Sommer sagt: Sahne super

Stellungnahme

Eierlikör.
Eierlikör. Foto: Merlin Morzeck

Das Europäische Parlament hat heute die neue Spirituosenverordnung verabschiedet. Die Europaabgeordnete und Expertin für Lebensmittelfragen im Europäischen Parlament, Dr. Renate Sommer (CDU), äußert sich zu dem Ergebnis der Abstimmung wie folgt: „Es gibt gute Neuigkeiten für Liebhaber und Hersteller von Eierlikör. Bisher durfte Eierlikör - neben Alkohol - ausschließlich Ei und Zucker beziehungsweise Honig enthalten. Gerade in einigen Regionen Deutschlands wird Eierlikör aber nach traditionellen Rezepturen mit Sahne geschmacklich abgerundet. Das fand bisher in einer rechtlichen Grauzone statt, denn es war gesetzlich nicht ausdrücklich erlaubt. Im Oktober 2018 entschied der Europäische Gerichtshof sogar, dass unter der Verkehrsbezeichnung Eierlikör vertriebene Liköre keine Sahne enthalten dürfen.

Ich konnte durchsetzen, dass die neue Spirituosenverordnung die Verwendung von Sahne im Eierlikör ausdrücklich erlaubt. Diese Änderung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. Außerdem gibt es für Spirituosen nun EU-weit einheitliche Höchstwerte zur Abrundungszuckerung. Bisher hatte jeder Mitgliedsstaat seine eigenen Regelungen. Zwar sind die neuen Werte höher als die bisher in Deutschland gültigen Höchstmengen, aber der nationale Gesetzgeber darf strengere Regelungen treffen, und ich hoffe sehr, dass er dies auch tun wird. Verwendet man zur Herstellung von zum Beispiel Obstbränden hochwertige Früchte, ist eine Abrundungszuckerung nicht nötig. Der Verzicht auf einen Zuckerzusatz, gerade in Deutschland die Regel, ist also ein Qualitätsmerkmal.

Leider konnte ich nicht durchsetzen, dass der Verzicht auf den Zusatz von Zucker auch auf dem Flaschenetikett ausgelobt werden darf. Jetzt dürfen Hersteller aber wenigstens die Angabe Trocken oder Dry verwenden. Das ist zwar auf dem deutschen Spirituosen-Markt unüblich, aber vielleicht kann sich dieser Begriff ja als Qualitätsmerkmal etablieren.“

Quelle: