Frida Kahlo, Andy Warhol und Pablo Picasso

Picasso-Museum eröffnet neue Ausstellungen

Neue Picasso-Ausstellung im Picassso-Museum.
Neue Picasso-Ausstellung im Picassso-Museum. Foto: Hanna Neander / Picasso-Museum

Münster. Das Picasso-Museum eröffnet am 1. Mai 2021 die neue Fotoausstellung 'Where Ideas Are Born' (bis 20. Juni 2021). In Zusammenarbeit mit der berühmten Fotoagentur Magnum Photos zeigt die Schau rund 80 Fotoporträts von Künstlern, die im vergangenen Jahrhundert Kunstgeschichte geschrieben haben, darunter Frida Kahlo, Ai Weiwei, Francis Bacon und Andy Warhol. Parallel widmet sich das Museum in der Ausstellung „Picasso – Work In Progress“ mit rund 90 Grafiken aus dem Eigenbestand des Picasso-Museums dem seriellem Bilddenken des Spaniers von den Nachkriegsjahren bis zu seinem Spätwerk.

Beide Ausstellungen werden von einem umfangreichen digitalen Vermittlungsprogramm für Kinder, Familien und Erwachsene begleitet. Ticketbuchungen sind vorerst nur für Samstag und Sonntag (1. + 2. Mai 2021) über den Ticketshop auf der Museumswebseite möglich. Die Freischaltung weiterer Zeitkontingente ist abhängig von der Inzidenz der Stadt Münster und wird auf der Webseite tagesaktuell aktualisiert.

Where Ideas Are Born – Magnum Photos

„Künstlerische Inspiration ist mit der Eisenstange durch’s Gewitter zu laufen in der Hoffnung, dass der Blitz einschlägt“. Mit diesem Zitat von Mark Twain führt Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller in die neue Schau „Where Ideas Are Born‘ ein. „Die Ausstellung führt uns in die Studios und Ateliers, in denen die Ideen großer Künstlerinnen und Künstler geboren wurden“, ergänzt Kuratorin Ann-Katrin Hahn aus dem Picasso-Museum. „Ihre Werke prägen bis heute maßgeblich unser Ausstellungsgeschehen.“ Die Arbeiten stammen von über 20 international renommierten Fotograf:innen der Agentur Magnum, darunter Eve Arnold, Henri Cartier-Bresson und Robert Cappa.

Foto-Ausstellung Where Ideas Are Born im Picasso-Museum.
Foto-Ausstellung Where Ideas Are Born im Picasso-Museum. Foto: Hanna Neander / Picasso-Museum

Der Rundgang beginnt mit Aufnahmen aus Akademieklassen, den gemeinschaftlich genutzten Arbeitsräumen während der Künstlerausbildung. Von dort aus führt er von den beengten Ateliers der Pariser Avantgarde-Künstler:innen, über die New Yorker Lofts der amerikanischen Abstrakten Expressionisten und Pop Artists, bis hin zu den Studios der internationalen Stars des zeitgenössischen Kunstmarkts. Die Fotografien zeichnen damit auch die Veränderungen und Strömungen in der Kunstproduktion über die Jahrzehnte hinweg auf, die sich in diesen Atelierumgebungen widerspiegeln.

Das Atelier gilt als besonderer, mit dem Mysterium des Schöpfertums verbundener Ort. Von dem Besuch, aber auch von der bildhaften Darstellung erhoffen wir uns, Authentisches über die Entstehung des Kunstwerks zu erfahren. Die in der Ausstellung gezeigten Fotografien geben seltene Einblicke, sowohl in das kreative Chaos auf dem Zeichentisch von Francis Bacon, als auch in die mit fein säuberlich aufgereihten Statuen gefüllten Regale von Frida Kahlo. Ihre große Ausdruckskraft entwickeln diese Arbeitsszenen durch die Tatsache, dass der Vorgang der Schöpfung seitens des abgebildeten Künstlers für Sekundenbruchteile mit dem des Fotografen zusammenfällt. Die Fotografien sind Ergebnis des Versuchs, den Moment einzufangen, in dem der Funke der Kreativität überspringt.

Die Agentur Magnum Photos

Alle Fotografien stammen von Mitgliedern der Agentur Magnum Photos. Die vier Fotografen Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, David »Chim« Seymour und George Rodger gründeten die unabhängige Fotoagentur 1947 in New York. Der Legende nach stammt der Name von einer Magnumflasche Champagner, die sie anlässlich der Gründung tranken. Geboren aus dem Geist des Idealismus in der unmittelbaren Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Wunsch, die eigene Agenda zu bestimmen, weicht die Fotoagentur in zweierlei Hinsicht von der üblichen Praxis ab: Sie ist eine Genossenschaft, deren Mitarbeiter:innen die Fotograf:innen eher unterstützen als anleiten sollen, und das Urheberrecht liegt bei den Autor:innen der Bilder, nicht bei den Zeitschriften, die die Arbeiten veröffentlichen. Das gibt den Magnum-Fotograf:innen bis heute die Möglichkeit, auch ohne Auftrag an Projekten zu arbeiten, die sie besonders inspirieren.

Foto-Ausstellung: Where Ideas Are Born im Picasso-Museum.
Foto-Ausstellung: Where Ideas Are Born im Picasso-Museum. Foto: Hanna Neander / Picasso-Museum

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit Magnum Photos, Paris.

Picasso – Work In Progress

Die Schau Picasso – Work In Progress vermittelt den Besuchern einen intimen Einblick in Picassos künstlerische Strategien und Arbeitsprozesse. „Wir sehen Picasso in dieser Ausstellung nahezu live bei der Arbeit“, berichtet Kurator Alexander Gaude aus dem Picasso-Museum. „Die Faszination liegt im Erlebnis seines ‚lithografischen Fiebers‘, das ihn kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs ergriffen hat“, so Gaude weiter. Für Picasso gab es insbesondere in seinem Spätwerk keine individuellen, durch Vorstudien entstandene „Meisterwerke“ mehr, auf die der spanische Ausnahmekünstler zielorientiert hinarbeitete. Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit stand vielmehr der fortdauernde Schaffensprozess, das unendliche „Umkreisen“ und die beständige Abwandlung und Weiterentwicklung eines Bildthemas.

Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen die berühmte Stierserie sowie die Folge Die zwei Frauenakte. Sie gehören zu den frühen Meisterwerken der glücklichen Lebens- und Schaffensperiode, die Picasso im Nachkriegsjahrzehnt durch die Beziehung zu Françoise Gilot erlebte. In der chronologischen Präsentation der Werke finden sich auch selten gezeigte Werke wie beispielsweise eine 10-teilige Radierfolge zu Pierre Reverdys poetischem Text „Sable mouvant“ (dt.: „Treibsand“), die in den späten 1960er-Jahren entstand. So entspinnt sich im Parcours der Ausstellung ein spannender Dialog zwischen wohlbekannten und selten präsentierten Werken aus den Beständen des Picasso-Museums.

Ein besonderes Merkmal der Ausstellung „Picasso-Work in Progress“ bildet die Art der Hängung der Werke. Die Präsentation in Gruppen und Serien fällt bereits bei der Betrachtung von Fotografien von Picassos Pariser Atelier oder den Aufnahmen der vom Künstler selbst kuratierten Ausstellungen im Papstpalast von Avignon ins Auge. Sie macht Picassos prozesshafte Arbeitsweise erfahrbar, in der der Künstler das Bildmotiv von Druck zu Druck immer wieder variiert. In diesem Sinne wird den Besucher:innen durch die spezielle Hängung eine einzigartige visuelle Interaktion mit dem „Kosmos“ Picasso ermöglicht.

Öffnungszeiten

Dienstag – Sonntag: 10-18: Uhr

Tickets

Ticketbuchungen sind vorerst NUR für Samstag, Sonntag und Dienstag (1., 2. und 4. Mai 2021) möglich. Die Freischaltung weiterer Zeitkontingente ist abhängig von der Inzidenz der Stadt Münster und wird auf der Museumswebseite tagesaktuell aktualisiert.

Quelle: