Im Sommer verhungern viele Hummeln

Im Sommer sterben viele Hummeln - diese labt sich am Oregano.
Im Sommer sterben viele Hummeln - diese labt sich am Oregano. Foto: Carola Quickels

Im Juli und im August erhält die Stadt Herne besonders viele Meldungen über tote Hummeln. Deswegen weist die Untere Naturschutzbehörde darauf hin, dass seit Jahrzehnten vor allem in Städten ein Hummelsterben im Sommer zu beobachten ist. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die Tiere nicht – wie viele Bürger vermutet haben – an Vergiftungen sterben, sondern verhungern. Im Juli sind viele Pflanzen, die Hummeln und Bienen als Nahrungsquelle dienen, verblüht. In diesem Jahr hat der zweite sehr trockene Sommer in Folge sicherlich zusätzlich dazu geführt, dass viele Pflanzen vertrocknet sind. Da Hummeln, anders als Bienen, keinen Nahrungsvorrat anlegen, sind sie besonders betroffen. Hummeln speichern weder Stärke noch Fette, ihr Energiestoffwechsel greift ausschließlich auf bestimmte Zucker zurück.

Im Sommer sterben viele Hummeln - diese labt sich am Oregano.
Im Sommer sterben viele Hummeln - diese labt sich am Oregano. Foto: Carola Quickels

Eine der letzten Nahrungsquellen für Bienen und Hummeln sind die spät blühenden Lindenarten. Die Tiere nehmen daher weite Wege in Kauf, um zu den Bäumen zu gelangen. Nicht nur die Tiere eines Volkes, sondern oft mehrere Völker aus einem weiteren Umkreis sammeln sich dort. Der Nektar reicht für die vielen Tiere nicht aus, sodass viele entkräftet den Rückweg zum Nest nicht mehr schaffen. Deswegen findet man vor allem in der Nähe von Linden tote Insekten. Garten- und Balkonbesitzer können den Tieren helfen, indem sie spät blühende Pflanzen mit viel Nektar pflanzen. Zu den besonders guten Bienen- und Hummelweiden gehören Sonnenblumen, Herbstanemonen, Herbstastern, Chrysanthemen und Ringelblumen.

Die immer steriler werdenden Gärten und auch Grünanlagen, sind also für das Hummelsterben im Sommer verantwortlich. Der Nektarmangel im Hochsommer ist drastisch und oft bieten im Juli nur noch die Linden reichlich Nektar. Der ist zwar reichlich, kann aber den Hunger, den jetzt alle Insekten haben auch nicht stillen. Vor allem spät blühende Stauden könnten das Massensterben von Hummeln im Juli und August eindämmen. Der NABU listet einige Spät- und Dauerblühern auf seiner Homepage für den hummelfreundlichen Garten auf.

Hilfe für entkräftete Hummeln

Wer eine entkräftete Hummel findet, der kann ihr recht einfach helfen "wieder auf die Beine zu kommen". Dazu kann man das Tier mit dem Finger oder mit einem Stück Papier vorsichtig aufheben. Dann sollte man einen halben Teelöffel Zucke in etwas lauwarmen Wasser auflösen und diese Lösung dem Tier auf einem Löffel anbieten. Innerhalb weniger Minuten kann sich die Hummel mit ihrem langen Saugrüssel mit bis zu einem Drittel der Flüssigkeit auf dem Teelöffel mit Energie betanken und sie ist wieder putzmunter (NABU).

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