80. Jahrestag des Überfalls auf die UdSSR

Mahn-und Gedenkveranstaltung

Zum 80. Jahrestag gab es eine Mahn-und Gedenkveranstaltung.
Zum 80. Jahrestag gab es eine Mahn-und Gedenkveranstaltung. Foto: Veranstalter

Anlässlich des 80. Jahrestages des Überfalls von Nazi-Deutschland am 22. Juni 1941 fand am Dienstag (22.6.2021) auf dem Südfriedhof an den Gräbern von überwiegend aus der UdSSR stammenden Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern eine Mahn-und Gedenkveranstaltung unter guter Beteiligung statt.

Zahlreiche Teilnehmer nahmen am Gedenken teil.
Zahlreiche Teilnehmer nahmen am Gedenken teil. Foto: Veranstalter

Mit dem anwesenden stellvertretenden Generalkonsul der Russischen Föderation, Vladimir Spiridonov waren sich die Teilnehmer einig, dass wir Frieden, Abrüstung und friedliche Koexistenz zwischen Deutschland und Russland brauchen. Und dies über alle politischen Meinungsunterschiede hinweg.

Neben dem Vertreter der Russischen Föderation sprachen nach einer Begrüßung durch Norbert Arndt (DGB-Geschichtswerkstatt), Serdar Yüksel (SPD-MdL) und Rolf Dymel (Förderkreis Mahn-und Gedenkstätte Polizeigefängnis). Letzterer begründete noch einmal den Einsatz des Förderkreises zur Einrichtung eines ständigen Lern- und Gedenkortes im ehemaligen Polizeigefängnis im Herzen der Stadt.

Gedenken an die Opfer des Überfalls auf die UdSSR.
Gedenken an die Opfer des Überfalls auf die UdSSR. Foto: Veranstalter

Während des Krieges diente das ehemalige Gefängnis als zentrale Sammelstelle der Gestapo für flüchtige „Ostarbeiter“, das heißt aufgegriffene sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter. Über 80 Todesfälle von hier inhaftierten lassen sich anhand recherchierter Dokumente nachweisen wobei die Dunkelziffer deutlich höher liegen dürfte. Von den etwa 30.000 Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter, überwiegend aus der ehemaligen Sowjetunion, die in Herne unter unsäglichen Bedingungen Sklavenarbeit verrichten mussten sind circa 1.700 in Herne und Wanne-Eickel zu Tode gekommen und hier bestattet. Die Aufarbeitung und Erinnerung dieses düsteren Kapitels Herner Geschichte war und ist, auch im Verhältnis zu anderen Opfergruppen, leider eher von untergeordneter Bedeutung. In Vertretung des verhinderten Oberbürgermeisters wohnte Bürgermeisterin Sabine von der Beck der Veranstaltung bei und legte für die Stadt einen Kranz nieder.

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