Miteinander entdecken, voneinander lernen

(foto nur für dreizeit ) dreizeit-TeilnehmerInnen bei Aktivitäten im Themenfeld Landwirtschaft.
dreizeit-Teilnehmer bei Aktivitäten im Themenfeld Landwirtschaft. Foto: schaper
v.l. Dennis Neumann, Susanne Schübel, Benedikt Stumpf, Judith Pöstgens, Rainer Bodenschatz.
v.l. Dennis Neumann, Susanne Schübel, Benedikt Stumpf, Judith Pöstgens, Rainer Bodenschatz. Foto: Frank Dieper, Stadt Herne

Im Jahr 2015 startete in Dortmund das Tandem-Programm - dreizeit-miteinander entdecken, voneinander lernen. Das Projekt bringt jeweils zwei Grundschul-Kinder und einen Menschen über 50 zu einem Tandem zusammen. Nein, dabei geht es nicht um ein Fahrrad mit zwei Sätteln, sondern darum, gemeinsam Neues zu erleben und zu entdecken und die Umwelt zu erforschen - in den vorgegebenen Erlebnisräumen: Wald, Landwirtschaft und Ernährung.

(foto nur für dreizeit ) dreizeit-Teilnehmer bei Aktivitäten im Themenfeld Wald.
dreizeit-Teilnehmer bei Aktivitäten im Themenfeld Wald. Foto: Bellwinkel

Nach den Schulferien 2018 startet das außerschulische Programm in Herne. Das Ziel: Drei Menschen verbringen Zeit miteinander und partizipieren voneinander. Am Montag (20.8.2018) stellten Programmkoordinator, Benedikt Stumpf von der wert-voll gGmbH, und Fachkoordinatorin Tandem, Judith Pöstgens, von dem Projekt dreizeit das Programm im Rathaus vor. Stumpf: „Als Begleiter suchen wir explizit keine Studenten, sondern Menschen mit Lebenserfahrung. Wir suchen Menschen jenseits der 50, in deren Leben schon eine gewisse Ruhe und Konstanz eingekehrt ist.“ Das Tandem-Projekt setzt auf Langfristigkeit. Darum verpflichten sich die Begleiter für mindestens ein Jahr in jedem Monat zwei Aktivitäten von jeweils vier Stunden mit den Kindern zu organisieren.

dreizeit-Teilnehmer bei Aktivitäten im Themenfeld Ernährung.
dreizeit-Teilnehmer bei Aktivitäten im Themenfeld Ernährung. Foto: Bellwinkel

Gemeinsam zieht ein Tandem-Team los und sammelt unterschiedliche Erfahrungen in den genannten Erlebnisräumen - Wald, Landwirtschaft und Ernährung - und lernt im Idealfall voneinander. Angeleitet und beraten werden sie dabei vom dreizeit-Team, das in Herne mit Kooperationspartnern der jeweiligen Erlebnisräume zusammenarbeitet. Die Tandems können auch eigenständige Initiativen entwickeln „das ist sogar erwünscht", sagte Stumpf. Die Erfahrung in Dortmund zeige, dass die eigenen Aktivitäten die Tandems eher zusammenschweiße.

Judith Pöstgens: „Uns ist dabei wichtig, dass wir den Begleitern klar machen, dass jede Aktivität auch mit kleinen Mitteln zum Ziel führt. Hier soll kein Feuerwerk abgebrannt werden. Die Begleiter stehen nicht in Konkurrenz zur Familie, sondern sollen ergänzen.“ Da heute viele Kinder sich selbst überlassen blieben, aus Zeit- oder Geldmangel, da auch ein Zusammenleben von Jung und Alt nicht mehr zur Normalität gehöre, erhofft sich dreizeit von dem Projekt einen Austausch der Generationen. Ebenso soll der Austausch zwischen den sozialen Schichten gefördert werden. Stumpf: „Jedes Kind im Grundschulalter kann angemeldet werden, wir selektieren nicht nach Herkunft.“

v.l. Benedikt Stumpf, Susanne Schübel.
v.l. Benedikt Stumpf, Susanne Schübel. Foto: Frank Dieper, Stadt Herne

Susanne Schübel, vom Verein ID55 und vom Paritätischen, arbeitet mir dreizeit zusammen: „Benedikt Stumpf knüpfte schon vor anderthalb Jahren den Kontakt zu uns, seitdem sind wir mit ihm im Gespräch. Der Verein ID55 - Anders alt werden - bietet natürlich Projekten eine Bühne, die zu unserem Motto passen. Ebenso der Paritätische Verein, der Räume zur Verfügung stellen wird. Dort wird Judith Pöstgens die Ansprechpartnerin vor Ort sein.“ Dennis Neumann von der Stadt Herne und verantwortlich für die Stabsstelle - Zukunft der Gesellschaft: „Wir halten das Projekt für sehr sinnvoll, da viele Kinder in Herne bei ihrer Einschulung motorische Defizite aufweisen oder übergewichtig sind. Zudem haben wir viele Menschen, die sich engagieren wollen, wenn sie als Dreier-Tandem unterwegs sind, haben alle etwas davon.“

Benedikt Stumpf.
Benedikt Stumpf. Foto: Frank Dieper, Stadt Herne

Kinder und potentielle Begleiter können sich bewerben und während eines Aufnahmegesprächs wird geprüft wer mit wem zusammenpasst. Judith Pöstgens: „Dabei berücksichtigen wir die Wohnortnähe der möglichen Dreier-Konstellation, Charaktereigenschaften, was wollen die Familien oder, kommen die Begleiter auch mit lebendigeren Kindern klar?“ Während des Tandem-Jahres werden die Teilnehmer durch das dreizeit-Team betreut. Für die Begleiter wird ein Stammtisch eingerichtet, an dem alle vier bis sechs Wochen ein Austausch stattfinden kann und auch soll.

Ein erster Schnupperkursus findet für 5 Tandems am Donnerstag, 13. September 2018, statt. Gemeinsam geht es dann mit den Veranstaltern zum Schulbauernhof an der Stadtgrenze Recklinghausen / Herne. Bewerben können sich Menschen, die am Tandem teilnehmen wollen hier: Judith Pöstgens, j.poestgens@dreizeit.org, Tel 0231 / 58696141 oder beim Ehrenamtsbüro der Stadt Herne ehrenamt@herne.de, Tel 02323 / 161716. Das mehrfach ausgezeichnete und für den Deutschen Engagementpreis nominierte Programm wird insbesondere durch die RAG-Stiftung gefördert.

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