100 Jahre Theater Fidele Horst

100 Jahre Fidele Horst: Dietmar Kraschewski und Sebastian Krug.
100 Jahre Fidele Horst: Dietmar Kraschewski und Sebastian Krug. Foto: Helmut Holz

Wanne. Den Menschen Freude bringen - sie „Lachen machen!“ Das ist seit der Gründung das Motto des Theatervereins Fidele Horst, der kommenden Samstag 14. September 2019, im Restaurant Meistertrunk sein 100-jähriges Bestehen feiert. Dieser Tag wurde bewusst gewählt - denn am 14. September 1919 gründeten sieben Junggesellen den Verein in der Gaststätte Kraft in der Horststraße, Gemarkung „op de Horst". Das Ziel der immer fidelen Hörster war es die, Geselligkeit zu pflegen. Daraus resultiert auch der Vereinsgruß „Immer fidel!“ Mit welchem Elan die Gründer ihre Idee in die Tat umsetzten, wurde schnell deutlich.

Schon ein halbes Jahr nach der Gründung wagten sich die jungen Männer am 14. März 1920 erstmals auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Zwei Monate später folgte das Liederspiel s´Lieserl und im September des gleichen Jahres das Drama Todesurteil. Der Verein wuchs, Kostümbälle und Tanzabende boten weitere Abwechslung und 1925 wurde sogar eine Gesangabteilung gegründet. Fidele Horst erfreute sich großer Beliebtheit, in den 30er Jahren hatte der Verein 70 aktive Mitglieder. Der zweite Weltkrieg zwang die Hörster zu einer Pause. Die Folgen des Krieges wirkten sich für den Verein dahingehend aus, dass er mehrfach zum Wechsel der Gaststätten gezwungen war. Der Kraftsche Saal stand nicht mehr zur Verfügung, bei Oelmann wurde ein Kino aufgemacht und so wurde der Sassenhof kurzfristig die Heimat des Vereins. Die Rückkehr zu Kraft war nicht von langer Dauer, es folgte die Bühne bei Pfetzing, ehe ab 1956 im Wanner Saalbau (heute Mondpalast) und im Kulturzentrum in Herne gespielt wurde. Mitte der 80er Jahre erlebte Fidele Horst eine Blütezeit.

2005 war das Rekordjahr. 5.500 Zuschauer sahen in sechs ausverkauften Vorstellungen im Mondpalast und vier Aufführungen im Kulturzentrum das Lustspiel Einmal Bali und zurück! Durch Stücke wie Familie Schippanowsky etablierte der Verein die Ruhrgebiets-Komödie. Nach einer Pause im Jahr 2012 folgte 2013 der Neustart mit der Komödie „Ein ganz spezieller Mord“, mit der überragenden Martha Schuster in ihrer letzten Bühnenrolle. Zu den jüngsten Erfolgen des von Spielleiter Olaf Weichert geführten Ensembles gehörten die Komödie Der Neurosen-Kavalier (2018) und im Jubiläumsjahr der Schwank Die spanische Fliege. Dabei hatte Olaf Weichert zum 26. Male Regie geführt, nachdem er 1982 die Nachfolge von Josef Betzholz angetreten hatte, der von 1953 an das "Zepter“ mit kurzen Unterbrechungen in der Hand gehabt hatte. In der jüngeren Vergangenheit erzielten die Fidelen Horster seit 2013 mit ihren Lustspielen, Komödien und Schwänken wieder große Erfolge und freuten sich jährlich über mehr als 3000 Zuschauer im Mondpalast.

Tobias Weichert.
Tobias Weichert. Foto: Merlin Morzeck

Wenn sich am Samstag (ab 19.30 Uhr) im Meistertrunk die Gründung zum 100. Male jährt, dann können die Fidelen Horster wieder getrost in die Zukunft sehen. Für das erste Geburtstagsgeschenk hatte die Stadt Herne gesorgt. Vor der Jubiläumsfeier wird der Stellenwert der kulturellen Arbeit des Vereins mit der Umbenennung des Taubenwegs in Fidele-Horst-Weg besonders hervor gehoben. „Das ist eine nicht alltägliche Ehre, über die wir uns sehr freuen und die uns in unserm Handeln bestätigt“, freut sich der Vereinsvorsitzende Tobias Weichert und fügt hinzu: „Der ungebrochene Zuspruch der letzten Jahre und die stehenden Ovationen der Zuschauer nach den Aufführungen von 2018 (Der Neurosen-Kavalier) und 2019 (Die spanische Fliege) machen uns Mut, das nächste Jahrhundert optimistisch anzugehen!".

Quelle: