Kunst und Kohle - verhüllt das Schloss

Die Nacht der Spielleute 2016
Schloss Strünkede. Foto: Björn Koch

Kunst & Kohle ist das größte städteübergreifende Ausstellungsprojekt, das je zu diesem Thema umgesetzt wurde. Vom 5. Mai bis zum 16. September 2018 werden in 13 Städten und 17 RuhrKunstMuseen zeitgleich über die gesamte Region hinweg künstlerische Positionen gezeigt, die sich auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Thema Kohle auseinandersetzen. Ein Teil der Reihe findet auch in Herne stattt. Genauer gesagt am Wasserschloss derer zu Strünkede. Das Wasserschloss aus dem 16./17. Jahrhundert entstammt einer Zeit, die historisch vor dem prägenden Kohlezeitalter des Ruhrgebiets anzusiedeln ist. Dennoch gibt es zahlreiche Verbindungen zwischen dem barocken Gebäude und der Industrie. So gelangte das Schloss um 1900 in den Besitz der Harpener Bergbau AG, die es als Firmensitz nutzte.

Verhülltes Gebäuse auf der 14. documenta Kassel - Ibrahim Mahama.
Verhülltes Gebäuse auf der 14. documenta Kassel - Ibrahim Mahama. Foto: Ferdinand Ullrich

Der ghanaische Künstler Ibrahim Mahama will das Schloss in ein monumentales Kunstwerk verwandeln. Dafür verhüllt der documenta 14-Teilnehmer große Teile des Daches und der Schlossfassade mit Jutesäcken. In seiner Heimat sind die groben Stoffsäcke das landestypische Verpackungsmaterial, mit dem nicht nur Lebensmittel, sondern auch Kohle über weite Strecken transportiert wird. Mahama erhält sein Arbeitsmaterial im Tausch gegen neue Jutesäcke von Arbeiterinnen und Arbeitern aus seiner afrikanischen Heimat. Die von ihm verwendeten Säcke verweisen auf ihren fast täglichen Einsatz, sind sie doch bisweilen zerschlissen, mit Markierungen und Aufdrucken versehen. Gerade dadurch werden sie zum Relikt bzw. archäologischen Material, das die globale Zirkulation von Rohstoffen und wirtschaftliche Umwandlungsprozesse sichtbar machen.

Mit seiner Verhüllung des Schloss Strünkede zeigt Mahama auch die negativen Seiten des Aussteigs aus der Steinkohleproduktion auf. Während die deutschen Zechen schließen, wird dennoch weiterhin Kohle benötigt und hierfür aus anderen Ländern wie etwa China importiert. Die Kohle ist zwar günstiger, jedoch sind die Arbeitsbedingungen der fördernden Kumpels mit deutschen Standards nicht vergleichbar und auch Auflagen für den Naturschutz werden kaum eingehalten.

Erweitert wird die Ausstellung durch Skizzen sowie Foto- und Videoaufnahmen, die im Schlossinneren zu sehen sein werden, die den Entstehungsprozess des Herner Kunstwerkes nachzeichnen. zu allen Ausstellungen

Quelle: