Tarifrunde öffentlicher Dienst

Weitere Warnstreiks

Aufruf der Gewerkschaft ver.di zum Warnstreik im öffentlichen Dienst in Herne (NW), am Mittwoch (14.10.2020). Aufnahme vom Montag (12.10.2020).
Aufruf der Gewerkschaft ver.di zum Warnstreik im öffentlichen Dienst in Herne (NW), am Mittwoch (14.10.2020). Aufnahme vom Montag (12.10.2020). Foto: Stefan Kuhn

Recklinghausen. Im öffentlichen Dienst wird es aufgrund eines weiterhin fehlenden Angebotes und der verhärteten Haltung der kommunalen Arbeitgeber am Mittwoch, 14. Oktober 2020, zu weiteren ganztägigen Streiks kommen. Betroffen sind u.a. die Stadtverwaltungen Recklinghausen, Herten, Datteln, Oer-Erkenschwick, Dorsten, Waltrop, Marl und Haltern am See, die Kreisverwaltung Recklinghausen, die Bundesagentur für Arbeit in Recklinghausen, LWL Klinik und Wohnverbund Marl, LWL Klinik Herten sowie die Sparkasse Vest.

Bernd Dreisbusch, Geschäftsführer des ver.di Bezirks Mittleres Ruhrgebiet, dazu: „Jetzt ist es an der Zeit, wirklich zu zeigen wie viele Kolleginnen und Kollegen hinter unseren Forderungen stehen. In den letzten 14 Tagen haben die Beschäftigten betrieblich gestreikt. Jetzt soll sichtbar werden, wie groß die Unterstützung unserer Forderung in der laufenden Tarifrunde ist.“

Angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens im Kreis Recklinghausen, wird von größeren Kundgebungen und Aktionen anlässlich des Streiks abgesehen. Im ver.di Bezirk Mittleres Ruhrgebiet wird es deshalb mehrere kleinere Streikkundgebungen u.a. in Marl und Recklinghausen geben. „Auch wir haben natürlich das Infektionsgeschehen im Blick und stellen die Gesundheit unserer Kolleginnen und Kollegen an oberste Stelle.“, so Dreisbusch.

Eine dritte und bisher letzte Verhandlungsrunde ist ab dem 22. Oktober geplant. Betroffen sind von den Verhandlungen beispielsweise Beschäftigte in kommunalen Kliniken und Psychiatrien, Seniorenzentren und Kindertagesstätten, bei der Müllabfuhr, den Sparkassen, den Städten, Gemeinden und Landkreisen, bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern und vielen anderen Dienststellen und Einrichtungen des Bundes wie den Zoll oder die Rentenversicherung.

ver.di fordert für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen unter anderem eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent bzw. einen Mindestbetrag von 150 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro monatlich angehoben werden.

Darüber hinaus soll das Thema der Entlastung der Beschäftigten in den Tarifverhandlungen behandelt werden. Die besonderen Themen des Gesundheitswesens und der Pflege sollen an einem eigenen Verhandlungstisch eingebracht werden. Das Ergebnis soll später zeit- und inhaltsgleich auf Beamt*innen übertragen werden.

Nicht zuletzt wehren sich die Gewerkschaftsmitglieder nun auch gegen, durch die Arbeitgeber angedachte Verschlechterungen bei der Eingruppierung oder gegen Sonderopfer einzelner Beschäftigtengruppen, wie zum Beispiel den Sparkassenbeschäftigten.

Die Streikveranstaltungen in Recklinghausen und Marl beginnen jeweils um 9:30Uhr in Recklinghausen auf dem Rathausplatz und im Marl auf dem Creiler Platz. In Marl spricht der stv. Landesbezirksleiter von ver.di NRW, Frank Bethke, zu den Streikenden.

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