Dudda warnt: Müssen die Kurve flach halten

Einschätzungen des Oberbürgermeisters zu den neuen Corona-Regeln

Infografik zur Kapazität des Gesundheitswesen in Beziehung zur Ausbreitung des Corona-Virus.Quelle: Landesregierung NRW
Auch OB Dudda sagt: Die Kurve muss wieder flacher werden. Foto: Landesregierung NRW

Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda sprach am Donnerstag (29.10.2020) in einer kurzfristig anberaumten Videokonferenz mit bedrückter Stimme und sorgenvoller Miene. „Deutschland und damit auch Herne befinden sich in einer schweren Pandemie-Lage, da ist es verständlich, dass die Stimmung schlecht und die Beunruhigung groß ist“, sagte Dudda. Er gab seine Einschätzungen zum neuen Corona-Lockdown (halloherne berichtete).

„Ich habe Verständnis für den angedachten Gesundheitsschutz der Bundesregierung. Ich finde es nachvollziehbar, dass nun auf die Bremse getreten wird“, sagte der Oberbürgermeister und bekräftigte, dass die Stadt die Beschlüsse mittragen wird und Solidarität das Gebot der Stunde wäre. Viele Nachfragen gäbe es insbesondere zu den Gastroschließungen. Einzelne der neuen Maßnahmen könnten zumindest mit einem Fragezeichen versehen werden.

„Die vier Wochen im November halte ich als Atempause geeignet. Die Wirkung auf Dauer ist damit aber nicht absehbar. Es ist für alle immer wieder eine Abwegung, welche Maßnahmen die Gesellschaft stärker treffen. Ohne Nebenwirkungen ist es aber nicht möglich“, sagte Dudda aufNachfrage von halloherne. „Ich denke, die Bundesregierung hat die Hoffnung, zumindest bis Anfang Dezember die meisten Kommunen wieder unter einen Inzidenzwert von 50 zu bringen.“ Ob dies klappt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

Frank Dudda.
Frank Dudda. Foto: Thomas Schmidt, Stadt Herne

„Weiterhin ist das Infektionsgeschehen nicht genau lokalisierbar, auch wenn öfters Fälle in Kitas und Krankenhäusern auftauchen. Wir wissen aber nicht, wo sich beispielsweise die Erzieherinnen anstecken, dies kann aufgrund der Vernetzung im Ruhrgebiet auch in anderen Städten passiert sein“, erläuterte Dr. Dudda und fügte eine wichtige Botschaft an die Herner Bürger an: „Es ist uns wichtig, klar zu machen, dass die Infektionszahlen weiter steigen werden und dass ein Ende noch nicht in Sicht ist. Das Virus ist da und verbreitet sich. Es geht darum, die Kurve flach zu halten und die Zahlen weniger stark ansteigen zu lassen. Wir werden alles dafür tun, um die medizinischen Umstände für Behandlungen und Tests zu gewährleisten.“ Zusammengefasst könne man steigende Zahlen nicht verhindern, nur verhindern, dass diese schnell sehr hoch werden.

Dafür sei der Krisenstab auch im ständigen Kontakt mit den Krankenhäusern, auch gab es erste Abfragen bei Pflegeeinrichtungen, die in den kommenden Tagen die Schnelltests erhalten sollen.

Zusätzlich sagte der Oberbürgermeister, dass er sofort dabei wäre, wenn es um die Suche nach einer Art Modellstadt geht, um den Antikörperanteil in der Bevölkerung zu finden, und Herne dafür melden würde. „Das habe ich schon vor Monaten so weitergegeben. Wir wären bereit dafür, da es endlich statistische Daten geben muss, wie weit das Virus vorangeschritten ist.“ Er rechnet mit 80.000 aktuell infizierten oder bereits genesenen Bürgern, bevor man davon sprechen könne, ein Ende vorherzusagen.

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