Sieben in einer Saison

Aalto-Premieren 2021/22

Scarlattis Barockoper „Kain unf Abel“ kehrt am 26. März 2022 auf die Essener Aalto-Bühne zurück.
Scarlattis Barockoper „Kain unf Abel“ kehrt am 26. März 2022 auf die Essener Aalto-Bühne zurück. Foto: Matthias Jung

In seiner letzten Saison seiner dann neunjährigen Intendanz am Essener Aalto-Musiktheater präsentiert Intendant Hein Mulders sieben Neuproduktionen mit „La finta giardiniera“, „Lucia di Lammermoor“, „Dido and Aeneas“, „Il Trittico“, „Herzog Blaubarts Burg“, „Don Carlo“ und „Arabella“. Wiederaufgenommen werden u. a. die gefeierten Inszenierungen von „Der Freischütz“ (Regie: Tatjana Gürbaca) und Scarlattis „Kain und Abel“ (Regie: Dietrich W. Hilsdorf). Der Kartenvorverkauf beginnt am 9. August 2021.

Als Eröffnungspremiere kommt es am 2. Oktober 2021 zur Aufführung von Wolfgang Amadeus Mozarts wegweisendem Jugendwerk „La finta giardiniera“ („Die Gärtnerin aus Liebe“). Erstmals auf einer deutschen Bühne führt Ondřej Havelka: Regie: Das aus Prag stammende Multitalent ist in seiner tschechischen Heimat vor allem als Sänger und Bandleader seiner Swing-Formation „The Melody Makers“ bekannt. Viele Jahre trat er zudem als Schauspieler in Erscheinung und konnte auch als Regisseur überzeugen – etwa in Leoš Janáčeks Oper „Das schlaue Füchslein“ am Prager Nationaltheater. Am Pult der Essener Philharmoniker dirigiert der Generalmusikdirektor und bekennende Mozart-Liebhaber Tomáš Netopil.

Für die zweite Premiere, „Lucia di Lammermoor“ von Gaetano Donizetti am 27. November 2021, kehrt Dietrich W. Hilsdorf nach seiner letztjährigen Inszenierung von „Kain und Abel“ erneut nach Essen zurück. In der schon etwas älteren Produktion der Semperoper Dresden legt er in prachtvoller Ausstattung und mit gewohnt fesselnder Figurenregie bloß, wie die Machtstrukturen gerade innerhalb der eigenen Familie einen Menschen zerstören können. Die musikalische Leitung übernimmt mit Giuseppe Finzi ein in Essen bestens eingeführter, auch international tätiger Dirgent.

Der Essener Generalmusikdirektor Tomáš Netopil dirigiert die Auftaktinszenierung, Mozarts „La finta giardiniera“ („Die Gärtnerin aus Liebe“).
Der Essener Generalmusikdirektor Tomáš Netopil dirigiert die Auftaktinszenierung, Mozarts „La finta giardiniera“ („Die Gärtnerin aus Liebe“). Foto: Saad Hamza

Henry Purcells meisterhafte Barockoper „Dido and Aeneas“ hat am 2. Januar 2022 Premiere in der Inszenierung von Ben Baur, am Pult der Essener Philharmoniker steht der junge Italiener Andrea Sanguineti. Giacomo Puccini fasste unter dem Titel „Il Trittico“ („Das Triptychon“) seine drei einaktigen Opern „Il Tabarro“ („Der Mantel“), „Suor Angelica“ („Schwester Angelica“) und „Gianni Schicchi“ zusammen. Roland Schwab inszeniert, die musikalische Leitung hat Roberto Rizzi Brignoli.

Mit Paul-Georg Dittrich feierte im vergangenen Herbst einer der aufregendsten jungen Regisseure sein Debüt am Aalto-Theater: Nachdem Wagners „Tannhäuser“ pandemiebedingt nicht zur Aufführung kommen konnte, sorgte Dittrich mit seiner Deutung von Glucks „Orfeo|Euridice“ für einen bemerkenswerten Akzent. Nun inszeniert er Béla Bartóks mitreißenden Einakter „Herzog Blaubarts Burg“, Premiere ist für den 19. Februar 2022 geplant unter dem Dirigat von Gábor Káli. Der junge gebürtige Ungar konnte in den vergangenen Jahren etwa mit Mozarts „Zauberflöte“ an der Semperoper Dresden oder „Rigoletto“ an der Deutschen Oper am Rhein auf sich aufmerksam machen. 2018 wurde er mit dem Young Conductors Award der Salzburger Festspiele ausgezeichnet. Zu den Opern, die am Aalto-Theater in der durch die Pandemie geprägten Zeit bis zur Bühnenreife geprobt, aber bislang nicht aufgeführt werden konnten, gehört auch Giuseppe Verdis „Don Carlo“. Am 12. März 2022 steht endlich die Premiere an. Am Essener Opernhaus kommt das Dramma lirico in der italienischsprachigen Mailänder Fassung auf die Aalto-Bühne. Die Inszenierung bei diesem Kooperationsprojekt mit der Opéra national du Rhin Strasbourg liegt in den Händen des internationak gefragten Kanadiers Robert Carsen, die musikalische Leitung übernimmt Friedrich Haider. Zum Abschluss der Spielzeit 2021/22 feiert die Gesellschaftskomödie „Arabella“ von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal am 14. Mai 2022 Premiere. Für dieses turbulente wie tiefgründige Stück kehrt der Belgier Guy Joosten nach seiner spritzigen Inszenierung von Strauss’ „Die schweigsame Frau“ als Regisseur an das Aalto-Theater zurück. Die musikalische Leitung übernimmt Generalmusikdirektor Tomáš Netopil.

Wiederaufnahmen 2021/2022

Auf die Aalto-Bühne kehrt ab 26. März 2022 Dietrich W. Hilsdorfs Inszenierung von Alessandro Scarlattis Barockoper „Kain und Abel“ zurück, bei der Wiederaufnahme ist die Produktion einer DVD (Naxos) geplant. Freuen darf man sich außerdem auf Webers „Der Freischütz“ (ab 9. Oktober 2021; Inszenierung: Tatjana Gürbaca), Verdis „Rigoletto“ (ab 12. September 2021; Inszenierung: Frank Hilbrich) und Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ (ab 20. Mai 2022; Inszenierung: Jan Philipp Gloger). Jacques Offenbachs unterhaltsamer Operetten-Einakter „Auf Ihr Wohl, Herr Blumenkohl!“, der im Frühsommer den Neustart des Essener Spielbetriebs einläutete, kommt ab 7. November 2021 mit weiteren Vorstellungen auf die Bühne. Wieder zu erleben sind zwei Repertoire-Klassiker des Aalto-Theaters: Puccinis „La Bohème“ (ab 17. Dezember 2021; Inszenierung: Silviu Purcarete) und Mozarts „Don Giovanni“ (ab 17. April 2022; Inszenierung: Stefan Herheim). Komplettiert wird das facettenreiche Musiktheater-Programm ab 9. Dezember 2021 durch das temporeiche Musical „Yesterdate – Ein Rendezvous mit den 60ern“ in der Inszenierung von Marie-Helen Joël.

Oktober
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Samstag
Samstag, 02. Oktober 2021 Aalto-Musiktheater , Opernplatz 10 , 45128 Essen

Weitere Termine:

  • Samstag, 27. November 2021
  • Sonntag, 02. Januar 2022
  • Samstag, 19. Februar 2022
  • Samstag, 12. März 2022
  • Samstag, 14. Mai 2022
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