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Frauenheld Axel (Til Schweiger) landet nach einer durchzechten Nacht ausgerechnet bei Axel (Joachim Król).

Durchbruch für Joachim Król

„Der bewegte Mann“ in TV und Kino

Sönke Wortmanns Kino-Komödie „Der bewegte Mann“ bedeutete 1994 den Durchbruch des gebürtigen Herner Schauspielers Joachim Król. Sie wird am Rosenmontag, 12. Februar 2024, um 23:30 Uhr im frei empfangbaren Privatsender Kabel Eins Classics ausgestrahlt. Kommt am Dienstag, 4. Juni 2024, aber auch wieder auf die große Leinwand im Rahmen der bundesweiten „Best Cinema“-Reihe – um 20:15 Uhr in der Filmwelt Herne.

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Frauenheld Axel (Til Schweiger) ist als Berufsfotograf gescheitert und kellnert in einem Kölner Nachtlokal der gehobenen Klasse, in dem das Berliner Szeneidol Max Raabe („Kein Schwein ruft mich an“) nostalgische Schlager der 20er und 30er Jahre zum Tanzen beisteuert. Axel ist kein Kind von Traurigkeit – und auch schon ’mal zum Quickie mit einem attraktiven weiblichen Gast auf dem Damenklo bereit.

Frauenheld landet ausgerechnet in Schwulen-WG

Seine Freundin Doro (Katja Riemann), Kellnerin im gleichen Etablissement, erwischt ihn dabei – und zögert keine Sekunde, ihn an die Luft zu setzen. Auf der Suche nach einer neuen Bleibe landet Axel ausgerechnet auf einer flippigen Schwulenparty – und später bei Norbert (Joachim Król) im Bett. Der kümmert sich wie sein „stiller“ Freund, die Tunte Walter (Rufus Beck), rührend um den „Flüchtling“.

Doch Doro ist schwanger und sehnt sich nach „ihrem“ Axel zurück. Beinahe hätte die Versöhnung auch geklappt, nachdem Norbert dabei geholfen hat, Axels Sachen aus ihrer Wohnung zu schaffen. Doch Doro erwischt ihr Objekt der Begierde in eigentlich harmloser, doch sehr verfänglich erscheinender Situation mit Norbert ausgerechnet im eigenen Ehebett. So nimmt eine tolle Verwechslungskomödie ihren Lauf, die nur so voller Regieeinfälle sprudelt und ein unbeschwert-heiteres Licht auf die Kölner Schwulenszene wirft anno 1994, also bereits mitten drin im Aids-Zeitalter.

Hier bleibt kein Auge trocken

Angesichts der Running gags bleibt wirklich kein Auge trocken, auch wenn es manchmal Tränen des Mitgefühls sein können. Da kommt eine attraktive Klassenkameradin gerade recht, um alle Wolken am Himmel zu verscheuchen. „Red Bull“, das damals noch ein Geheimtipp aus Österreich war, tut ein übriges – die Post geht ab, auch beim schwulen Metzger Horst (Armin Rohde), der als Brutalo-Lederhengst eine heiße Schaumbad-Nummer abzieht.

Und wieder platzt die hochschwangere Doro mitten hinein. Axel begleitet sie in die Klinik, klärt sie über die wahren „Verhältnisse“, die mit dem Anschein nichts zu tun haben, auf. Er, der kein Blut sehen kann, hält Händchen bei der Entbindung und gilt fortan im Krankenhaus natürlich als richtiger Vater. Doro wird als glückliche Mutter eines gesunden Jungen entbunden, aber mit Axel ist sie ’mal wieder fertig. Der sucht in gar nicht schwülen Männergesprächen Rat bei Norbert – und findet ihn.

Die Dinge einfach laufen lassen

Horst (Armin Rohde) wird von Axel (Joachim Król) mit einschlägigem Videomaterial versorgt.

Denn so kann es gehen: Nicht immer nur Erwartungen erfüllen, Vorurteile pflegen, sich selbst unter Erwartungsdruck setzen, sondern die Dinge einfach laufen lassen, cool das Leben auf sich zukommen lassen. Und dann geht’s besser als erwartet, Doro und Axel werden gar ein Ehepaar mit dem Segen des Staates. Wenn da auf der Hochzeitsfeier nicht solcher Besuch einer merkwürdig tuntigen Truppe wäre...

Nach den beiden Comics „Der bewegte Mann“ und „Pretty Baby“ von Ralf König drehte Sönke Wortmann („Das Wunder von Bern“) den Streifen mit einer Reihe bekannter Schauspieler, darunter auch die köstliche Martina Gedeck, zu denen auch, zum damaligen Zeitpunkt, mit Armin Rohde, Hedi Kriegeskotte und Christof Wackernagel drei Mitglieder des Ensembles am Schauspielhaus Bochum gehörten. Mit der wohl berühmtesten Szene des Films als nackter Mann im Kleiderschrank bedeutete „Der bewegte Mann“ für den gebürtigen Herner Joachim Król den endgültigen Durchbruch auf der Kinoleinwand. Und für Max Raabe und sein Palastorchester einen enormen Popularitätsschub.

Sechs Millionen Besucher im ersten Jahr

Nach dem Leinwand-Start am 6. Oktober 1994 gehörte „Der bewegte Mann“ zu den knapp einhundert unterhaltsamsten Minuten des Jahres 1995 für mehr als sechs Millionen Kinogänger, wozu auch Kameramann Gernot Roll und der für die Musik zuständige Torsten Breuer einiges beisteuerten. Der Film lief 1995 sogar auf zwei US-Festivals in Seattle und Chicago und wurde mit Preisen (Jupiter, Bambi, Gilde-Filmkunsttheater) überhäuft. Höhepunkt drei Filmbänder in Gold (entspricht den „Lolas“ heute) beim Deutschen Filmpreis 1995 als Bester Film, Sönke Wortmann (Beste Regie) und Joachim Król (Darstellerische Leistungen).

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  • Montag, 12. Februar 2024, um 23:30 Uhr
  • Dienstag, 4. Juni 2024, um 20:15 Uhr
| Autor: Pitt Herrmann
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