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Yvan (Klaus Mahlberg, l.) ist sichtlich unwohl im Kreis seiner (vl.) Gattin Mathilde (Heike Gruß), seiner Schwägerin Christelle (Sonja Kitsch) und seines Bruders Frank (Armin Genge).

Boulevard-Hit zum Körner-Jubiläum

Verschwistert und Verschwägert

„Non, je ne regrette rien“ singt Édith Piaf im Off, als sich der Vorhang teilt und ein gemütliches Wohnzimmer mit Polstersofa, Ledersessel und reichlich bestückter Bar den ersten Applaus des höchst kurzeiligen Abends bekommt. Schön, weitläufig, ruhig und mit großem Garten: Yvan (Regisseur und Ausstatter Klaus Mahlberg) gefällt die neue Heimat seines Bruders Frank (Armin Genge), der mit seiner Frau Nicole (Kristina Keppler) ein Landhaus bezogen und zur Feier des Tages seine Brüder Yvan und David (Andreas Toussaint) mit deren Gattinnen Mathilde (Heike Gruß) und Christelle (Sonja Kitsch) eingeladen hat.

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Gemeinsam will man in familiärer Gemeinschaft das Ereignis freudig begießen. Es soll ein netter Abend in trauter Runde bei gutem Wein und leckerem Essen werden. Schließlich haben David und Christelle mit ihrer Agentur für Luxusimmobilien beim Hauskauf geholfen. Yvan lobt die Entscheidung Franks, die Stadt zu verlassen, schließlich lebe es sich auf dem Land besser, wenn man Kinder hat. Worauf Mathilde trocken kontert: „Wir haben keine Kinder“. Was den konsternierten Gatten Yvan sogleich zur Whiskyflasche greifen lässt, während die Gastgeber bekräftigen, Paris verlassen zu haben in der Hoffnung auf zahlreiche Nachkommenschaft.

Als Nicole durchblicken lässt, dass noch ein Gast erwartet wird, weshalb mit dem Essen noch etwas gewartet werden soll, finstern sich die Mienen der Brüder ein: Mit Talia (Kijara Keppler) ist die junge, attraktive Sekretärin Franks eingeladen, um, so die Gastgeberin, die Runde etwas aufzulockern. Das gelingt ihr noch bevor sie die Schwelle des Hauses überschritten hat, denn offenbar haben alle drei Herren etwas zu verbergen.

In der zunehmend von Anspielungen und Verdächtigungen vergifteten Atmosphäre lernen die Schwägerinnen ihre angetrauten Männer von einer ganz anderen Seite kennen. Zumal zumindest einer von ihnen sogar in eine Affäre mit Talia verstrickt zu sein scheint. Aber welcher? Édith Piafs Chanson „Nein, ich bereue nichts“ wirkt bald wie der reine Hohn…

Kleines Jubiläum für die Komödie am Park

Zur Einweihungsparty im neuen Landhaus ist auch Talia (Kijara Keppler, l.) geladen, die die Herren-Runde samt ihrer Gattinnen ordentlich aufmischt (v.l.): Andreas Toussaint, Klaus Mahlberg, Sonja Kitsch, Heike Gruß, Kristina Keppler und Armin Genge.

Mit „Les Belles Soeurs“, so der Originaltitel von „Verschwistert und Verschwägert“, das allein im Pariser Théâtre Saint Georges nach der Erstaufführung am 11. September 2007 mehr als 250 Vorstellungen erlebte, feierte die Komödie am Park jetzt ein kleines Jubiläum. Seit Eröffnung 2006 im ehemaligen Bresser-Haus an der Hauptstraße 25 in Eickel konnte nun schon die 25. Premiere gefeiert werden – mit Ovationen des einmal mehr begeisterten Publikums.

Nach „Achterbahn“ (2015) hat die Eickeler Bühne nun mit „Verschwistert und Verschwägert“ bereits ein zweites Stück des Franzosen Eric Assous (1956 bis 2020) herausgebracht: Mit dieser „schrillen Komödie für Erwachsene und unromantische Seelen“, so der (Drehbuch-) Autor und erfolgreiche Filmregisseur Assous („Die Wanderer“, „Die verbotene Frau“), knüpft Regisseur Klaus Mahlberg an seine großen Erfolge der Vor-Corona-Jahre nahtlos an.

Was für den begnadeten Boulevard-Komödianten auch als Darsteller gilt. Hier aber hat er ein über sich hinauswachsendes sechsköpfiges Ensemble an seiner Seite, das ihm in der intimen Atmosphäre des wundervollen Eickeler Keller-Theaters die Bürde des Alleinunterhalters mit geradezu sprichwörtlich spielerischer Leichtigkeit abnimmt. Was kein Wunder ist: Nun schon seit 17 Jahren zeigt die Volksbühne Körner, die Mitglied im Amateurtheaterverband NRW mit Sitz in Köln ist, gehobenes Boulevardtheater.

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Karten für die Vorstellungen, die samstags um 19.30 Uhr und sonntags um 18 Uhr beginnen, kosten 18 Euro und sind erhältlich bei Blickpunkt Optik, Hauptstraße 21, 44651 Herne, unter Tel. 02325/61760 oder an der Abendkasse. Alle Termine auf einen Blick: 18. und 19. November 2023, 2. und 3. Dezember 2023, 13. und 14. Januar 2024, 24. und 25. Februar 2024 sowie 23. und 24. März 2024.

Vergangene Termine (10) anzeigen...
  • Samstag, 14. Januar 2023, um 19:30 Uhr
  • Samstag, 25. Februar 2023, um 19:30 Uhr
  • Samstag, 18. November 2023, um 19:30 Uhr
  • Sonntag, 19. November 2023, um 19:30 Uhr
  • Samstag, 2. Dezember 2023, um 19:30 Uhr
  • Sonntag, 3. Dezember 2023, um 19:30 Uhr
  • Samstag, 13. Januar 2024, um 19:30 Uhr
  • Samstag, 24. Februar 2024, um 19:30 Uhr
  • Samstag, 23. März 2024, um 19:30 Uhr
  • Sonntag, 24. März 2024, um 19:30 Uhr
| Autor: Pitt Herrmann