Jahresrückblick 2021 des Theater Traumbaum

Ebenso blicken die Verantwortlichen auf das Jahr 2022

#Extreme - die Extremismus-Falle.
Die Verantwortlichen des Theater Traumbaum blicken auf das vergangene Jahr zurück. Foto: Theater Traumbaum

Für viele Künstler war 2021 ein existentielles Jahr, in dem durch den langen Lockdown alles auf der Kippe stand. Am Ende blickt das Theater Traumbaum erschöpft, dankbar und zufrieden auf ein herausforderndes Jahr zurück. „Wir mussten uns immer wieder neu erfinden, schnell neue Strukturen aufbauen und immer einen Plan B, wenn nicht sogar einen Plan C und D in der Tasche haben,“ so der Herner Theatermacher Ralf Lambrecht.

Das Ende 2020 gestaltete sich noch sehr hoffnungsfroh. „Unsere Spielzeit YemejHaShoah, Theater für eine starke Demokratie sollte Ende Januar starten und war eigentlich komplett ausverkauf,“ schilderte Birgit Iserloh.

Theater- und Schulschließungen

Doch dann kam der Lockdown mit den Theater- und Schulschließungen so wie dem Homeschooling. „Wir haben in kürzester Zeit unter Hochdruck aus realen theaterpädagogischen Workshops online Formate für Schulklassen im Homeschooling entwickelt, so dass die Spielzeit komplett online durchgeführt werden konnte,“ freute sich Ralf Lambrecht. Wobei sich das nicht so einfach gestaltete, wie es sich anhört. Eine ganze Schulklasse 90 Minuten lang online via Kamera und Monitor dazu zu motivieren, sich aktiv zu beteiligen, vor der Kamera aufzustehen, sich zu bewegen, online miteinander Szenen zu spielen, kann schweißtreibender sein, als eine Doppelvorstellung live im Theater.

„Da der Lockdown dann weiter anhielt, haben wir für unsere Frühjahrsspielzeit komplett neue zusätzliche theaterpädagogische Online-Workshops entwickelt, die den Bedürfnissen der Schüler in der Homeschooling Situation gerecht wurden,“ schilderte Birgit Iserloh.

Ralf Lambrecht ergänzte: „Wir haben sogar unseren offenen Schausspielkurs „KleineHaie“ als nachmittags Angebot durchgeführt. Das Einzige was fehlte, war die abschließende Werkstattaufführung. Das wäre online zu kompliziert geworden.“

Online-Workshops

„Diese Online-Workshops waren für uns eine wichtige Erfahrung. Normalerweise besuchen uns die Kinder und Jugendlichen im Theater oder wir sie in der Schule. Hier waren wir, wenn auch „nur“ online, bei ihnen zu Hause zu Gast,“ berichtete Birgit Iserloh.

Dann kam der Mai mit fallenden Inzidenzen und der geteilte Unterricht. Da das Theater immer noch geschlossen bleiben mussten, ging es mit realen Stücken für Schulklassen für das Theater Traumbaum auf die Schulhöfe, die Außengelände und die Turnhallen. „Ambulante Gastspiele unter solchen Bedingungen sind zwar anstrengend, aber wir haben das gerne auf uns genommen,“ so Ralf Lambrecht. „Durch den Lockdown hatten es sich die Schülern mehr als verdient, dass man ihnen wieder so etwas wie reale „Normalität“ schenkt.“

„Wir sind dem Bochumer Kulturrat sehr dankbar dafür, dass er es ermöglichte, ein Hygienekonzept zu entwickeln, mit dem wir Anfang der Sommerferien unser Theaterprojekt „Lockdownkids“ wieder real im KulturMagazin stattfinden lassen konnten. Sogar mit abschließender Werkstattaufführung, wenn auch nur vor dreißig Zuschauer/innen,“ setzte Birgit Iserloh fort. Bereits im September begannen die vorgezogenen "Anne Frank Kulturwochen“, Corona-gerecht vor einem halb vollem Theater.

„Für die Spielzeit Winter haben wir dann mit der freundlichen Unterstützung des Kulturbüros den Vorplatz mit Pavilions und Bierbänken zum Außenfoyer umgestaltet, damit es auch eine corona gerechte Möglichkeit des Ankommens gab,“ schilderet Ralf Lambrecht.

Birgit Iserloh ergänzte: „Letztendlich konnten von Anfang September bis zum 24. Dezember 2021 einundsechzig Vorstellungen real im Kulturmagazin stattfinden, nur eben vor der Hälfte des Publikums. Was uns aber besonders freut und motiviert sind die Rückmeldungen unseres Publikums, dass es uns gelungen ist, mit allen konsequent eingehaltenen Regeln und Einschränkungen das zu erfüllen, wofür Traumbaum steht: Theater, herzlich, intensiv, anspruchsvoll ,bewegt und bewegend.“

Im Moment sitzen die beiden Theatermacher/innen auf heißen Kohlen, denn die YemejHaShoa 2022 soll am 17. Januar 2022 beginnen. „Eigentlich sind schon viele Vorstellungen so gut wie halb voll," freutw sich Birgit Iserloh.

„Aber, wer weiß, wie sich die Inzidenzen und Auflagen entwickeln,“ gibt Ralf Lambrecht zu Bedenken. Die Beiden sind gewappnet. Wenn es auch Anfang 2022 einen Theaterlockdown gibt, können und werden sie die Spielzeit direkt in den Schulen oder wieder online durchführen. „Für die Spielzeit Frühjahr haben wir dann eine besondere Überraschung ein ganz neues, aktives und partizipatives Angebot für Schulen und auch Sonntags für Familien, das spannend werden wird", verriet Birgit Iserloh abschließend.

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