Digitale Diskussion beim Stadtsportbund

Andrea Milz sprach mit Vereinsvertretern, Politik und Verwaltung

HTC Basketball-Damen gegen GiroLive Panthers Osnabrück (62:68).
Wann geht es mit dem Amateursport weiter? Die Basketball-Damen vom HTC dürfen derweil in der 1. Bundesliga spielen. Foto: Fabian Dobbeck

Hoher digitaler Besuch für den Stadtsportbund (SSB) am Donnerstag (11.2.2021): Die Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes NRW, Andrea Milz, war per Videokonferenz zugeschaltet, um zusammen mit Vertretern von Vereinen, Politik und Stadtverwaltung über die aktuelle Corona-Lage zu diskutieren.

Ein „echtes“ Treffen war laut SSB-Vorsitzenden Hans Peter Karpinski schon länger geplant, musste aber mehrmals verschoben werden. Ursprünglich war der Januar 2020 anvisiert, anschließend kamen mehrere Lockdowns dazwischen. Nun folgte also das digitale Meeting. „Uns als Staatskanzlei ist nicht nur wichtig, wie die Vereine die Zeit vor und während Corona erlebt haben, sondern auch wie die Planung für danach aussieht. Wir müssen nach der Pandemie die Menschen wieder in die Vereine locken, da sich viele regelmäßiges Training abgewöhnt und den Tag anders strukturiert haben“, sagte Andrea Milz zu Beginn. Zusätzlich sei die Soforthilfe bereits angelaufen. Besonders lobte sie die Sport im Park Angebote aus dem Sommer, die stark genutzt wurden.

Anschließend wurde über den möglichen Mitgliederschwund gesprochen. „Beim HEV haben wir 20 bis 30 Kinder verloren. Wenn man mehrere Stunden Homeschooling vor dem Bildschirm macht, dann haben auch nicht mehr alle Lust auf digitales Training“, sagte Marcel Altmeyer. Hygienekonzepte seien dafür ausreichend vorhanden. „Bei der DLRG Herne und Wanne-Eickel haben wir rund 200 Kinder verloren. Das würde auch in normalen Jahren passieren, dafür kämen aber wieder welche nach. Das passiert aufgrund der geschlossenen Schwimmbäder derzeit leider nicht“, fügte Altmeyer an. Rund 1.000 Mitglieder hätten beide Ortsverbände derzeit zusammen.

Wolfgang Siebert, Vorsitzender des HTC, berichtete ebenfalls von einigen Abmeldungen: „Wir machen auch viel Online-Training, aber unsere Camps und die Arbeitsgemeinschaften fallen aus, sodass rund 20 bis 30 neue Kinder fehlen. Unsere Basketballerinnen aus der Bundesliga dürfen aber spielen, dort haben wir auch die Soforthilfe bekommen, allerdings ist die Abrechnung eine Zumutung. Wir müssen einiges zurückzahlen und für den Steuerberater fällt auch ein großer Teil an.“ Zudem gebe es Kurzarbeit für die vollamtlichen Jugendtrainer.

Dr. Frank Dudda und Andrea Milz.
Dr. Frank Dudda (li.) und Andrea Milz, Staatssekretärin für Ehrenamt und Sport des Landes NRW (Archivbild). Foto: Philipp Stark/Stadt Herne

Weiter bei der Wiederaufnahme des Sports auf Plätzen und in Hallen unterstützen, will die Stadtverwaltung in Person von Sportdezernent Johannes Chudziak. „Wir werden vorbereitet sein, wenn die Öffnung wieder erlaubt ist. Wir haben ein paar Sporthallen, die ausreichend belüftet sind, außerdem sind die Vereine gut vorbereitet. Es wird uns mit Sicherheit ein guter Re-Start gelingen“, sagte der Dezernent. „Verwaltungsintern gehen wir von einer stufenweisen Öffnung aus.“

Ferner sprach er von einer gemeinsamen Aufgabe des SSB, der Stadtverwaltung und der Politik, das Problem des Schwundes der jüngeren Vereinsmitglieder zu bewältigen.

Gute Gespräche im Landtag

NRW-Landtagsabgeordneter Alexander Vogt (SPD) berichtete davon, dass noch längst nicht alles an Geld ausbezahlt sei, welches zur Verfügung gestellt wurde, um Vereine zu unterstützen. „Das Thema Sport führt im Landtag aber immer zu guten Gesprächen“, sagte Vogt. Dies bestätigte Andrea Milz, die von einem starken, überparteilichen Zusammenhalt sprach.

Ferner sei laut Milz noch nicht klar, wie die neue Corona-Schutzverordnung in NRW zum Thema Sport aussehen würde. „In zwölf Bundesländern ist Sport draußen einzeln und als Familie wieder erlaubt“, merkte Milz an. Wichtiger sei aber keine neue Corona-Welle, vor allem durch die Mutationen, zu produzieren.

Hendrik Bollmann (SPD) ist es wichtig, über mögliche Szenarien nach einer Öffnung zu sprechen. „Nach dem ersten Lockdown gab es bei den Vereinen große Verunsicherung.“ Bürgermeisterin Andrea Oehler bekräftigte: „Wir von der Politik unterstützen den Sport in jeder Hinsicht. Wichtig ist, dass zuerst ein vernünftiges Leben in Kitas und Schulen einkehrt, um sie danach von Social Distancing und der Couch mit Bildschirmen wieder zum Sport zu bringen. Das wird aber eine Mammutaufgabe.“

Bereits Anfang Februar konnte Andrea Milz verkünden, dass weitere Fördermittel durch das Projekt "Moderne Sportstätte 2022" fließen. So erhält der Ruderverein Emscher Wanne-Eickel-Herten e.V. 199.680 Euro für die Modernisierung des Bootshauses (halloherne berichtete).

SSB-Vorsitzender Hans Peter Karpinski ergänzte: "Es gibt insgesamt 2,1 Millionen Euro für Herner Sportvereine. Wir hoffen, dass es nicht das einzige Programm des Landes bleibt, sind aber schon froh, dass es hilft. In der ersten Stufe haben sich 18 Vereine gemeldet, von denen 17 bereits ihre Zusagen erhalten haben. Damit sind noch rund 700.000 Euro übrig." In wenigen Wochen beginnt dann der zweite Durchgang, sodass sich weitere Vereine melden können. "Wir wollen diese Fördermittel nicht verfallen lassen", betonte der Vorsitzende.

Bereits aktuell gebe es Bagger-Arbeiten beim Tennisverein TC Grün-Weiß Herne. Andere Vereine mit Zusagen wären der Billard-Club Grün-Weiß Wanne (für eine neue Heizanlage) und der BSV Holthausen für Teile einer neuen Schießanlage. "Für uns war das eine sehr gute Diskussion, die auch von politischen Akteuren sachlich und nicht als politische Debatte geführt wurde", sagte Karpinski.

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