'Anne Frank Kultur Wochen 2021'

Theater Traumbaum im KulturMagazin

Theater Traumbaum: mit dem Stück Schlamassel - für Menschen ab 7 Jahren.
Theater Traumbaum beteiligte sich an den Anne Frank Kultur Wochen 2021. Foto: Theater Traumbaum

Fünf Wochen- Fünf Inszenierungen- 25 Vorstellungen - 1.250 junge und junggebliebene Zuschauer- 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland. Ein Funkeln von realem Theatererleben war durchgängig auch hinter den medizinischen Masken zu sehen. Gäste aus Unna, Gelsenkirchen, Essen, Herten, Dorsten, Herne, Castrop, Bochum kamen in das KulturMagazin in den Bochumer-Norden. Ganz nebenbei sei von Anwohner der wohlwollenden Kommentar zu hören gewesen: sie hätten im Stadtteil unser Publikum schon sehr vermisst.

„Dass wir die Spielzeit „Anne Frank Kultur Wochen 2021" vorgezogen haben, verwunderte einige, allerdings ist das Theater Traumbaum der festen Überzeugung, dass Toleranz und Akzeptanz alltäglich und ganzjährig wichtige Themen sind, die nicht nur rund um den 9. November platziert werden können", so die Verantwortlichen des Theaters.

Ausgewogenes Spektrum

Die Auswahl der Theaterstücke erwies sich als Glücksgriff, denn es waren von Grundschulkindern bis zu Berufsschülern ganz verschiedene Alterszielgruppen real im Theater. Themen wie Kindheit unter einer Diktatur, jüdische Märchen, Extremismus, Nationalsozialismus im Ruhrgebiet und die Märzstürme 1920 boten ein breites und ausgewogenes Spektrum, um sich mit Demokratie und gegen Rassismus auseinanderzusetzen.

Das Theater Traumbaum habe mittlerweile das Alleinstellungsmerkmal, anspruchsvolle Themen kind- und jugendgerecht in Szene zu setzen. Das war ganz klar in den Publikumsstimmen zu hören. Dass die Anne Frank Kultur Wochen den Bezug zur Gegenwart knüpfen, ist von den beiden Theatermachern Birgit Iserloh und Ralf Lambrecht bewusst gewollt, nicht nur im Kontext der Bundestagswahl, sondern auch grundsätzlich. Auch der Klimastreik tauchte indirekt während der Spielzeit auf, denn bei jeder Sonntagsvorstellung gab es food-sharing.

#Extreme - die Extremismus-Falle.
Es wurden Stücke gezeigt, die sich mit Demokratie und gegen Rassismus auseinander setzen. Foto: Theater Traumbaum

'Fragen ist cool'

Mit Überzeugung fanden nach jeder Vorstellung Nachgespräche mit dem Publikum statt. Hier galt der Grundsatz es gibt keine falschen Fragen - Fragen ist cool. „Denn Demokratie beginnt immer damit, sich zu trauen, Fragen zu stellen und Meinungen zu formulieren. Und um ehrlich zu sein, mancher Erwachsene könnte sich von den Fragen, aber auch von den Antworten aus dem jungen Publikum zu Demokratie und Menschenrechte eine Scheibe abschneiden. Das Bewusstsein und die Empathie zu diesen Fragen ist bei jungen Menschen sehr groß, eben weil sie noch in der Lage sind, sich in die Situation der jeweils Anderen hinein zu versetzen und sie nicht nur ihre eigenen Bedürfnisse sehen", so die Theaterverantwortlichen.

Die diesjährige Publikumsbegrenzung zu Lasten der Einnahmen des Theaters wurde von den Gästen als äußerst gewissenhaft gespiegelt. Auch in dieser Hinsicht fühlten sich die Zuschauer sehr ernst genommen und lobten die gute Atmosphäre. Das Wetter hat es gut mit der Veranstaltungsreihe gemeint, denn so gab es auch den Außenbereich zum Ankommen, Verweilen und Austauschen. Vor jeder Aufführung gab das Theater Traumbaum eine Einführung in das jeweilige Thema des Stückes. So erlebten die Gäste der Anne Frank Kultur Wochen 2021 eine herzliche , aber auch intensive Zeit, die so manchen nachdenklich nach Hause gehen ließ.

„Geschichte wird konkret, geht in`s Herz, geht in den Kopf, ereicht so viel*e“ ein Zitat aus dem gut gefüllten diesjährigem Gästebuch. Dass eine solche Veranstaltungsreihe nicht nur heißt, sich im Rampenlicht zu sonnen, sondern einen enormen Organisationsaufwand mit vier Händen , vier Ohren und zwei Herzen zu stemmen- davon könne das Theater Traumbaum nun ein Lied singen. Allerdings wenn man die Rückmeldungen des jungen Publikums in den Nachbereitungsgesprächen zusammenfasst, habe sich der Aufwand mehr als gelohnt.

Winterspielzeit

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Der Winter kann kommen. Beim Theater Traumbaum beginnt die „Winterspielzeit“ am letzten Sonntag der Herbstferien, 24. Oktober 2021, um 15 Uhr und endet am 24. Dezember 2021 mit der Weihnachtsvorstellung, die bereits Kultcharakter hat. Auf dem Spielplan stehen für jede Altersgruppe spannende, lustige, mitfühlende, diskussionsreiche Theaterstücke sowohl für Familien, als auch für Schulklassen. Die Publikumsreduzierung wird bis Ende des Jahres weiter bestehen bleiben.

Anmeldung und Fragen unter Fragen: info@theater-traumbaum.de oder Tel 0234-8906681.

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