Umweltverschmutzung als Kunstaktion

Deadpool-Performance

Zum Thema Umweltverschmutzung: Deadpool-Performance an der Erich-Fried-Gesamtschule.
Zum Thema Umweltverschmutzung: Deadpool-Performance an der Erich-Fried-Gesamtschule. Foto: Mila Tekin

Mila Tekon ist Lehrerin an der Erich-Fried-Gesamtschule. Gemeinsam plante sie mit den Schülern der Kunstkurse Q1 und Q2 (12. und 13. Jahrgang) die Kunstaktion - Deadpool-Performance - die am Dienstag (5.11.2019) in den beiden großen Pausen auf dem Schulhof stattfand. Diese Aktion befasste sich mit dem Thema: Umweltverschmutzung. Wichtig war den Künstlern dabei die Reaktionen der jüngeren Mitschüler.

"Raus aus den Klassenräumen, raus aus der kleinen Kursgemeinschaft – das Erarbeitete und Erschaffene zeigen! Die Überlegungen und all die Kritik mit den Mitschülerinnen und -schülern teilen und dabei auf deren Resonanz und Reaktionen gespannt sein. Das Thema betrifft uns alle – Umweltverschmutzung – nicht nur die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll stand dabei im Unterrichtsfokus, sondern auch die unmittelbare Wegwerf-Kultur vor Ort in der Schule", sagt Lehrerin Mila Tekon, die die Aktion im Folgenden beschreibt:

Zum Thema Umweltverschmutzung: Deadpool-Performance an der Erich-Fried-Gesamtschule.
Zum Thema Umweltverschmutzung: Deadpool-Performance an der Erich-Fried-Gesamtschule. Foto: Mila Tekin

Und schon wieder liegt da ein Trinkpäckchen, eine Flasche, Verpackungsmüll…

Kurzerhand war die Idee geboren, ein Unterrichtsprojekt aus all diesem Unmut zu starten. Auf der Suche nach gelbem Müll wurden die Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs schnell fündig, sodass sie einige Meerestiere aus den Plastikresten gebastelt haben. Schildkröten, Quallen, Fische, Kraken, und Meeresalgen sind entstanden, die am Aktionstag auf dem Schulhof der Erich-Fried-Gesamtschule zum Einsatz kamen. In Form einer Kunstaktion, einer Performance, inszenierten die Oberstufenschüler eine eindrucksvolle Darbietung. Während sich eine Gruppe in Schwarz gekleidet, in einem kunterbunten Pool, der „Candy Zone“, einem quietschbunten Kinderpool, der die Weltmeere repräsentierte, befand und mit Mühe versuchte den Plastikmüll einzusammeln, warf die andere Schülergruppe in weißen und bunten Oberteilen, ständig den Müll hinein. Sie erfreuten sich regelrecht daran und wurden von einer dritten Gruppe, mit rote Oberteilen, stillschweigend unterstützt – den teilnahmslosen Fast-Food-Konsumenten, die ihren Müll noch hinzusteuerten.

Zum Thema Umweltverschmutzung: Deadpool-Performance an der Erich-Fried-Gesamtschule.
Zum Thema Umweltverschmutzung: Deadpool-Performance an der Erich-Fried-Gesamtschule. Foto: Mila Tekin

Die Schulgemeinschaft wurde aufmerksam

Einige Schülerinnen und Schüler fragten sich, was die Aktion zu bedeuten hat, andere warfen völlig euphorisch den Müll mit in den Pool, andere wollten beim Einsammeln helfen als sie all den Müll sahen. Der große Kontrast unserer Wegwerfgesellschaft und dem Einsatz von unermüdlichen Aktivisten wurde allen bewusst sowie die Anstrengungen einem schier endlosen Müllberg entgegenzutreten – und dabei handelte es sich „nur“ um einen kleinen Kinderpool auf einem Schulhof…

Die Bandbreite an den Reaktionen hat den beiden Kunstkursen mehr als zu verstehen gegeben, wie zwiegespalten unsere ganze Gesellschaft doch ist. Solange wir nicht an einem Strang ziehen und uns gemeinsam für unsere Umwelt und die Reduzierung unserer Müllproduktion einsetzen, passiert nicht viel. Das Wachrütteln hat im Klassenraum begonnen und setzte sich auf dem Schulhof fort .

Schüler äußern sich

Jane Leßlich aus dem 12. Jahrgang: „Wir gehen alle so gerne in die „Candy Zone“ schwimmen, buchen entsprechend unseren Urlaub und genießen die Zeit, aber wie lange soll sich das noch halten, wenn sich kaum Menschen für den Erhalt verbuchen und ihr Konsumverhalten nicht kritisch reflektieren?“

Mehmet Ay aus dem 12. Jahrgang: „Es liegt an uns, was zu bewirken und nicht nur unsere Schulgemeinschaft wachzurütteln, sondern auch die Politiker!“

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