Aidshilfe erinnert mit roten Blumen

Veranstaltung zum Internationalen Gedenktag von Drogentoten

Internationaler Tag der Erinnerung an Drogentote am Buschmannshof mit der Aidshilfe, (v.li.) Vorsitzende Kristin Pfotenhauer, Stellvertreterin Kristin Dürre und Bürgermeisterin Andrea Oehler.
Gemeinsam Blumen anstecken: (v.li.) Aidshilfe Vorsitzende Kristin Pfotenhauer, Stellvertreterin Kristin Dürre und Bürgermeisterin Andrea Oehler. Foto: Fabian Dobbeck

Am Buschmannshof leuchteten rote Rosen und Gerbera: Die Aidshilfe Herne erinnerte in Zusammenarbeit mit der Kadesch gGmbH sowie der Jugend Konflikt- und Drogenberatung am Dienstag (21.7.2020) zum Internationalen Gedenktag von Drogentoten.

Von 11 bis 15 Uhr suchten die Ehrenamtlichen das Gespräch mit Passanten und Suchtkranken, um anschließend in Erinnerung an verstorbene Drogentote die Blumen an die große Holzschleife zu stecken. Das Ziel dieser Aktion, die unter den gegebenen Hygiene- und Abstandsregelungen vor dem Busbahnhof stattfand, war, den Verstorbenen ein Gesicht zu verleihen.

„Die Arbeit der Aidshilfe ist enorm wichtig“, fand Bürgermeisterin Andrea Oehler. „Jeder Drogentote ist einer zuviel. Da ist Unterstützung vor Ort, personell und finanziell, sehr wichtig, auch wenn die Töpfe immer sehr begrenzt sind.“

Internationaler Tag der Erinnerung an Drogentote am Buschmannshof mit der Aidshilfe.
Die Holzschleife. Foto: Fabian Dobbeck

Dr. Robert Sibbel von der Ruhr-Apotheke und gleichzeitig Sprecher der Herner Apotheken sagte: „Es wäre wichtig, ein Ladenlokal anzumieten, das dann als Anlaufpunkt dienen könnte, um zum Beispiel alte gegen neue Spritzen tauschen und vernünftig entsorgen zu können. Die Schutzhütte ist besser als nichts, aber auch keine optimale Lösung.“

Rund 20 Suchtkranke seien an der Hütte am Buschmannshof regelmäßig anzutreffen, rund 500 würde es alleine in ganz Wanne betreffen.

Kristin Pfotenhauer, Vorsitzende der Aidshilfe, würde gerne mit ihren Unterstützern noch mehr helfen: „Wir bieten normal zwei Mal pro Woche, am Mittwoch und Freitag, eine telefonische Sprechstunde an und sind zusätzlich per Mail erreichbar. Dabei würden wir gerne zum Beispiel mehr Zugänge zu Testverfahren anbieten.“

Der Verein Aidshilfe e. V. besteht derzeit aus elf Mitgliedern und ist für weitere Anträge offen. Die Mitglieder arbeiten in ihrer Freizeit, um die Suchtkranken zu unterstützen. „Wir haben da Lust zu, man kann auch nicht davor die Augen verschließen. Der Bedarf in Herne ist da“, bekräftigt Pfotenhauer.

Vor Ort beim Erinnerungsstand war das Feedback von Passanten und Suchtkranken gut, erzählt Kristin Dürre als stellvertretende Vorsitzende. „Wir haben viel Support erhalten und manche Personen waren schon vor 11 Uhr vor Ort.“

Internationaler Tag der Erinnerung an Drogentote am Buschmannshof mit der Aidshilfe, (v.li.) Vorsitzende Kristin Pfotenhauer, Stellvertreterin Kristin Dürre.
(v.li.) Aidshilfe Vorsitzende Kristin Pfotenhauer und Stellvertreterin Kristin Dürre. Foto: Fabian Dobbeck
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