Die Frau aus der Blätterhöhle im Museum

LWL-Landesmuseum Archäologie.Foto: Wolfgang QuickelsLWL-Landesmuseum Archäologie.

Gab es Müslischale, Reifen und Motorsäge schon vor über 7.000 Jahren? Ja - zumindest in der Rohversion. Das zeigt die Landesausstellung "Revolution Jungsteinzeit", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab Mittwoch, 24. Mai 2017, im LWL-Museum für Archäologie in Herne in Szene setzt. Bei der Landesausstellung Revolution Jungsteinzeit lassen gut 900 Fundstücke die Zeit von Ötzi und Stonehenge wieder auferstehen.

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Die Frau aus der Blätterhöhle.Foto: LWL-MuseumDie Frau aus der Blätterhöhle.

Mitmachstationen laden kleine wie große Besucher ein, zum Ursprung unserer heutigen Zivilisation zurückzukehren. Außerdem zeigt die Landesausstellung die wichtigsten archäologische Funde in NRW aus den vergangenen fünf Jahren. Erst seit 7.300 Jahren leben Menschen im heutigen NRW so, wie man es kennt: Sie bauen feste Häuser, züchten Vieh und betreiben Landwirtschaft. 2,5 Millionen Jahre davor war der Mensch Jäger und Sammler. Wie genau sich dieser Wandel vollzog und mit ihm die "Revolution Jungsteinzeit" einsetzt, war Forschern lange ein Rätsel. Was geschah mit den Jägern und Sammlern, als die ersten Bauern kamen? Standen beide Gruppen in Kontakt?

Die Frau aus der Blätterhöhle.Foto: LWL-MuseumDie Frau aus der Blätterhöhle.

Vor elf Jahren stießen Archäologen in der Blätterhöhle bei Hagen auf eine wissenschaftliche Sensation. Sie fanden den besterhaltenen Schädel der Jungsteinzeit und mit ihm die Antwort auf ihre Fragen: Mindestens 2.000 Jahre lang lebten die Jäger und Sammler sowie Bauern in einer Parallelgesellschaft. Naturwissenschaftliche Analysen ergaben: Der Schädel aus der Blätterhöhle gehört einer jungen Frau, die zwischen 17 und 22 Jahren alt war, als sie starb. Woran sie gestorben ist, ist unklar. Doch durch den guten Erhaltungszustand konnte der Schädel mit rechtsmedizinischen Methoden rekonstruiert werden. Zudem wurde der Schädel naturwissenschaftlich untersucht. Das Ergebnis: Die Frau hat vor 5.600 Jahren gelebt und gehört damit zu den letzten Jägern und Sammlern. Sie lebte fast 2.000 Jahre nach dem Eintreffen der ersten Bauern in Westfalen.

Der Frauen-Schädel aus der Blätterhöhle bei Hagen ist einer der Spitzen-Funde der archäologischen Landesausstellung Revolution Jungsteinzeit, die bis Sonntag, 22. Oktober 2017 im LWL-Museum  zu sehen sein wird. Hier steht auch die Rekonstruktion des Schädels.

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Quelle: Landschaftsverband Westfalen-lippe (LWL) 21. April 2017, 10:34 Uhr