Regionales Fleisch aus Haltungsform IV

Stellungname

Der Ev. Kirchenkreis mit Superintendent Reiner Rimkus an der Spitze, nimmt zu dem Umgang mit Nutztieren und den Zuständen in den Schlachthöfen wie folgt Stellung und fordert nur noch regionales Fleisch zu kaufen: „Nachdem während der Corona-Krise die Zustände in Fleisch „produzierenden“ Betrieben wieder einmal zutage traten, soll in den Gemeinden des Kirchenkreises Herne von nun an im Blick auf Fleischkonsum in Sitzungen, auf Gemeindefesten und bei anderen Veranstaltungen auf die Herkunft von Wurst, Grillgut etc. geachtet werden.

Wir haben in der Kirche wider besseres Wissen viel zu lange weggeschaut. Die Achtung von Menschenwürde und Tierwohl ist uns ein Anliegen und der Schöpfungsauftrag nimmt uns als Kirche in eine besondere Verantwortung. Die Behandlung bzw. Ausbeutung von billigen Arbeitskräften vor allem aus Osteuropa sei ebenso wenig hinzunehmen wie der Umgang mit Nutztieren in den Mastbetrieben und Schlachthöfen.

Der Kirchenkreis hat nun alle Gemeinden gebeten, auf diesem Gebiet mit einer Selbstverpflichtung mit einem entsprechenden Presbyteriumsbeschluss Klarheit zu schaffen. Alle Evangelischen Gemeinden sollten durch die Verwendung von Fleisch aus der Region bzw. aus Haltungsform IV zeigen, dass es uns ernst ist mit der Verantwortung für die Schöpfung und wir selbst tun, was wir nach außen verkündigen. Vegetarische Alternativen sind darüber hinaus unter dem Klimaschutz-Aspekt ein wichtiger Baustein in dieser Verantwortung."

Pfarrer Martin Domke, Leiter des Eine Welt Zentrums: „Dass fair produziertes Fleisch teurer ist als Fleisch aus Massentierhaltung, verstehe sich von selbst. Menschenwürde und Tierwohl haben ihren Preis, die Ausbeutung von Mensch und Tier sind aber auch nur vordergründig billiger. Die Lasten tragen am Ende die Schwächsten, das Risiko die Gesellschaft, die Gewinne gehen an eine Handvoll Menschen.“

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