NRW-Schausteller ehren Karl-Josef Laumann

Oberbürgermeister: Crange wird kommen!

Jahresempfang der NRW-Schaustellerverbände
Jahresempfang der NRW-Schaustellerverbände Foto: Björn Koch

Der Jahresempfang der NRW-Schaustellerverbände fand am Freitagabend (4.3.2022) im Kulturzentrum statt. Die Arbeitsgemeinschaft der Schaustellerverbände in NRW ehrte bei der Veranstaltung Minister Karl-Josef Laumann für seine Verdienste und Einsatz für die Schausteller während der Corona-Pandemie. Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda kündigte zudem an, dass die Cranger Kirmes 2022 stattfinden wird.

Jahresempfang der NRW-Schaustellerverbände
Jahresempfang der NRW-Schaustellerverbände Foto: Björn Koch

Die Kirmes-Fans müssen nun für sich entscheiden, welche Nachricht die wichtigere - oder eher die freudigere - ist: Die Ehrung des NRW-Gesundheitsminister Laumann mit dem goldenen Karusselpferd oder die Zusage von Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda, dass die Kirmes an den Kanal kommen wird. Aber der Reihe nach. Albert Ritter, 1. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Schaustellerverbände in NRW und Präsident des Deutschen Schaustellerbundes e.V., eröffnete den Abend im Kulturzentrum. Die Schatten der Pandemie waren noch nicht ganz verschwunden und die Situation in der Ukraine warfen wiederum neue Schatten voraus. Die Schausteller zeigten sich solidarisch, denn der Einzug der Fahnenträger wurde mit einer ukrainischen Fahnen eröffnet und die Kapelle spielte die ukrainische und deutsche Nationalhymne.

1.000 Freikarten für geflüchtete Kinder

Albert Ritter fasste in seiner Eröffnungsrede die Unterstützungen der Schausteller zusammen, die sie - trotz der Einschränkungen durch die Corona-Krise - brachten: „Als die Altenheime geschlossen waren, war wir mit Orgeln vor Ort. Und wir waren mit die Ersten, die mit Schwerlastkränen in die Flutgebiete fuhren, vorne weg die Bonner Kollegen.“ Die Schausteller möchten auch bei der aktuellen Situation rund um den Krieg in der Ukraine ihren Beitrag leisten. „Wir Schausteller sind nicht in der Lage, Panzer aufzuhalten. Aber wir können das tun, wofür wir seit Generationen in diesem Beruf eintreten: Nämlich Freude zu bereiten, insbesondere in diesen Zeiten den traumatisierten Kindern auf der Flucht. Deswegen bieten wir der Landesregierung 1.000 Freikarten für Crange an. Und wenn's mehr als 1.000 werden, 2.000 oder sonst was, wir lassen uns nicht lumpen“ so der Schaustellerpräsident.

Jahresempfang der NRW-Schaustellerverbände
Jahresempfang der NRW-Schaustellerverbände Foto: Björn Koch

In der weiteren Rede fasste Albert Ritter die aktuellen Probleme der Schausteller zusammen. Der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes berichtete von den Kämpfen während der Pandemie und den Erfahrungen mit Behörden und Funktionsträgern. Vieles sei in der Corona-Pandemie nicht nachvollziehbar für die Schausteller gewesen. Warum zum Beispiel die Gastronomie innen verkaufen, aber der Schausteller seinen Stand nicht öffnen durfte. Auch die Frage nach der Systemrelevanz beantwortete Ritter mit einem Beispiel: „Wenn wir mit unseren Standgebühren auf dem Feuerwehrfest das neue Spritzenhaus mitfinanzieren, dann sind wir für diese Menschen durchaus systemrelevant.“

Aber auch die nähere Zukunft bringt für die Schausteller neue Herausforderungen. Zahlreiche Arbeitskräfte gingen durch die Pandemie verloren. Und die angespannte Situation bei den Energiekosten - vor allem beim Strom - bringe ebenfalls Sorgen für die Branche. „Wir möchten Planungssicherheit und wir möchten nicht, dass eine Fahrt mit dem Kinderkarussell fünf Euro kostet. Die Preise sollen bürgerlich bleiben“, so Ritter. Er sprach seine Wünsche, aber auch seine Forderungen, in den großen Saal des Kulturzentrums - und an die zahlreichen anwesenden Bundes- und Landtagsabgeordnete.

Cranger Kirmes 2022

Jahresempfang der NRW-Schaustellerverbände
Jahresempfang der NRW-Schaustellerverbände Foto: Björn Koch

Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda dankte in seinem Grußwort den Schaustellern für ihr Durchhalten während der Pandemie. „Sie können stolz auf sich sein. Sie haben das irgendwie überstanden. Sie haben gelitten, mehr als andere. Wir mussten zweimal Crange absagen - war nicht schön. Harte Zeiten, schwere Zeiten, jetzt kommen wieder gute Zeiten. Danke, dass Sie zusammengehalten und durchgehalten haben.“ Dann sagte Dr. Dudda einen Satz, den Albert Ritter aufhorchen ließ: „Bald ist wieder Kirmes, bald ist wieder Crange. Das ist ein Gefühl, das macht was mit einem.“ Sofort hakte der Präsident der Schausteller nach: „Crange wird laufen dieses Jahr? Ist das so?“ Und so kam die Antwort, auf die so mancher Kirmes-Fan lange gewartet hat: „Crange 2022 wird stattfinden!“ Der Oberbürgermeister fügte aber hinzu, dass dann die Bundestagspräsidentin kommen müsste. Außerdem kündigte er drei Schläge für den Fassanstich an, „sonst sind die Münchener zu deprimiert.“

Ehrung und Dank an Wolfgang Lichte

Jahresempfang der NRW-Schaustellerverbände
Jahresempfang der NRW-Schaustellerverbände Foto: Björn Koch

Dr. Dudda ehrte im Rahmen des Jahresempfanges Wolfgang Lichte für seine langjährige Arbeit als Vorsitzender der Schausteller-Vereinigung Herne. Das Amt ging vor kurzem auf Sohn Timo Lichte über. „22 Jahre war Wolfgang Lichte als 1. Vorsitzender tätig und hat unter anderem die Kirmes in die Innenstadt gebracht. Immer bescheiden, immer im Hintergrund, aber immer da wenn man ihn braucht,“ so der Oberbürgermeister. Der neu gewählte 1. Vorsitzende Timo Lichte fügte hinzu: „Mein Ziel ist es, unseren kleinen Verband mit genau seiner Haltung im Amt zu führen: Bescheiden, uneigennützig und - cool. Für dieses Konzept danke ich meinem lieben Papa, für die fast 25 Jahre Vorsitzender der Herner Schausteller.“ Wolfgang Lichte bedankte sich für die Ehrung und kommentierte dies mit den Worten: „Ich muss morgen mal in den Spiegel schauen, ob ich das noch bin, der so eine Auszeichnung verdient hat.“

Verleihung des goldenen Karussellpferdes

Jahresempfang der NRW-Schaustellerverbände
Jahresempfang der NRW-Schaustellerverbände Foto: Björn Koch

Apropos Ehrung: Der Höhepunkt des Abends, die Verleihung des goldenen Karussellpferdes an NRW-Minister Karl-Josef Laumann, stand noch auf der Tagesordnung. „Sie haben heute den besten Mann zum Preisträger gemacht. Weil Karl-Josef Laumann ein Arbeits- und Sozialminister ist, der gerade in der Pandemie gezeigt hat, dass man sicherlich manches auch mit harten Hand durchsetzen muss. Aber auch mit viel Verstand und warmen Herzen,“ so Prof. Dr. Andreas Pinkwart Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Jahresempfang der NRW-Schaustellerverbände
Jahresempfang der NRW-Schaustellerverbände Foto: Björn Koch

Die Laudatio hielt der Preisträger des Jahres 2020 Lothar Inden, Schützenchef der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Düsseldorf. „Für die Schausteller war Karl-Josef Laumann in der Pandemie wie ein Fels in der Brandung. Er hat sich für sie verband und konnte so das wirtschaftliche Überleben vieler Schaustellerfamilien sichern. Er sah es für seine Verpflichtung an, dass noch Geld in die Kasse kam. Viele haben Karl-Josef Laumann in der Pandemie einen Menschen erlebt, der die Sprache des kleinen Mannes versteht. Er weiß worum es geht und versteht die Praxis. Er trifft mit seiner Gradlinigkeit, seiner offenen und ehrlichen Art die Seele der Mitmenschen.“

Jahresempfang der NRW-Schaustellerverbände. Lothar Inden, Schützenchef der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Düsseldorf hielt die Laudatio.
Jahresempfang der NRW-Schaustellerverbände. Lothar Inden, Schützenchef der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Düsseldorf hielt die Laudatio. Foto: Björn Koch

„Das sie gerade denjenigen das goldene Karussellpferd überreichen, der mit seiner Unterschrift das ganze Unheil angerichtet hat, spricht ja dafür, dass die Schausteller verdammt viel Humor haben“ so der Preisträger Laumann. „Die Pandemie ist über uns gekommen und wir mussten mit dieser Situation irgendwie umgehen. Da hat man auch nicht alles richtig gemacht. Aber wir waren natürlich schon verpflichtet, nach besten Wissen und Gewissen alles zu tun, damit möglichst wenig Menschen an dieser Pandemie sterben. Und das unsere Krankenhäuser die Menschen versorgen konnten, die Hilfe brauchten.“ Der NRW-Gesundheitsminister sprach vor allen den Menschen in den Krankenhäusern seinen Dank aus: „Was unsere Ärzte und Pflegekräfte in den zwei Jahren geleistet haben, kann man nicht hoch genug schätzen. Die haben Tag und Nacht einen tollen Job gemacht.“

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