Gegen das Vergessen

Gedenk-Tag für die Opfer der Nazis

Schülerinnen betrachten das Shoah-Mahnmal.Foto: Stefan KuhnSchülerinnen am Shoah-Mahnmal.

Am 27. Januar 2017 jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee zum 72. Mal. Seit 1996 ist der Jahrestag - auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog - ein offizieller deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Auschwitz ist der Inbegriff für den Massenmord an den europäischen Juden. In Herne findet dazu am Freitag, 27. Januar, 12 Uhr, die öffentliche und zentrale Gedenkfeier im großen Saal des Kulturzentrums (KuZ) statt.

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Shoah-GedenkveranstaltungFoto: Björn KochShoah-Gedenkveranstaltung

Gedenkveranstaltungen zur Befreiung sind in Herne Teile einer Erinnerungskultur geworden, die sich um die Frage drehen: Wie lassen sich heute noch Nationalsozialismus, das System der Konzentrationslager und die Shoah vergegenwärtigen? Jedes Jahr beteiligen sich Herner Schüler an der Feier und setzen sich im Vorfeld mit dieser Zeit auseinander. 

In diesem Jahr wird die Feier von Schülern des elften Jahrgangs der Mont-Cenis-Gesamtschule (MCG) mitgestaltet. Seit Wochen recherchieren die Elftklässler dazu die Geschichte und den Verbleib der jüdischen Familie Frank aus Sodingen, die dort ein Textilgeschäft hatte. Die Geschichte der Familie Frank ist exemplarisch für die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung zwischen 1933 und 1945. Unterstützt werden die Schüler bei ihrer Recherche von ihrer Projekt-Kursleiterin Céline Spieker und dem Historiker Ralf Piorr.

Shoah-GedenkveranstaltungFoto: Björn KochKerzen anzünden gegen das Vergessen.

Das haben die Elftklässler bisher recherchiert: Die Eltern, Louis und Jullie Frank, wurden im Juli 1942 in das KZ Theresienstadt (im heutigen Tschechien) deportiert und ermordet. Die 30-jährige Tochter Ruth, wurde bereits am 27. Januar 1942 vom Dortmunder Hauptbahnhof aus nach Riga deportiert. Sie starb nach einem Todesmarsch im KZ Stutthof. Dieser Transport, im Januar 42, war mit seinen 1.300 Menschen der größte aus dem Ruhrgebiet und der erste Transport aus dem Regierungsbezirk Arnsberg. Ihm gehörten 41 namentlich bekannte Herner an.

Einzig die beiden Söhne der Familie Frank, Kurt und Werner, überlebten den Holocaust, da sie in den 30er Jahren auswanderten. Werner in die USA und Kurt nach Palästina. Zu dem einzigen Nachkommen der Familie Frank haben die Schüler über Skype Kontakt aufgenommen. Von ihm wird während der Veranstaltung im KuZ ein Tondokument zu hören sein. Begleitet wird die Veranstaltung von der Big-Band der MCG, unter Leitung von Musik-Lehrer Ingo Marmulla.

Das besudelte und beschädigte Shoah-Mahnmal am Willi-Pohlmann-Platz.Foto: Arne PöhnertDas besudelte und beschädigte Shoah-Mahnmal - immer wieder ist es Ziel von feigen Anschlägen.

Im Anschluss, gegen 13 Uhr, werden am Shoah-Mahnmal Gebete für die Opfer gesprochen und es wird eine Schweigeminute geben. Das Mahnmal trägt eine Liste der über 400 Opfer-Namen aus Herne und Wanne-Eickel. Die Gebete werden gesprochen von: dem Vorbeter der jüdischen Gemeinde - Aaron Naor, dem evangelischen Superintendenten - Reiner Rimkus und dem Dechanten der katholischen Gemeinden - Norbert Walter. und es wird eine Schweigeminute geben. 

Besucher der Shoah-Gedenkfeier bei der Schweigeminute .Foto: Stefan KuhnBesucher der Shoah-Gedenkfeier bei der Schweigeminute .
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Text: Carola Quickels 03. Januar 2017, 07:44 Uhr