Große Schritte für die Ruhrpott Baskets

Katharina Holtkamp im Spiel gegen Dorsten.
Katharina Holtkamp erzielte in beiden Partien jeweils die meisten Punkte. Foto: Simon Günther

Zwei Siege in der Landesliga

Im Kampf um die Landesliga-Meisterschaft hat die 1. Damenmannschaft der Ruhrpott Baskets Herne am letzten Wochenende gleich zwei große Schritte gemacht. Am Freitag (28.2.2020) kam das Team des Trainer-Duos Michael Hader und Ralf Hagemeyer zu einem hart erkämpften 68:66 (61:61/32:28) nach Verlängerung beim BSV Wulfen, dem bisher hartnäckigsten Verfolger der Hernerinnen. Zwei Tage später gelang dann ein 54:43 (32:19) gegen den Tabellenletzten GV Waltrop, welchen man wohl am ehesten in der Rubrik mühevoller Pflichtsieg verbuchen kann.

Am Freitagabend stand zunächst das Topspiel beim BSV Wulfen auf dem Programm, der Tabellenzweite empfing den Spitzenreiter. Die Gastgeberinnen wollten alles dafür tun, die letzte Chance auf die Meisterschaft zu nutzen. In dieser wichtigen Partie mussten die Hernerinnen ohne ihre Kapitänin Franziska Gertz gehen, die krankheitsbedingt nicht zur Verfügung stand.

Die Herner Starting Five legte einen sehr unglücklichen Start hin. Bis zur vierten Spielminute gelang offensiv wie defensiv überhaupt nichts, so dass Wulfen früh mit 9:0 in Front lag. Erst nach einer Auszeit und einiges an Nachjustierungen nahmen dann in der Folgezeit auch die Ruhrpott Baskets aktiv am Spiel teil. Nun endlich klappten die gewohnten Abläufe, wenn schon nicht perfekt, dann doch zumindest besser, so dass Herne den Rückstand bis zum Ende des ersten Viertels zumindest auf 12:15 reduzieren konnte. Das zweite Viertel startete für die RBH vielversprechend, doch Wulfen zog zur 23:15-Führung davon.

In der Halbzeitpause musste den Herner Damen gar nicht mehr viel gesagt werden, denn sie waren zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem richtigen Weg, hatten durch eine starke Phase von Lena Nerowski, die 7 Punkte in Folge erzielt hatte, den Rückstand auch bereits wieder halbiert (28:32 aus RBH-Sicht). Bis zur 28. Minute sorgte dann vor allem das Duo Carina Heinz und Katharina Holtkamp, die zusammen 10 Punkte in Folge erzielten, für den Ausgleich (38:38).

Von nun an gab es einen offenen Schlagabtausch und keine der beiden Mannschaften konnte sich noch einmal deutlicher absetzen. Auch das vierte Viertel verlief auf Augenhöhe. Beide Teams verpassten die Möglichkeit die Schwächen des Gegners konsequent auszunutzen und frühzeitig für eine Entscheidung zu sorgen.

In der 38. Spielminute führen die Ruhrpott Baskets Herne plötzlich mit 61:56. Diesen 5-Punkte-Vorsprung brachten die Hernerinnen aber nicht über die Zeit, die Gastgeberinnen kamen durch unbändigen Kampf in der Schlussminute nochmal zum Ausgleich, und auch der letzte Angriff der Hernerinnen fand nicht den Weg in den gegnerischen Korb, so dass die Entscheidung erst in der Verlängerung fallen sollte.

Zu Beginn der Verlängerung setzten die Herner Damen nun ein ums andere Mal Katharina Holtkamp geschickt in Szene. Doch Wulfen hatte immer wieder die passenden Antworten parat, so dass dieser Basketballkrimi auch beim Stande von 66:66 noch nicht entschieden war. Es folgten Schlusssekunden, in denen die Entscheidung von der Freiwurflinie fallen sollte: Während Wulfen bei zwei Versuchen keinen Treffer mehr setzen konnte, bekamen die Hernerinnen am Ende der Partie noch insgesamt sechs Freiwürfe zugesprochen, die beiden entscheidenden Treffer setzte dann die erfahrene Carina Heinz zum letztlich umjubelten 68:66 Auswärtssieg.

„Auch wenn sich das Team heute nicht an viele Vorgaben gehalten hat und zudem die schwache Freiwurfquote von gerade einmal 39 Prozent uns fast den Sieg gekostet hätte, wir sind sehr froh, dass wir den Ausfall unserer Kapitänin und zwei deutliche Rückstände so gut weggesteckt haben“, freuten sich Ralf Hagemeyer und Michael Hader über diesen Sieg gegen einen Gegner, der über 45 Minuten wie das eigene Team über die Schmerzgrenze gegangen war.

Zwei Tage später wieder gefordert

Zwei Tage nach dem Sieg in Overtime gegen Wulfen ging es als Kontrastprogramm am Sonntag (1.3.2020) direkt gegen den Tabellenletzten aus Waltrop weiter. Eigentlich hatte man sich vorgenommen von Beginn an Druck zu machen, um Waltrop zu zeigen wer hier die „Frau im Hause“ ist. Leider gelang dies der Starting Five nicht wie gewünscht.

Bis zur siebten Spielminute war es ein offener Schlagabtausch, in dem sich die Gäste nicht abschütteln ließen (8:8). Nach einer Auszeit und ein wenig Feinjustierung wurde es zumindest etwas besser und Herne konnte unter anderem durch zwei verwandelte Dreier von Laura Hader und Lena Nerowski auf 18:9 davonziehen.

Im zweiten Viertel knüpfte Herne direkt an das erste an, verpasste es jedoch mit dieser Intensität weiterzuspielen und womöglich den Sack schon bis zur Halbzeitpause zuzumachen. So stand es 32:19 für die RBH. In der Halbzeitpause war sich das Trainergespann sicher, dass man sich mit der bis hierhin gezeigte Leistung über den Ausgang des Spiels keine Gedanken machen müsste. Doch es kam dann anders.

Waltrop startete bis zur 24. Spielminute mit einem 8:0-Lauf und hatte sich somit wieder auf Schlagdistanz herangespielt (27:32). In den Folge schaffte Herne es zumindest intensiver zu verteidigen und somit den Schaden zu begrenzen. Trotz intensiver Gespräche in der letzten Viertelpause schaffte es Herne immer noch nicht die nötige Intensität aufs Spielfeld zu bringen und musste Waltrop bis auf 40:38 (34.) herankommen lassen.

So langsam wurde dem Trainergespann etwas mulmig und durch eine taktische Umstellung in der Offensive wollte man versuchen das Spiel für sich zu entscheiden. Herne legte jetzt Punkt um Punkt nach und konnte sich zur 38. Spielminute vorentscheidend auf 50:40 absetzen. Diesen Vorsprung ließen sich die Hernerinnen, dann auch nicht mehr nehmen, am Ende war der 13. Sieg in Serie unter Dach und Fach gebracht.

Michael Hader und Ralf Hagemeyer äußerten sich folgendermaßen: „Wir denken, dass dies im bisherigen Saisonverlauf unser schlechtestes Saisonspiel war. Es sah schon so aus, dass wir wollten, aber wir haben es einfach nicht auf das Spielfeld gebracht. Ob es an den schweren Beinen aus der Overtime von Freitag lag, oder ob wir Waltrop zu sehr unterschätzt haben, mögen wir gar nicht beurteilen. Wir als Coaches müssen uns dabei auch ein wenig an die eigene Nase fassen, da wir zu spät taktisch umgestellt haben. Zumindest haben wir dieses Spiel noch gedreht bekommen und am Ende gewonnen. Dies ist einigen unserer Konkurrenten in der Saison nicht gelungen und sie haben vermeintlich leichte Spiele verloren", sagte das Trainer-Duo.

„Wir sind schon ein wenig überrascht darüber wie Waltrop hier heute aufgetreten ist. Mit der gezeigten Leistung dürften Sie eigentlich nicht Tabellenletzter sein. Am Ende gilt, Mund abwischen und weitermachen. Wir brauchen aus den nächsten 4 Spielen nun noch 2 Siege, um den Gewinn der Meisterschaft feiern zu können. Den ersten Schritt wollen wir am nächsten Sonntag gegen Ochtrup machen. Hier werden wir mit Sicherheit anders auftreten als an diesem Sonntag.“

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