Erste Erleichterungen für Pendler

Nach Lkw-Unfall auf der A40

Bahnanlagen sind keine Abenteuerspielplätze.
Erleichterungen für Pendler. Foto: DB

Nach dem schweren Unfall eines Tank-LKW auf der Autobahn A40 direkt unter Eisenbahnbrücken in Mülheim-Styrum liegen die Abrissarbeiten der einsturzgefährdeten Brücke im Zeitplan. Gute Nachrichten gibt es für Pendlerinnen und Pendler. Die äußerste der fünf Eisenbahnbrücken in Fahrtrichtung Essen kann ab Montag, 28. September2020, für den Verkehr wieder freigegeben werden. Sorgen machen nach wie vor die beiden Brücken neben der abgerissenen Brücke. Hier untersuchen Spezialisten, wie stark die enorme Hitze des Brandes die Bausubstanz und den Stahl beschädigt haben. Die Deutsche Bahn (DB) erwartet, dass der Eisenbahnverkehr auf dieser wichtigen Pendlerstrecke über Monate eingeschränkt bleibt.

Bereits seit Montagmorgen laufen die Abrissarbeiten an der einsturzgefährdeten mittleren Brücke “drei” mit vier großen Abbruchbaggern. Jetzt müssen die tonnenschweren Brückenteile zerkleinert und abtransportiert werden. Allein dafür sind rund 100 Sattelzugfahrten notwendig. Anschließend beginnt Straßen.NRW mit der Reparatur der beschädigten Autobahn.

Die Deutsche Bahn hat bereits mit den Planungen zum Bau von Hilfsbrücken begonnen. Im rheinland-pfälzischen Konz hält die DB in einem Stützpunkt unter anderem sogenannte SE-Brücken mit einer Stützweite bis zu 33 Metern vor. Sie können als Straßen-oder Eisenbahnbrücken eingesetzt werden. Um die vierspurige A40 zu überspannen sind insgesamt vier Hilfsbrücken nötig. Die DB rechnet damit, dass Planung und Bau mehrere Monate in Anspruch nehmen wird. Allein die Kosten für Abriss, den Bau von Hilfsbrücken und den Neubau der Brücke liegen schon jetzt in einem zweistelligen Millionenbetrag.

Mit Druck treibt die DB auch die Untersuchung der benachbarten, sogenannten Brücken zwei und vier voran. Zahlreiche Materialproben sollen Aufschluss darüber geben, ob die starke Hitze eine Veränderung der Materialeigenschaften bewirkt hat. Die Untersuchungsergebnisse erwartet die DB in vier bis sechs Wochen. Schon jetzt steht aber fest, dass Schäden an den Bauwerken entstanden sind. Auf der äußeren, und somit am weitesten vom Brandherd entfernten Brücke können ab Montag wieder Züge fahren. Die beiden Gleise - je ein Gleis für die S-Bahn und eines für den Regional- und Fernverkehr - können ausschließlich von Duisburg in Fahrtrichtung Essen befahren werden. Das verbesserte Ersatzkonzept gilt bis auf Weiteres.

Alle beteiligten Akteure haben für den Regional- und Fernverkehr jetzt aber erste Verbesserungen möglich machen können:

  • Die Züge des RRX 1 (abellio; Aachen – Hamm) verkehren von Duisburg in Fahrtrichtung Mülheim/Essen wieder im Regelbetrieb
  • Die Züge des RE 42 (DB Regio, Mönchengladbach – Münster) fahren von Duisburg aus über die Brücke nach Mülheim und Essen
  • Die Züge des RE 42 (DB Regio, Mönchengladbach – Münster) fahren von Duisburg aus über die Brücke nach Mülheim und Essen
  • In der Gegenrichtung fahren die Züge beider Linien die bekannte Umleitung über Oberhausen, Essen-Altenessen und Gelsenkirchen
  • Die Linie S 3 (abellio, Hattingen Mitte - Oberhausen) endet nicht wie bislang in Essen HBF sondern fährt weiter nach Mülheim-Styrum

Mit Betriebsbeginn werden auch die meisten Züge des Fernverkehrs in Fahrtrichtung Köln – Essen wieder auf dem ursprünglichen Fahrweg verkehren können und damit die Städte Essen und Bochum aus Richtung Frankfurt/Süddeutschland ans Fernverkehrsnetz ohne Umstieg anbinden. In der Gegenrichtung müssen die Züge zwischen Dortmund und Köln weiterhin über Oberhausen, Essen-Alten-Essen und Gelsenkirchen umgeleitet werden. Hier entfallen die Halte in Bochum, Essen und Mülheim (Ruhr). Teilweise halten diese Züge ersatzweise in Gelsenkirchen. Der SEV fährt uneingeschränkt weiter.

Aufgrund der Kurzfristigkeit sind gegebenenfalls noch nicht alle Veränderungen umfänglich in den Reiseauskunftssystemen enthalten. Weitere Informationen gibt es ab sofort bei der speziell eingerichteten DB-Servicehotline für den Schienenersatzverkehr unter Tel 0202 51562515. Soweit die Informationen vorliegen, beantworten die Mitarbeiter auch Fragen zu den anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen beziehungsweise informieren über die entsprechenden Kontaktmöglichkeiten.

Fahrgäste von National Express können sich unter www.nationalexpress.de informieren oder den direkten Kontakt ins Serviceteam unter der Tel 0221/ 13 999 444 suchen. Informationen zu den Linien von Abellio erhalten Fahrgäste auf der Webseite www.abellio.de. Für Nachfragen steht das Kundencenter unter Tel 0800/223 5546 (kostenfrei) zur Verfügung.

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