottesdienst und Empfang in der Ev. Kreuzkiche und im Ludwig-Steil-Forum
  • Freitag, 13. Mai 2022, 17 Uhr: Geburtstagsfeier der Zeitschenker vom Ambulanten Hospizdienst Herne
  • Donnerstag, 26. Mai 2022, 11 Uhr: Himmelfahrtsgottesdienst OpenAir mit dem Ev. Kirchenkreis Herne auf dem Parkdeck des EvK Herne
  • Samstag, 11. Juni 2022, Familientag der Herner Black Barons im Horststadion
  • Samstag, 25. Juni 2022, 10 bis 17 Uhr: Palliativtag, Fortbildungsveranstaltung für Haupt- und Ehrenamtliche im Seminarzentrum am EvK Herne
  • Samstag, 6. August 2022, Kreativgruppe nimmt am Cranger Kirmes-Umzug teíl
  • Samstag, 27. August 2022, 19 bis 21 Uhr: OpenAir-Konzert mit "Wichita", der Cover-Band der Ev. Krankenhausgemeinschaft auf dem Parkdeck des EvK Herne
  • Freitag, 16. September 2022, 14 bis 17 Uhr, Terassenfest und Tag der offenen Tür der Palliativstation am EvK Herne
  • Freitag, 14. Oktober 2022, Festveranstaltung zu beiden Jubiläen mit Esther Münch im Kulturzentrum
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