'Zeitrauschen' im Archäologiemuseum

Erste Clubnacht mit Live-Musik, DJ und Lichtkunst rundum Stonehenge

Das Westfälische Archäologiemuseum in Herne (NW) zeigt die Ausstellung
Das Westfälische Archäologiemuseum in Herne (NW) zeigt die Ausstellung "Stonehenge in Herne". Foto: Stefan Kuhn

Mit Live-Performances und Lichtkunst startet das Museum für Archäologie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Herne am Samstag, 21. Mai 2022, um 20 Uhr in seine erste Clubnacht. Unter dem Motto „Zeitrauschen“ wird die Sonderausstellung „Stonehenge“ mit ihrer 1:1-Rekonstruktion des UNESCO-Weltkulturerbes zum Schauplatz eines besonderen Licht- und Klangerlebnisses. Die bis zu sieben Meter hohen Steine wandeln sich zur Projektionsfläche für Mapping-Kunst. Live-Musik und ein DJ im Innenhof sorgen für ein Museumserlebnis der besonderen Art. Der Eintrittspreis beträgt 10, ermäßigt 8 Euro. Tickets sind vor Ort und online erhältlich.

Museumsleiterin Dr. Doreen Mölders: „An diesem Abend knüpfen künstlerische 'Sounds' einen Klangteppich, der den Boden für einen ganz besonderen Museumsbesuch bereitet. In der Architektur unserer Sonderausstellung schaffen wir mit Live-Performances und Lichtkünstlern eine außergewöhnlich emotionale Atmosphäre.“

Das Westfälische Archäologiemuseum in Herne (NW) zeigt die Ausstellung
Museumsleiterin Dr. Doreen Mölders. Foto: Stefan Kuhn

Eine Bar im Untergeschoss sorgt für das entsprechende „Night Fever". Guy Dermosessian legt im grünen Innenhof des LWL-Archäologiemuseums Musik aus verschiedenen Subkulturen der Welt auf. Er mischt türkischen Funk mit nigerianischem Boogie, Musica Popular Brasilia und kamerunische Makossa sowie kubanische Guaracha und kapverdische Coladeras. Unterdessen schafft der Berliner Sound-Künstler Peter Strickmann in der Sonderausstellung "Stonehenge“ mit einfachen Mitteln intensive Hör- und Klangerlebnisse. Auch das Klangmaterial der Performancekünstlerin Limpe Fuchs mit Holz- und Granitsteinreihen, klingende Bronze in Saiteninstrumente sowie ihre Instrumente wie Trommeln, Geige, Klavier, Holzhorn und Bambusflöte versprechen eine abwechslungsreiche Nacht. Die Klang-Kunst von beiden begleitet eine Lichtinstallation, die sogenannte Mapping Art, die kartografische Bilder direkt auf die 1:1 Rekonstruktiion des inneren Steinkreises projiziert.

Zu Künstlern

Guy Dermosessian (geboren im Libanon) ist DJ und Inhaber sowie Gründer des Musiklabels Kalakuta Soul Records. Seit über zehn Jahren reist er mit seinen langen und vielseitigen Sets durch die Clublandschaft der Welt. In seinen Produktionen hinterfragt er die europäische Clubkultur und ihren Musikkanon. Mit seinem Musiklabel bringt er verschiedene Künstler und Musiker aus der Welt für gemeinsame Projekte zusammen. Dermosessian entwarf verschiedene Club- und Konzertreihen, Festivals und interdisziplinäre Orte der Kunst im ungenutzten oder öffentlichen Raum und ließ sich dabei von der Dynamik der Subkulturen Beiruts inspirieren. Zuletzt beriet er als Projektmanager der Zukunftsakademie NRW verschiedene Kommunen und Kulturinstitutionen des Landes NRW.

Das Westfälische Archäologiemuseum in Herne (NW) zeigt die Ausstellung
Die Stonehenge-Ausstellung läuft bis zum 25.09.2022. Foto: Stefan Kuhn

Limpe Fuchs, Komponistin, Performance- und Klangkünstlerin, studierte an der Musikhochschule München Klavier und Geige sowie Perkussion. Anfang der 1970er Jahre begann sie eigene Instrumente aus Holz, Metall oder Stein zu entwickeln. Gemeinsam mit ihrem Mann gründete sie 1969 das Duo „Anima Musica“, das sich in der deutschen Musikszene schnell einen Namen machte. Fuchs spielte in zahlreichen Formationen und tritt solo auf. In ihrer Arbeit lauscht sie der Resonanz des Aufführungsraumes, entwickelt musikalische Ideen und Regiekonzepte. Ihr Klangmaterial - Holz- und Granitsteinreihen, klingende Bronze in den Ballast-Saiteninstrumenten - und die Vielfalt ihrer anderen Instrumente - Trommeln mit Fell oder Bronzetrommelfell, Geige, Klavier, Holzhorn, Bambusflöte - gibt ihr viele Möglichkeiten, für jede Aufführung das richtige Material zu wählen.

Peter Strickmann, Sound-Künstler aus Berlin, performt klingende Aktivitäten und strebt mit einfachen, sparsamen Mitteln gemeinsame Klang- und Hörerlebnisse an. Diese bewegen sich zwischen Aktion und Wahrnehmung und konzentrieren sich auf das vibrierende „Ding“ und seine sozialen, akustischen sowie theatralischen Rückkopplungen. Strickmann hat Audiovisuelle Kunst/ Klangkunst und Kunst im öffentlichen Raum an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken studiert und tritt solo sowie als Mitglied diverser Freemusik-, Noise- und Performance-Gruppen auf. Seine Arbeiten waren unter anderem im zeitraumexit Mannheim, in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden, im FFT Forum Freies Theater Düsseldorf und in der Bundeskunsthalle Bonn zu sehen und zu hören.

Mai
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Samstag
Samstag, 21. Mai 2022, um 20 Uhr LWL-Museum für Archäologie , Europaplatz 1 , 44623 Herne
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